6. August 2020
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Offener Brief: Edeka Südwest regt zum Nachdenken an

Offenburg. (eb) Wenn die temporäre Senkung der Umsatzsteuersätze von 19 auf 16 respektive von sieben auf fünf Prozent derzeit irgendwo konsequent umgesetzt wird, dann ist das im stationären Einzelhandel. Der Lebensmittel- Einzelhandel (LEH), speziell der Diskont, macht daraus aktuell einen einzigartigen und kaum zu unterbietenden Wettbewerb um die Kundengunst. Er vollzieht damit genau das, was wir – nicht nur in diesem Jahr – bereits mehrfach hinterfragt hatten. Wird eine Konjunkturhilfe auf ein paar Cent Mehrwertsteuer reduziert, bietet es sich im Marketing natürlich an, auf diesen paar Cent herumzureiten und sich wiederholt zum Tagessieger zu erklären. Doch wollten wir nicht lernen, neben kühler Kalkulation auch andere Werte zu berücksichtigen? Gute Lebensmittel verdienen gute Preise. Ehrliche Anstrengungen, die aus einem Produkt ein Erzeugnis mit Mehrwert machen, müssen honoriert werden.

Den Kaufleuten von Edeka Südwest ist in dieser Woche der Hut hochgegangen. «Edeka greift Aldi und Lidl an» oder «Edeka reitet Flankenangriff auf Aldi und Lidl» lesen wir in der einschlägigen Presse. Doch zunächst einmal richtet sich ein Offener Brief an die Verbraucherinnen und Verbraucher im Südwesten. Das lässt sich kaum missverstehen. Natürlich holen die Edeka-Kaufleute inhaltlich weiter aus. In der Essenz aber erinnern sie uns alle daran, worüber wir in diesem Jahr schon mehrfach diskutiert haben: Tierwohl, Arbeitsschutz, pestizidfreies Obst und Gemüse, Regionalität, ethische Wirtschaftsweise und so weiter haben ihren Preis. Entsprechende Erzeugnisse sind um Nachhaltigkeit bemüht und damit Mehrwert. Wollen wir unseren Kindern eine einigermaßen lebenswerte Umwelt hinterlassen, müssen wir endlich aufhören nach dem Preis zu schielen. Das ist alles. Nachfolgend das Bildschirmfoto des Offenen Briefs (Foto: Edeka).

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