Montag, 17. Juni 2024
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Kuchenmeister: Soest will 2022 klimaneutral arbeiten

Soest. (eb) Die Kuchenmeister GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, spätestens ab 2022 am Hauptsitz Soest klimaneutral zu produzieren. Das sagte Nachhaltigkeits-Managerin Manuela Mewes gegenüber dem «Soester Anzeiger». Das schafft das Unternehmen natürlich nur, wenn es verschiedene Maßnahmen miteinander kombiniert. Dank der eigenen Innovationskraft und der langjährigen Partnerschaft mit dem Zentrum für nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der Universität Witten/Herdecke sind die Großbäcker demnach zuversichtlich, ihr selbst gestecktes Ziel zu erreichen.

Wichtiger Baustein auf dem Weg dorthin dürfte eine innovative Desodorierungs- und Wärmerückgewinnungsanlage sein, die das Unternehmen 2012/2013 entwickelte – gefördert durch das Umwelt-Innovations-Programm des Umweltbundesamts: Die so genannte «Prozess-integrierte, simultane Abwärmenutzung und Geruchsreduzierung für Durchlaufbacköfen» ist laut «Soester Anzeiger» aktuell bei zwei von neun Backlinien in Soest verbaut.

Aus der Projektbeschreibung von 2012/2013 wissen wir, dass Kuchenmeister an den Standorten in Soest, Mettingen und Duingen insgesamt um die 30 Durchlaufbacköfen für die industrielle Herstellung von Konditorei- und Backwaren betreibt. Beim Backen entsteht Schwaden, der geruchsbelastet, fett- und staubhaltig über Kamine in die Umwelt gelangt und dort eine Immissionsquelle bildet. Das Unternehmen wollte 2012/2013 die Geruchsemissionen der Backöfen weiter reduzieren. Wie wir spätestens jetzt wissen, muss das entwickelte Verfahren sehr erfolgreich sein.

Die neu entwickelte Filteranlage von Kuchenmeister entzieht den Backschwaden durch ein kombiniertes Desodorierungs- und Wärmerückgewinnungsverfahren die Geruchsstoffe und nutzt gleichzeitig die Abwärme. Hierbei wird ein liegender, mit Wasser gefluteter Rohrbehälter langsam von den Backschwaden durchströmt. Dabei werden Wärme und Geruchsstoffe vom Wasser aufgenommen. Die gereinigte kalte Luft strömt über das Dach ab. Das erwärmte Wasser wird über einen Wärmetauscher geführt und zur Warmwassererzeugung genutzt.

Durch die beschriebene Technik sollen die Geruchsemissionen um mehr als 90 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig wird Energie bei etwa 30 Backöfen in Höhe von 2,5 Millionen Kilowattstunden Erdgas pro Jahr eingespart. Dies entspricht einer jährlichen Reduzierung der CO2-Emission in Höhe von 584 Tonnen, beißt es in der Projektbeschreibung, die Interessenten auf dem Server umweltinnovationsprogramm.de als PDF-Datei vorfinden. Im Abschlussbericht von September 2014 geht die Effizienz Agentur NRW davon aus, dass allein in Deutschland etwa 1’200 Durchlauföfen betrieben werden, auf die das beschriebene Verfahren übertragbar ist (Foto: pixabay.com).