Montag, 26. September 2022

Start-up eröffnet ersten kassenlosen Biomarkt in Hamburg

Hamburg. (aoo) Das 2021 gegründetes Handelstechnologie-Start-up Autonomo eröffnete in dieser Woche den ersten kassenlosen Supermarkt an der Alster – und damit den ersten autonomen Laden, der von einem deutschen Start-up entwickelt wurde. Um den neuen «Hoody»-Markt in Hamburg Eppendorf zu betreten, scannen Kunden eine App; danach übernehmen fortschrittlichste Technologien die meiste Arbeit. Statt Kassen und Kassierern erwarten die Kunden Community Manager, fast durchgehende Öffnungszeiten und ein hochwertiges Bio-Sortiment für ein schnelles, kontaktloses und komfortables Einkaufen.

Die rapide Entwicklung und Verbreitung autonomer Einzelhandelstechnologien wird derzeit von zwei Seiten vorangetrieben: Einerseits steht der lokale Handel durch den angespannten Arbeitsmarkt unter großem Druck. Andererseits verlangen Kunden nach mehr Komfort sowie nachhaltigen Produkten und Geschäftsmodellen. Auch die Bereitschaft zur Nutzung neuer Technologien hat sich während der Pandemie erhöht. Der neue Biomarkt in Eppendorf will diesen gestiegenen Ansprüchen gerecht werden.

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Im ersten «Hoody»-Markt – der Name leitet sich von «Neighborhood», also Nachbarschaft ab -können Einkäufer komfortabler, kontaktlos und nahezu rund um die Uhr einkaufen: Um den Laden zu betreten, laden sie eine App herunter, die sie am Eingang scannen. Danach stecken sie ihr Mobiltelefon weg und kaufen einfach genauso ein, wie sie es schon immer getan haben. Bei Fragen zum Sortiment oder der Technologie steht ihnen das Personal vor Ort zur Seite. Sobald ein Kunde alles zusammen hat, wird der Laden einfach verlassen – ganz ohne Warteschlangen und Verzögerungen.

Möglich ist das durch den Einsatz von Kameras und Computer Vision: Die Technologie ordnet Produkte anonym Personen zu, wenn etwas eingepackt oder zurückgelegt wird. Auch eine Quittung wird nach Verlassen des Geschäfts automatisiert verschickt.

Dabei ist die Technologie laut Betreiber DSGVO-konform und schützt stets die Privatsphäre der Kunden. Anstelle von Kassen und Kassierern soll die Kundschaft ein schnelles, kontaktloses und komfortables Einkaufserlebnis erwarten, und das fast 24/7 (Was heißt fast?). Dabei führt der hyperlokale Markt ein vollständig biologisches Sortiment, das ebenso wie die Preisgestaltung datengetrieben, doch unter Aufsicht der Community Manager, auf die Nachbarschaft zugeschnitten ist.

Win-Win-Win-Situation für Einkäufer, Einzelhändler und Mitarbeiter

Der Ansatz von Autonomo unterscheide sich «drastisch» von dem der internationalen Konkurrenz. Die Vision der Gründer ist es, den Einzelhandel für Kunden und Retailer zu vereinfachen, das Einkaufserlebnis menschlicher zu gestalten und einigen großen gesellschaftlichen Herausforderungen entgegenzuwirken: durch die Wiederbelebung vom Handel in lokalen Nachbarschaften, das Schaffen von Versorgungskonzepten für ländliche Gegenden, die Stärkung regionaler Lieferanten, sowie die Schaffung neuer attraktiver Einkaufserlebnisse und Arbeitsplätze.

Einzelhändlern hilft das laut Medienmitteilung hochprofitable Geschäftsmodell dabei, Probleme bei der Suche nach Mitarbeitern für den Beruf des Kassierers zu lösen. Bei «Hoody» werden Mitarbeiter zu Community Managern mit sinnerfüllten Jobs, die der Kundschaft beratend zur Seite stehen. Die hohe Kosteneffizienz der Märkte ist dabei quasi ein notwendiger Nebeneffekt – nicht jedoch der eigentliche Antrieb der Gründer.

In den kommenden Monaten will Autonomo weitere Märkte in ganz Deutschland eröffnen, bevor 2023 die internationale Expansion beginnt. Schon heute hätten mehrere Handelspartner Vereinbarungen mit Autonomo unterzeichnet, um die Technologie zu integrieren.

Das Gründerteam wird vom Geschäftsführer und Harvard-Alumni James Sutherland, Patrick Mueller-Sarmiento, dem ehemaligen CEO von Metro/real, Pradeep Vallat, einem erfahrenen Tech-Unternehmer, Ralf Frenzel, einem Unternehmer und Fachmann für Einzelhandels-Lebensmittelkonzepte sowie weiteren Experten aus den Sparten Einzelhandel, Lebensmittel und autonome Technologien geleitet.

«Unser Bestreben war es, das einfachste und überzeugendste Einkaufserlebnis zu schaffen. Ich denke, genau das haben wir auch verwirklicht: Wir haben einen Markt geschaffen, der neu und innovativ ist, aber gleichzeitig auf eine besondere Weise vertraut wirkt,» sagt Mueller-Sarmiento, Gründer und Chairman.

«Unsere firmeneigene Technologie hält sich im Hintergrund und rückt die lokal bezogenen, nachhaltigen Lebensmittel und Getränke sowie das Einkaufserlebnis selbst in den Mittelpunkt,» ergänzt Sutherland als Gründer und Geschäftsführer von Autonomo. «Wir konnten ein phänomenales Team versammeln, das eine gemeinsame Leidenschaft und Werte teilt und lebt. Zusammen nutzen wir alles, was Menschen und Maschinen heute leisten können, um lokales Einkaufen so einfach, bequem und angenehm wie möglich zu gestalten. Und wir sind sehr stolz darauf, diesen Traum nun erstmals in einem Hamburger Stadtteil Wirklichkeit werden zu lassen» (Foto: Autonomo).

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