Freitag, 7. Oktober 2022

Großbritannien: Energiekrise hat dramatische Auswirkungen auf die Branche

London / UK. (eb) Die ernste Lage bei den Energiepreisen und ihre Auswirkungen auf die Lebensmittel- und Getränkehersteller sind nach wie vor eines der Hauptthemen des britischen Lebensmittel- und Getränkeverbands FDF. Viele FDF-Unternehmen sehen sich mit 400- bis 500-prozentigen Erhöhungen ihrer Energierechnungen konfrontiert, während andere berichten, dass die Lieferanten enorme Kautionen oder Bankgarantien verlangen, um sich feste Verträge zu sichern.

Während die Lebensmittelpreise im gesamten Vereinigten Königreich in die Höhe schnellen, hat die Energiekrise dramatische Auswirkungen auf die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, da die Unternehmen weiterhin hart daran arbeiten, die Preise für die Verbraucher niedrig zu halten.

Viele Unternehmen haben inzwischen die Grenze erreicht, an der sie den Inflationsdruck weitergeben können. Sie haben Energieeinsparungen erzielt, wo sie konnten, und andere Kosten gesenkt, zum Beispiel durch Einschränkung der Produktpalette, Forschung und Entwicklung und Werbung. Die akute Wirtschaftslage bringt jedoch echte Schwachstellen in der Lebensmittel- und Getränkeversorgungskette zum Vorschein, besonders für KMU, die Sektoren, die viel Energie verbrauchen, und die CO2-Verursacher.

Die britische Regierung hat ihre Pläne vorgestellt, die Energierechnungen für Haushalte für zwei Jahre auf durchschnittlich 2.500 GBP pro Jahr einzufrieren. Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors wurde eine «gleichwertige Unterstützung» für sechs Monate zugesagt, und eine Unterstützung für weitere sechs Monate für Unternehmen in «gefährdeten Branchen». Einzelheiten des Plans und wer als gefährdeter Wirtschaftszweig gilt, wurden noch nicht bekannt gegeben. In drei Monaten wird eine Überprüfung stattfinden, um zu überlegen, worauf die Unterstützung abzielen soll.

Angekündigt wurden auch Maßnahmen zur Steigerung der heimischen Energieversorgung, darunter die Aufhebung des Moratoriums für die Schiefergasförderung, neue Lizenzen für die Öl- und Gasexploration und die Beschleunigung der Erschließung neuer Energiequellen wie Kernkraft, Wind- und Solarenergie. Es wird auch eine Überprüfung des Netto-Null-Energieverbrauchs geben, um festzustellen, ob die Erreichung des Ziels keine unangemessenen Belastungen für Unternehmen oder Verbraucher mit sich bringt; ein Bericht soll bis Ende des Jahres vorliegen.

Die FDF begrüßt die von Premierministerin Liz Truss angekündigte Unterstützung für Haushalte und Unternehmen bei der Bewältigung der steigenden Energierechnungen. Dies gibt besonders den Haushalten die Gewissheit, dass sie in den kommenden Monaten Zugang zu der von ihnen benötigten Energie haben werden.

Die FDF führt bereits dringende Gespräche mit der britischen Regierung, um herauszufinden, welche Unterstützung für die in Bedrängnis geratenen Lebensmittel- und Getränkehersteller zur Verfügung stehen wird, nicht zuletzt für kleinere Unternehmen, die eine ununterbrochene Versorgung mit qualitativ hochwertigen und erschwinglichen Lebensmitteln und Getränken für jedermann im Vereinigten Königreich gewährleisten müssen (Übersetzung aus dem Englischen: Redaktion).

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