Sonntag, 19. Mai 2024

So gelingt der Übergang zur zeitgemäßen Proteinversorgung

Bad Wimpfen. (ld) Wie sieht die Proteinversorgung der Zukunft aus? Wie erreichen wir mehr Tierwohl? Was erwartet die Gesellschaft von den Akteuren der Lebensmittelkette? Auf Einladung von Lidl Deutschland kamen in Berlin rund 110 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen, um Antworten auf diese und weitere Fragen im Rahmen des Gesprächsformats «Lidl im Dialog» zu finden.

Mit der Begrüßung der Gäste eröffnete Jan Bock, stellvertretender Geschäftsleitungsvorsitzender der Lidl Dienstleistung GmbH + Co. KG., den Abend und leitete in das Thema der Veranstaltung ein. Der Lebensmittelhändler mit über 3.250 Filialen erreicht täglich Millionen Kunden in Deutschland und trägt mit einer großen Vielfalt an Produkten des täglichen Bedarfs zu deren Ernährung bei. Dieser Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt sei sich das Unternehmen bewusst, betont Bock auf der Veranstaltung und erläutert die Proteinstrategie des Discounters sowie die Ziele im Rahmen der Strategie für Bewusste Ernährung, mit denen Lidl die Transformation für eine zukunftsfähige Ernährung aktiv vorantreibt.

20240412-LIDL-IM-DIALOGFoto: Lidl Deutschland im Dialog mit (von links) Gereon Schulze-Althoff (Tönnies Unternehmensgruppe), Christine Chemnitz (Agora Agrar), Hendrik Haase (Publizist), Melissa Ott (Futury GmbH), Christoph Graf (Lidl Dienstleistung GmbH + Co. KG), Katharina Riehn (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), Eva Bell (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft)

Einladung zu mehr Nachhaltigkeit wird von den Kunden angenommen

Dazu gehört die Vorreiterrolle, die Lidl beim Ausbau des pflanzlichen Sortiments und der transparenten Offenlegung des Verhältnisses von pflanzlichen zu tierischen Proteinquellen im Sortiment einnimmt. Zudem hat der Discounter erfolgreich die Preise für das Sortiment der veganen Lidl-Eigenmarke Vemondo an vergleichbare Produkte tierischen Ursprungs angeglichen. Lidl freut sich über eine positive Resonanz der Kunden, die mit einem Anstieg der verkauften veganen Artikel um über 30 Prozent seit der Preisanpassung vor einem halben Jahr einhergeht – siehe «Lidl lädt Kunden nachdrücklich zu mehr Nachhaltigkeit ein» vom 11. Oktober 2023 an dieser Stelle. Die jeweiligen Produkte sind nun bewusst neben den tierischen Pendants platziert, um den Kunden eine bessere Orientierung und einen leichteren Zugang zu bieten. Parallel entwickelt sich auch das Fleischsortiment hinsichtlich der Tierwohlstandards konsequent weiter: Lidl wird zum Beispiel frisches Rindfleisch komplett auf die Haltungsstufen 3 und 4 umstellen. Darüber hinaus verfolgt der Discounter konsequent das Ziel, die heimische Landwirtschaft zu stärken und tierische Produkte sowie Obst und Gemüse möglichst ganz aus Deutschland zu beziehen.

Dr. Christine Chemnitz, Direktorin des Thinktank Agora Agrar, erläuterte in einem Keynote-Vortrag die Potenziale eines reduzierten Konsums tierischer Produkte, um zu gesellschaftlich vereinbarten Nachhaltigkeitszielen wie Klimaneutralität und den Schutz der Biodiversität beizutragen. Zudem stellte sie dar, wie sich dieser veränderte Konsum auf die Landwirtschaft in Deutschland und der EU auswirken würde. Eva Bell, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), erläuterte unter anderem die Ernährungsstrategie der Bundesregierung und hob die Bedeutung pflanzlicher Proteine für eine Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen hervor. In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Eva Bell, Dr. Gereon Schulze Althoff, Geschäftsführer der Tönnies Unternehmensgruppe, Christoph Graf, Geschäftsleiter Einkauf der Lidl Dienstleistung GmbH + Co. KG., Hendrik Haase, Publizist und Berater, sowie Dr. Katharina Riehn, Vizepräsidentin Deutsche-Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), wie der Anteil pflanzenbasierter Proteinquellen gesteigert, nachhaltiger Konsum in die Breite getragen und das Thema Tierwohl weiterentwickelt werden kann.

Das Publikum konnte sich vor Ort sowie digital über die Chat-Funktion des Livestreams mit Fragen einbringen. Die Antwort auf die Frage des Abends, da waren sich die Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft einig, ist, dass alle Akteure vom Erzeuger über den Handel bis zum Konsumenten sowie die Politik an einem Strang ziehen und ihren Beitrag leisten müssen.

Jan Bock abschließend: «Aus der Diskussion nehmen wir mit, dass der Übergang zu einer gesunden und nachhaltigen Proteinversorgung große Chancen aber auch Herausforderungen für alle Beteiligten der Lebensmittelkette eröffnet. Die Transformation ist ein wichtiger und langfristiger Prozess, der bei den Menschen und in der Wirtschaft auf großes Interesse stößt. Wir gestalten diesen Wandel mit, indem wir unseren Kunden eine immer bewusstere und nachhaltigere Entscheidung ermöglichen, die für alle erschwinglich und leicht zugänglich ist. Auch künftig werden wir den Ausbau eines nachhaltigeren Sortiments vorantreiben und entsprechende Maßnahmen umsetzen.»