Donnerstag, 2. Februar 2023

Remmel: Lebensmittelhandwerk ist ein wichtiger Partner für den Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf. (lanuv) Auf der 39. Station seiner Zukunftsenergientour besuchte NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel mit einer Delegation der EnergieAgentur.NRW das Unternehmen Ihr Bäcker Schüren in Hilden. «Hier hat sich ein traditioneller Betrieb hochmodern umgerüstet und zeigt: Das Lebensmittelhandwerk macht mit beim Klimaschutz made in NRW. Ich würde mich freuen, wenn die Bäckerei Schüren noch vielen anderen Backstuben und Betrieben ein Vorbild sein wird und diese sich für die Energiezukunft rüsten», sagte Klimaschutzminister Johannes Remmel bei seinem Besuch.

Die Bäckerei Schüren kühlt ihre Teige und Zutaten mit einer innovativen Kühlanlage, welche die Erdkühle durch zehn gebohrte Sonden nutzt. Die Öfen werden mit Biomasse beheizt: In einer dreijährigen Pilotphase wurden hierzu nicht nur Holzpellets benutzt, sondern auch unverkauftes Altbrot, welches die Tafeln nicht mehr gebrauchen konnten. Zudem liefert das Unternehmen seine Produkte mit Erdgas- und Elektrofahrzeugen aus und bezieht seinen Strom aus der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Der Familienbetrieb Schüren wurde im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Solarpreis sowie dem Umweltschutzpreis der Stadt Langenfeld ausgezeichnet. Seit 1905 backt die Bäckerei Brot, seit 1979 auch mit selbstgemahlenem Vollkornmehl und liefert heute ihre Backwaren an 18 eigene Filialen.

Im Rahmen seines Besuches zeigte Bäckerei-Inhaber Roland Schüren Klimaschutzminister Remmel den Solarcarport des Ladeparks, an denen die Lieferwagen des Betriebs auftanken. «Sonne tanken ist wie selbst gezogenes Gemüse aus dem Garten genießen», sagte Schüren. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kundinnen und Kunden dürfen dort kostenlos ihre Elektrofahrzeuge aufladen. Die Elektro-Fahrzeuge von Schüren tanken an derzeit acht betriebseigenen Ladesäulen in Hilden Strom. Unter anderem tankt ein Fahrzeug Solarstrom, dessen verbliebene Energie in den frühen Morgenstunden wieder an die Backstube abgegeben wird. Weitere Fahrzeuge sollen folgen: Roland Schüren will damit in seinem Betrieb «bäckerenergetisch die Nacht zum Tag machen».

Die Photovoltaikanlage, die seit Juni 2013 den Strom für die Autos produziert, ist 400 Quadratmeter groß und auf dem Dach des Carports angebracht. Gefördert wurde die Errichtung durch Mittel des «NRW.BANK.Green Bonds». 2011 wurden bereits Solarzellen auf dem Dach der Backstube angebracht. Eurosolar e.V. zeichnete den Betrieb im vergangenen Jahr mit dem deutschen Solarpreis in der Kategorie «Kommerzielle, industrielle oder landwirtschaftliche Betriebe/Unternehmen» aus. Derzeit wird die PV-Leistung erweitert. «Dass hier ein 100 Jahre altes Familienunternehmen unter den Preisträgern ist, deute ich auch als sichtbares Zeichen dafür, dass Veränderungen im Sinne von Energiewende und Klimaschutz aus der Mitte der Gesellschaft entspringen», würdigte Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, die Aktivitäten der Bäckerei.

Obwohl ein Großteil des Fuhrparks der Bäckerei schon jetzt erneuerbare Energien tankt, will sich Roland Schüren darauf nicht ausruhen. Die umweltfreundlichsten und kostengünstigsten Transporte seien die, die erst gar nicht stattfänden: «Durch eine umsichtige und ausgeklügelte Warenlogistik sparen wir uns viele Wege ganz». Dazu gehöre auch der Anspruch, dass das verwendete Bio-Getreide fast ausschließlich von Feldern der heimischen Region stammt.

Schüren hat durch seine Maßnahmen zur Nachhaltigkeit in den vergangenen Jahren den CO2-Ausstoß um 91 Prozent sowie den Energieverbrauch um die Hälfte senken können. Roland Schüren will sein Unternehmen zu einer CO2-neutralen Bäckerei aus eigener Kraft ohne Neutralrechnung machen. Mit der Neutralrechnung des letzten Rests Erdgas zum Betrieb der noch verbliebenen Lieferfahrzeuge ist «Ihr Bäcker Schüren» bereits seit 2014 CO2-neutral.

Hilden ist die 39. Station der Zukunftsenergientour von Minister Remmel. Im Rahmen seiner Initiative «ZukunftsEnergienNRW: Orte der Energiezukunft» besucht der Minister innerhalb der laufenden Legislaturperiode 60 ausgewählte Orte, an denen Zukunftsenergien erfolgreich eingesetzt oder erprobt werden. Zum Auftakt der ZukunftsEnergien-Tour besuchte Minister Remmel Anfang Juli 2012 die Energie-Vorzeige-Gemeinde Anröchte im Kreis Soest.

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