Samstag, 13. Juli 2024

Import: Basiseffekt sorgt für stärksten Preisrückgang

Wiesbaden. (destatis) Die Importpreise waren im Juni 2023 um 11,4 Prozent niedriger als im Juni 2022. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war das der stärkste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit September 2009 (ebenfalls -11,4 Prozent gegenüber September 2008), damals im Zusammenhang mit der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise. Ausschlaggebend für den Rückgang ist vor allem ein Basiseffekt durch das hohe Preisniveau im Vorjahr aufgrund des Kriegs in der Ukraine. Im Mai 2023 hatte die Veränderungsrate bei den Einfuhrpreisen gegenüber dem Vorjahr bei -9,1 Prozent gelegen, im April 2023 bei -7,0 Prozent. Aber auch gegenüber dem Vormonat Mai 2023 fielen die Importpreise im Juni 2023 deutlich um 1,6 Prozent.

Die Exportpreise sind im Juni 2023 im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent gesunken. Im Vormonatsvergleich veränderten sie sich nur geringfügig (-0,1 Prozent).

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Rückgang der Importpreise auf deutlich niedrigere Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im Juni 2023 um 44,9 Prozent billiger als im Juni 2022 und um 6,6 Prozent günstiger als im Mai 2023. Dies trug maßgeblich zum Rückgang des Gesamtindex gegenüber dem Vorjahresmonat und Vormonat bei. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas. Die Preise lagen hier im Juni 2023 um 50,6 Prozent unter denen von Juni 2022. Gegenüber Mai 2023 sanken sie um 15,5 Prozent.

Erheblich günstiger als im Vorjahresmonat waren auch alle anderen importierten Energieträger: Die Preise für elektrischen Strom sanken um 57,6 Prozent, für Steinkohle um 53,6 Prozent, für Mineralölerzeugnisse um 40,2 Prozent und für Erdöl um 38,8 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Juni 2023 um 2,0 Prozent niedriger als im Juni 2022. Gegenüber Mai 2023 fielen sie um 0,7 Prozent. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 7,9 Prozent unter dem Stand des Vorjahres (-1,6 Prozent gegenüber Mai 2023).

Preisrückgänge bei Vorleistungsgütern und landwirtschaftlichen Gütern, gestiegene Preise für Konsum- und Investitionsgüter

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im Juni 2023 um 8,8 Prozent unter denen des Vorjahresmonats. Gegenüber dem Vormonat Mai 2023 sanken sie um 1,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verbilligten sich unter anderem Düngemittel und Stickstoffverbindungen (-53,6 Prozent), Carbonsäuren und ihre Derivate (-34,6 Prozent), Aluminium in Rohform und Aluminiumlegierungen (-25,9 Prozent) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-21,9 Prozent). Dagegen verteuerten sich insbesondere Stärke und Stärkeerzeugnisse (+50,9 Prozent) sowie Hohlglas (+21,8 Prozent).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 0,7 Prozent unter denen vom Juni 2022 (-1,6 Prozent gegenüber Mai 2023). Billiger als im Vorjahresmonat waren insbesondere Naturkautschuk (-26,1 Prozent), Getreide (-22,2 Prozent) und Rohkaffee (-20,3 Prozent). Zu höheren Preisen importiert wurden dagegen lebende Schweine (+73,0 Prozent) und Kakaobohnen (+32,9 Prozent).

Höher als im Vorjahr waren mit einem Plus von 2,7 Prozent die Preise für Konsumgüter. Gegenüber dem Vormonat Mai 2023 sanken sie um 0,4 Prozent.

Importierte Verbrauchsgüter waren binnen Jahresfrist 2,7 Prozent teurer (-0,4 Prozent gegenüber Mai 2023), vor allem bedingt durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+6,1 Prozent gegenüber Juni 2022, aber -1,2 Prozent gegenüber Mai 2023). Besonders stark stiegen die Preise im Vergleich zu Juni 2022 für Obst- und Gemüseerzeugnisse (+11,0 Prozent). Fleisch und Fleischerzeugnisse waren 5,9 Prozent teurer als vor einem Jahr. Hier lagen insbesondere die Preise für Schweinefleisch mit einem Plus von 34,5 Prozent deutlich über denen von Juni 2022.

Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 2,5 Prozent mehr als im Juni 2022. Gegenüber Mai 2023 veränderten sie sich kaum (-0,1 Prozent).

Das Preisniveau importierter Investitionsgüter war im Juni 2023 um 4,0 Prozent höher als im Juni 2022 (+0,1 Prozent gegenüber Mai 2023). Teurer als im Vorjahresmonat waren insbesondere Kraftwagen und Kraftwagenteile (+5,6 Prozent) sowie Maschinen (+4,9 Prozent).

Preisrückgang bei Energieexporten, landwirtschaftlichen Gütern und Vorleistungsgütern

Der Index der Exportpreise lag im Juni 2023 um 0,9 Prozent unter dem Stand von Juni 2022 und war damit zum ersten Mal seit Dezember 2020 wieder im Minus. Im Mai 2023 hatte die Jahresveränderungsrate noch bei +0,1 Prozent gelegen, im April 2023 bei +1,1 Prozent. Gegenüber dem Vormonat Mai 2023 fielen die Exportpreise leicht um 0,1 Prozent.

Die Preise für Energieexporte waren im Juni 2023 um 45,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor (+1,0 Prozent gegenüber Mai 2023). Wie bei den Importpreisen lag der Rückgang gegenüber dem Vorjahr in den mit -51,2 Prozent stark gesunkenen Erdgaspreisen begründet. Auch gegenüber dem Vormonat wurde Erdgas zu niedrigeren Preisen exportiert (-5,6 Prozent). Mineralölerzeugnisse waren ebenfalls billiger als vor einem Jahr (-36,8 Prozent), wurden aber gegenüber Mai 2023 um 1,8 Prozent teurer.

Landwirtschaftliche Güter waren 5,5 Prozent preiswerter als im Vorjahr (-0,5 Prozent gegenüber Mai 2023), exportierte Vorleistungsgüter verbilligten sich gegenüber Juni 2022 um 2,6 Prozent (-0,8 Prozent gegenüber Mai 2023).

Dagegen wurden Investitionsgüter zu 5,2 Prozent höheren Preisen als im Vorjahr exportiert (+0,3 Prozent gegenüber Mai 2023). Teurer als im Juni 2022 waren hier insbesondere Maschinen (+7,1 Prozent) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+4,4 Prozent). Auch die Preise für exportierte Konsumgüter stiegen im Vorjahresvergleich, und zwar um +4,2 Prozent (Grafik: Destatis).