Dienstag, 5. März 2024

Fazer: prüft Shop-in-Shop-Bäckereigeschäft in Finnland

Helsinki / FI. (eb) Das Shop-in-Shop-Geschäft von Fazer Bakery Finland ist zuletzt schnell gewachsen. Aktuell gebe es 131 Shop-in-Shop-Bäckereien, teilt die Gruppe mit – angesichts einer Bevölkerungsdichte von 16 Einwohnern je Quadratkilometer sowie 5,5 Millionen Landsleuten insgesamt und einer Konkurrenz, die nicht schläft. Deutschland ist natürlich kein Maßstab mit 236 Einwohnern je Quadratkilometer und 84,3 Millionen Bürgern. Doch erklärt der Vergleich, weshalb bekannte nordische Unternehmen schon früh gelernt haben, außerhalb ihres Heimatmarkts zu operieren. Zurück zum Inlandsmarkt Finnland:

Um auch in Zukunft die besten Voraussetzungen für profitables Wachstum und eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden zu haben, hat Fazer Finnland beschlossen, die Organisation seiner Shop-in-Shop-Bäckereien zu prüfen. Die «Food Experience Company» plant Änderungen an den Betriebsmodellen, die es dem Unternehmen ermöglichen, das Geschäft weiter zu stärken und schnell auf sich ändernde Kunden- und Verbraucherbedürfnisse zu reagieren. Im Zuge dieser Pläne wird Fazer Bakery Finland Verhandlungen über Veränderungen im Personalbereich des Shop-in-Shop-Backwarengeschäfts aufnehmen. Sollten die geplanten Änderungen umgesetzt werden, könnten sie zur Beendigung von Arbeitsverhältnissen, zur Änderung von Arbeitsaufgaben oder/und zur Schaffung neuer Aufgaben führen.

Kollateralschäden ließen sich bislang weitgehend vermeiden

Nicht zu vergessen: Nach der Aufgabe der russischen Aktivitäten im ersten Halbjahr 2022 ist kaum davon auszugehen, dass das «alles» war und die Divisionen streng voneinander getrennt agierten. Ein Import-Export-Geschäft wird ebenso zur Tagesordnung gehört haben wie der Lebensmittelhandel an der 1’344 Kilometer langen Grenze zu Russland. Es liegt auf der Hand, dass mit 5,5 Millionen Einwohnern die Konsequenzen andere sind als sie zum Beispiel in Deutschland wären mit 84,3 Millionen Bürgern.

Das Shop-in-Shop-Bäckereigeschäft von Fazer hat sich schnell entwickelt: Allein 2022 wurden 13 neue Standorte eröffnet. Jetzt gibt es 131 Bäckereien in ganz Finnland. Die enge Kooperation mit ihren Kunden hat der Gruppe geholfen, diverse Konzepte für die Bedürfnisse der Verbraucher zu entwickeln.

Andererseits hat sich das Kaufverhalten der Konsumenten aufgrund der Inflation, der unsicheren Weltlage und der gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten deutlich verändert. Die Verbraucher sind beim Einkaufen vorsichtiger und entscheiden sich oft für preisgünstige Produkte in ihrem Warenkorb.

Um Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, muss Fazer seine Methoden überprüfen. Die Gruppe erwägt Änderungen, die darauf zielen, die Organisation der Shop-in-Shop-Bäckereien und ihre Betriebsführung an das schnell wachsende Geschäft und die Veränderungen im externen Betriebsumfeld anzupassen. Ziel ist ein wettbewerbsfähiges und flexibleres Betriebsmodell, das unter anderem auch dazu beitragen würde, das Wohlbefinden des Personals am Arbeitsplatz weiter zu stärken.

Fazer nimmt Verhandlungen über Veränderungen auf

Infolge der geplanten Veränderungen wird Fazer Verhandlungen über Veränderungen für die 660 Beschäftigten der Shop-in-Shop-Bäckereiorganisation in Finnland einleiten. Die Verhandlungen beträfen nicht das übrige Personal von Fazer Leipomot Oy, heißt es aus Helsinki.

Die Gruppe schätzt, dass die Pläne, würden sie umgesetzt, zur Beendigung respektive Änderung von Arbeitsverhältnissen oder zur Schaffung neuer Aufgabenbereiche führen können. Die Verhandlungen können zur Beendigung von maximal 96 Arbeitsverhältnissen führen (14,5 Prozent von 660 MA), erzielen Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine Einigung über einen neuen Arbeitsvertrag und seine Bedingungen.

Die Verhandlungen beginnen noch in diesem März. Darin geht es um die Gründe, Auswirkungen und Möglichkeiten der Maßnahmen sowie um mögliche Versetzungen und Ausbildungsmöglichkeiten. Darüber hinaus werden Fragen der Wechselsicherheit für die infrage kommenden Personen verhandelt.

Fazer unterstützt sein Personal bei der Veränderung

Sollten die Verhandlungen zur Beendigung von Arbeitsverhältnissen führen, wird Fazer die Mitarbeitenden und ihre Chancen auf eine Wiederbeschäftigung unterstützen. Freie Stellen in der Gruppe werden vorrangig denen angeboten, deren Arbeitsverhältnis möglicherweise vor einer Beendigung steht. Ergänzend arbeitet die Gruppe mit den öffentlichen Arbeits- und Wirtschaftsdiensten (TE Services) zusammen.

Nach dem Überstehen der Corona-Pandemie und seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine erlebt die Fazer Gruppe ihre ganz eigene und ziemlich spezielle Zeitenwende – angesichts der ehemals engen und durchaus naheliegenden Geschäftsbeziehungen. Glücklicherweise hat die ehemalige Bäckereigruppe ihren Umbau zur weltweit agierenden «Food Experience Company» schon soweit abgeschlossen, dass sich die Kollateralschäden in engen Grenzen zu halten scheinen (Foto: Fazer Gruppe).

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