Donnerstag, 29. Februar 2024

WB-17-2008

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 17. KW 2008 (19.04. bis 25.04.)
Download: https://www.webbaecker.de/08archivphp/wb1708.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. Betrachtung: «Viele Kunden verschmähen Supermarkt-Brötchen»
02. Backmittler: meldet zwölf Prozent Umsatzplus
03. Junge: nimmt neues Produktions- und Logistikzentrum in Betrieb
04. Backkultur: erster Slow Baker Österreichs zertifiziert
05. Schweiz: Traditionelle Gastronomie und Schnellkost legen zu

TERMINE + EVENTS:
06. Brottag: lieferte viele gute Argumente für gutes Brot

MANAGEMENT + BETRIEB:
07. Lekkerland: steigert Umsatz auf 11,2 Milliarden Euro
08. EU: zieht IFRS für kleine und mittlere Unternehmen zurück
09. Schwarzarbeit: Verjährungsfrist von 30 Jahren
10. Gehrke Econ Gruppe: Branchenvergleich 2007 ist verfügbar

TRENDS + KONZEPTE:
11. Bio-Konsum: Schweizer weiterhin Europameister
12. BLL: kritisiert «Nährwertkennzeichnungsregime»
13. Studie: Entwicklungen und Trends im Lebensmittelangebot

MARKETING + VERKAUF
14. Saudi-Arabien: senkt Importzölle auf Nahrungsmittel
15. Frischetheke: Arbeiten mit Handschuhen nicht unbedingt hygienischer

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER
16. Analytik: 3-MCPD-Ester in raffinierten Speisefetten
17. ZMP: Nahrungsmittel 2007 europaweit teurer

ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN
18. Melonenkerne: gekocht, gebacken oder geröstet ein Genuss
19. ZMP: Starker Anstieg der Getreideimporte
20. ZMP: Deutliche Schwankungen der Getreidepreise

BOOKMARKS + BOOKS:
21. «azubister»: für Azubis, Betriebe, Schulen und Eltern
22. Mieles «Klimagaren»: Wrasen für die kleine Küche
23. Global Industry: about growth and profitability

REZEPTE + IDEEN:
24. Aromasoft-Weißbrot: mit einem Schuss Hartweizengrieß


MARKT + UNTERNEHMEN


Betrachtung: «Viele Kunden verschmähen Supermarkt-Brötchen»

Hamburg. (23.04. / dwo) Geht es nach der «Welt», dann hat das Bäckerhandwerk im deutschsprachigen Europa oder zumindest in Deutschland an sich die große Krise überstanden. Immer mehr Kunden schmeckten die industriell gefertigten Produkte der Backshops und Filialisten nicht mehr, heißt es in der lesenswerten Reportage «Viele Kunden verschmähen Supermarkt-Brötchen». Fertigmischungen, Teiglinge, Aufbackstationen seien in Verruf geraten. Lieber suchten die Kunden Bäckereien, die traditionelles Handwerk pflegen. Höhere Preise für Brötchen nähmen sie gern in Kauf. Als Beweis für die Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen (oder Annahmen …) stellt die «Welt» Bäckermeister Alois Mensing aus Borken in Westfalen vor, Bäckereiunternehmer in fünfter Generation. Immer mehr Bäcker wie Mensing fänden eine auskömmliche Nische als regionale Kleinfilialisten. Womit sie im Grunde eine alte Tradition fortsetzten. Bis vor ein paar Jahren belieferte fast jeder Bäcker ein Netz von kleinen Wiederverkäufern, die die Brötchen mit Milch und Morgenzeitung unters Volk brachten. Als dann ein Tante-Emma-Laden nach dem anderen dichtmachte, hätten viele Bäckereien zu spät erkannt, dass sie sich eigene Vertriebsstrukturen schaffen müssen. So gaben sie ihre Kunden mehr oder weniger kampflos an die Handelskonzerne verloren. Der Marktführer in der Bäckereibranche ist heute schließlich nicht die Kamps GmbH mit ihren rund 900 Filialen, sondern Edeka mit 1.500 Backwarentheken.

Backmittler: meldet zwölf Prozent Umsatzplus

Linz / AT. (23.04. / dst) Um mehr als zwölf Prozent auf 118 Millionen Euro hat der Backmittelhersteller Backaldrin mit Sitz in Asten bei Linz seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2007/2008 (per 31. März) gesteigert. Knapp 20 Millionen Euro investierte das Unternehmen in den Stammsitz: Dieser Tage ging das neue Hochregallager mit Platz für 11.800 Paletten offiziell in Betrieb. Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich um 20 Prozent auf über 500. Der Backmittler gründete Subunternehmen in Brasilien, den USA und der Ukraine. In Moskau wurde ein «Haus des Brotes» für den Vertrieb und Schulungen eröffnet, ein weiteres soll im Herbst in Warschau folgen. Der Exportanteil des Unternehmens liegt bei mehr als 75 Prozent. Das Wachstum sei unaufhaltsam, heißt es aus Asten: «Wir verdoppeln uns alle fünf bis sechs Jahre». Das neue Lager bietet Platz für rund acht Millionen Kilo Ware. Damit verfüge das Unternehmen voraussichtlich bis 2011 über die erforderlichen Kapazitäten. Den steigenden Rohstoffpreisen versucht der Backmittler mit ständiger Kostenoptimierung statt Personalabbau Herr zu werden.

Junge: nimmt neues Produktions- und Logistikzentrum in Betrieb

Rostock. (22.04. / wib) «Stadtbäckerei Junge: Richtfest in Elmenhorst» hieß es Ende August an dieser Stelle. Dieser Tage kam Harald Ringstorff, Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns nach Elmenhorst, um die Inbetriebnahme der erweiterten Produktionsstätte der Stadtbäckerei Junge zu begleiten: «Das mittelständische Unternehmen gehört nicht nur zu den ältesten handwerklichen Familienunternehmen Norddeutschlands, sondern auch zu den größten Backbetrieben. Die Fertigstellung des modernen Produktions- und Logistikzentrums sorgt dafür, dass das Geschäft weiter brummen kann. Das stärkt den Standort des Unternehmens. Das stärkt aber auch die Wettbewerbsposition der Stadtbäckerei und damit den Ruf Mecklenburg-Vorpommerns als erfolgreichem Investitionsstandort, besonders der Ernährungswirtschaft». Kurzum: Die Stadtbäckerei hat mehr als zehn Millionen Euro in das nun 6.700 Quadratmeter messende Bäckerei- und Logistikzentrum investiert – allemal ein Grund, sich als Landesvater zu freuen. In Elmenhorst und weiteren Filialen ließ das Unternehmen dadurch 150 neue Arbeitsplätze entstehen. Heute sind allein in den 64 Stadtbäckerei-Filialen Mecklenburg-Vorpommerns rund 800 Mitarbeiter beschäftigt. Mit insgesamt 160 Fachgeschäften in drei Bundesländern und mehr als 2.000 Mitarbeitern gehört die Stadtbäckerei Junge zu den größten Bäckereibetrieben Norddeutschlands. Abschließend in seinem Grußwort würdigte Ministerpräsident Ringstorff die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des Unternehmens. Die drei «Azubi-Filialen» seien gute Beispiele dafür. Angesichts des absehbaren Fachkräftemangels sei das Engagement des Unternehmens für den Nachwuchs eine Investition in die Zukunft, an der sich andere ein Beispiel nehmen könnten.

Backkultur: erster Slow Baker Österreichs zertifiziert

Thaya / AT. (22.04. / noen) Niederösterreichs Wirtschaft ist um eine Innovation reicher. Die Waldviertler Bäckerei Leopold Kasses + Co. hat als erster österreichischer Betrieb die Zertifizierungsurkunde zum «Slow Baker» erhalten. «Slow Baking forciert eine ehrliche und echte handwerkliche Backkultur, die leider eher zur Seltenheit geworden ist», sagt Eigentümer Erich Kasses gegenüber «NÖN». Der Waldviertler Unternehmer in dritter Generation beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Thema. Heute werden alle 135 Brotsorten der Bäckerei von den 23 Mitarbeitern (darunter acht Lehrlinge) auf absolut natürlichem Weg hergestellt. Eine unabhängige Prüfstelle kontrolliert regelmäßig die Waldviertler Produkte. Kasses: «Der wesentliche Unterschied ist der Geschmack. Das schätzen Kunden in Wiener Delikatessen-Läden oder in den regionalen Supermärkten». Keinen Unterschied gebe es beim Preis. Das Potenzial für die langsame Art der Broterzeugung schätzt Kasses Österreich-weit auf 50 bis 100 Bäcker, die einzelne Produkte zertifizieren. «Vollanbieter wie wir, die alle Sorten mit Slow Baking herstellen, wird es kaum geben», sagt Kasses. Neben einem eigenen, besonderen Engagement spielt die Ausbildung der Mitarbeiter eine große Rolle. Mit einer konventionellen Bäckerlehre funktioniere Slow Baking nämlich nicht, sagt Kasses.

Schweiz: Traditionelle Gastronomie und Schnellkost legen zu

Zürich / CH. (22.04. / gs) Das Gastgewerbe hat 2007 überdurchschnittlich von der guten Gesamtsituation der eidgenössischen Volkswirtschaft profitiert. Herr und Frau Schweizer haben in 2007 für Essen und Trinken außerhalb der eigenen vier Wände 19 Milliarden Schweizer Franken (CHF) ausgegeben, 13 Prozent mehr als 2006. Die rückläufige Tendenz der Ausgaben in der herkömmlichen Gastronomie konnte 2007 gestoppt werden. Wie der Branchenverband GastroSuisse in Zürich bekannt gab, zeigt sich sogar eine leichte Trendumkehr. «2007 war für die Branche insgesamt ein wirtschaftlich gutes», lautet die Bilanz. Die Konsumentenstimmung war so positiv wie seit vielen Jahren nicht mehr. Das Gastgewerbe, das stark auf konjunkturelle Schwankungen reagiert, hat davon profitiert. Bemerkenswert ist, dass die traditionelle Gastronomie – entgegen bisheriger Entwicklung – ein Wachstum der Ausgaben ausweist: Zwar hat die Frequenz der Besuche abgenommen, doch bei einer Konsumation wurde im Vergleich zu 2006 mehr Geld ausgegeben. Ebenfalls zu den Gewinnern gehörte 2007 die Schnellkost, die ihre Bedeutung vor allem bei jüngeren Gästen und bei Frauen steigern konnte. Die Essensvorlieben beim Außerhauskonsum haben in 2007 interessante Verschiebungen erfahren, die nicht unbedingt das allgemein gestiegene Bewusstsein für gesunde Ernährung widerspiegeln. Im Getränke-Segment zeigt sich hingegen deutlich, dass der Konsum von Alkohol im Gastgewerbe rückläufig ist. Das Schweizer Gastgewerbe, Hotellerie und Restauration, ist – mit 228.000 Beschäftigten, 9.000 Auszubildenden und 28.000 gastgewerblichen Betrieben – ein sehr bedeutender Wirtschaftszweig. Die Restauration und die Beherbergung erwirtschaften einen Jahresumsatz in der Höhe von insgesamt 24 Milliarden CHF. GastroSuisse ist mit über 21’000 Mitglieder der größte nationale Arbeitgeberverband für Hotellerie und Restauration (Volltext).


TERMINE + EVENTS


Brottag: lieferte viele gute Argumente für gutes Brot

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Isernhagen. (24.04. / is) Was ist mit dem Brotumsatz im Bäckerhandwerk und lohnt es sich überhaupt noch, gutes Brot zu backen? Aus gutem Grund stand der 5. IsernHäger Brottag dieser Tage unter dem Motto «Bäckerbrote ade?». Das Spektrum war vielseitig und die 40 Teilnehmer aus allen Betriebsgrößen hatten Gelegenheit, viele gute Ideen mit nach hause zu nehmen. Fakten, Zahlen, Erfahrungen und Ausblicke boten: Ruth Kirchmann, Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle Bonn; Josef Bünger, Voss + Partner Steuerbüro; Dr. Peter Stolz, Böcker GmbH + Co. KG Minden; Martin Seiffert, IsernHäger GmbH + Co. KG. Nach der Theorie folgte die Verkostung der Gebäcke im VorteigCentrum. Zum Abschluss berichtete Bäckermeister Josef Hinkel (Düsseldorf) aus praktischer Erfahrung, wie viele Brote der Bäcker braucht. Ausführliches zum sehr gut besuchten und für Bäckerverhältnisse ungewöhnlich diskussionsfreudigen IsernHäger Brottag 2008 lesen Sie in der kommenden Woche.


MANAGEMENT + BETRIEB


Lekkerland: steigert Umsatz auf 11,2 Milliarden Euro

Frechen. (25.04. / lag) Der Convenience-Großhändler Lekkerland AG + Co. KG hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2007 um sechs Prozent auf 11,2 Milliarden Euro gesteigert. «Es ist uns gelungen, unsere Umsatzziele in allen Sortimentsbereichen zu erreichen. Damit haben wir unseren Wachstumskurs gehalten», erklärt Christian Berner, Vorstandsvorsitzender der Lekkerland Gruppe in Frechen bei Köln. «Im Geschäftsjahr 2007 haben wir zahlreiche Verträge verlängert und neue Verträge abgeschlossen. Lekkerland ist europaweit der verlässliche und kompetente Partner für alle Convenience-Absatzkanäle», sagt der CEO. Verändertes Raucherverhalten, sinkende Margen bei der Telekommunikation und politische Einflüsse waren starke Einflussfaktoren. Trotzdem sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lediglich um rund sieben Prozent auf 151 Millionen Euro. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) ist im Vergleich zum Vorjahr nur um 9,7 Prozent auf 102 Millionen Euro leicht zurückgegangen (Volltext).

EU: zieht IFRS für kleine und mittlere Unternehmen zurück

Berlin. (25.04. / zdh) Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben die Einführung internationaler Rechnungslegungsstandards (IFRS) für kleine und mittlere Unternehmen mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begrüßt diese Entscheidung (Volltext).

Schwarzarbeit: Verjährungsfrist von 30 Jahren

Dortmund. (23.04. / sgd) Arbeitgeber, die Schwarzarbeiter beschäftigen, müssen 30 Jahre lang für geschuldete Sozialversicherungsbeiträge einstehen. Dies entschied das Sozialgericht Dortmund im Fall einer Spedition aus Bochum, die von der Deutschen Rentenversicherung Westfalen auf Zahlung von 24.495 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen für die Jahre 1995 bis 1998 zuzüglich 15.820 Euro an Säumniszuschlägen in Anspruch genommen wurde. Im Rahmen eines steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahrens war aufgefallen, dass die Stundenaufzeichnungen auf den Aushilfslohnquittungen der pauschal besteuerten Aushilfskräfte nicht mit den verfahrenen Stunden auf den Tachoscheiben übereinstimmten. Die Spedition machte mit ihrer Klage gegen die Beitragsnachforderung der DRV Westfalen ohne Erfolg die Verjährung der Forderung geltend. Das Sozialgericht Dortmund wies die Klage ab. Die Beklagte könne Sozialversicherungsbeiträge aus der geschätzten Summe der Arbeitsentgelte verlangen, weil die Spedition ihre Aufzeichnungspflicht nicht ordnungsgemäß erfüllt habe und dadurch die Versicherungs- und Beitragspflicht (oder -freiheit wegen Geringfügigkeit) und die konkrete Beitragshöhe der einzelnen Fahrer nicht mehr festgestellt werden könne. Ungeachtet eines Geständnisses des Geschäftsführers der Spedition gegenüber der Steuerverwaltung lässt nach Auffassung des Sozialgerichts bereits der Umstand von Schwarzarbeit den Schluss zu, dass es auch Ziel des Arbeitgebers gewesen sei, sozialversicherungsrechtliche Pflichten zu umgehen. Vorsätzlich vorenthaltene Sozialversicherungsbeiträge verjährten erst nach 30 Jahren.
Info: Sozialgericht Dortmund, Januar 2008, Aktenzeichen S 34 R 50/06

Gehrke Econ Gruppe: Branchenvergleich 2007 ist verfügbar

Hannover. (22.04. / gg) «Positive Stimmung sorgt für Umsatzplus in 2007» – das ist das Fazit der Gehrke Econ Gruppe aus dem aktuellen Branchenvergleich Bäckerhandwerk 2007. Demnach scheint sich die Lage im deutschen Bäckerhandwerk weiter stabilisiert zu haben. Die Umsatzerlöse der Betriebe – von den hannoverschen Spezialisten betreut – stiegen im Geschäftsjahr 2007 um rund sechs Prozent. Auf vergleichbaren Verkaufsflächen konnten die betreuten Unternehmen den Umsatz um rund 3,5 Prozent steigern. Der stärkste Umsatzzuwachs war wiederum – mit plus zehn Prozent – im Snack- und Verzehrbereich zu verzeichnen. Dies geht aus dem aktuellen Betriebsvergleich 2007 der Gehrke-Gruppe hervor, die regelmäßig die Betriebsergebnisse von mehr als 100 Bäckereiunternehmen auswertet.
Info: Interessenten können die gesamte Auswertung unter dem Stichwort «Betriebsvergleich zum 31.12.2007» anfordern bei Dipl. Ökonom und Steuerberater Carsten Klingebiel von der Gehrke-Gruppe, Thurnithistraße 2 in 30519 Hannover; Telefon 0511/9848-3; Telefax 0511/9848-445; E-Mail Carsten.Klingebiel um Gehrke-Gruppe.de


TRENDS + KONZEPTE


Bio-Konsum: Schweizer weiterhin Europameister

Nürnberg. (22.04. / bf) Jeder Schweizer gibt jährlich 102 Euro für Bio-Lebensmittel im Jahr aus. Dicht gefolgt von Dänemark mit 80 Euro pro Kopf und Jahr. Österreich liegt mit 64 Euro noch vor Deutschland mit 56 Euro. Im Mittelfeld liegen die Briten (47 Euro), die Schweden (42 Euro), die Italiener (32 Euro), die Niederländer (28 Euro) und die Franzosen (27 Euro). Am unteren Ende befinden sich die Belgier (23 Euro), die Iren (16 Euro) und die Spanier (zwei Euro). Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2006 (2005 für Irland). Dieses und noch viel mehr über den Bio-Markt ist der vor kurzem erschienen Ausgabe des Ökomarktjahrbuchs 2008 der ZMP zu entnehmen (Quelle).
Info:

BLL: kritisiert «Nährwertkennzeichnungsregime»

Bonn. (21.04. / bll) Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) sprach sich während seiner Jahrestagung in Berlin gegen ein gesetzliches Nährwertkennzeichnungsregime und gegen «die Diskriminierung von Lebensmitteln durch Ampelfarben» aus, wie es in einer Mitteilung für die Medien heißt. Mehr als zwei Drittel der Lebensmittelverpackungen würden bereits heute eine Nährwertkennzeichnung tragen, mehr als 70 Prozent geben weiterführende Infos durch Hotlines oder Internetseiten. Dem BLL scheinen Forderungen nach mehr «reformulierten» Lebensmitteln sowie nach einer verbindlichen Nährwertkennzeichnung unbegründet.

Bonn. (21.04. / bll) Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) hat eine Broschüre zur GfK-Studie «Produktvielfalt und -information – Entwicklungen und Trends im Lebensmittelangebot» herausgegeben. Die Studie belegt, dass der Anteil bedarfsoptimierter Produkte von 2003 bis 2007 um 33 Prozent angestiegen ist. Quer durch nahezu alle Warengruppen werden Produkte mit gesenktem Energiegehalt angeboten wie nachgefragt. Klar steigend ist auch der Trend zu mehr Nährwertkennzeichnung. Zwei Drittel der verpackten Lebensmittel tragen bereits eine Nährwertkennzeichnung. Ein noch höherer Anteil – über 70 Prozent – gibt weitere Kontaktmöglichkeiten wie Hotline oder Internet-Adresse für vertiefende Produktinfos an. Das Informationsangebot für Verbraucher wird laufend verbessert. Aktivitäten und Initiativen von Unternehmen der Industrie und des Handels unterstützten dies. Das Engagement der Lebensmittelwirtschaft hinsichtlich Angebot und Nährwertkennzeichnung erfolgt auf freiwilliger Grundlage; das gilt es nach Auffassung des BLL beizubehalten. Die Broschüre steht im Format PDF zum Herunterladen bereit (24 Seiten | 2,64 MB).


MARKETING + VERKAUF


Saudi-Arabien: senkt Importzölle auf Nahrungsmittel und Baustoffe

Dubai / UAE. (25.04. / bfai) Saudi-Arabien hat Ende März beschlossen, die Importzölle auf Nahrungsmittel und Baustoffe zu senken. Mit dieser Maßnahme will die Regierung den Preisauftrieb im Land bremsen und Kaufkraftverluste der Bevölkerung abfedern. Zudem plant das Königreich mittelfristig den Ausstieg aus dem ökonomisch unsinnigen großflächigen Anbau von Weizen. Vor allem für internationale Lieferanten von Nahrungsmitteln bedeuten diese Schritte eine weitere Verbesserung der Absatzchancen, berichtet die Bundesagentur für Außenwirtschaft (Volltext).

Frischetheke: Arbeiten mit Handschuhen nicht unbedingt hygienischer

Bonn. (24.04. / aid) Trägt die Verkäuferin hinter der Wursttheke Handschuhe, ist das für viele Kunden bereits ein Zeichen ausreichender Hygiene. Doch der Schein trügt: Einmalhandschuhe fördern nicht automatisch die Hygiene, schreibt der aid Infodienst. Das schließen die Berufsgenossenschaften für Fleischerei und Einzelhandel und das berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt.
Info: /r_marketing/2008/1608-AID.HTM


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


Analytik: 3-MCPD-Ester in raffinierten Speisefetten

Stuttgart. (25.04. / lmelr) 3-MCPD war lange Zeit nur in Würzsoßen und Backwaren bekannt. Vor kurzem wurde jedoch festgestellt, dass diese Substanz, an Fettsäuren gebunden, in Form von 3-MCPD-Estern, in beträchtlichen Mengen bei der Raffination von Speisefetten und Speiseölen gebildet wird. Native Speiseöle sind dagegen frei von 3-MCPD-Estern. Da raffinierte Fette und Öle nicht nur als solche verzehrt werden, sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln als Zutat enthalten sind, sind auch die 3-MCPD-Ester weit verbreitet. Im Augenblick kann allerdings noch nicht endgültig abgeschätzt werden, ob sich dies nachteilig auf die Gesundheit der Verbraucher auswirken kann, da eine abschließende Risikobewertung der 3-MCPD-Ester bisher noch aussteht.
Info: /r_verbraucher/2008/1608-LMELR.HTM

ZMP: Nahrungsmittel 2007 europaweit teurer

Bonn. (19.04. / zmp) Die Preise für Nahrungsmittel sind in Deutschland 2007 deutlich gestiegen. Höhere Preise waren auch in den meisten anderen Ländern Europas zu verzeichnen. Die Teuerungsrate in Deutschland lag unter dem EU-Schnitt, berichtet die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) aus Bonn. Im vergangenen Jahr sind auf die Verbraucher in Deutschland deutliche Preissteigerungen zugekommen. 2,3 Prozent im Jahresdurchschnitt 2007 bedeuten die höchste Teuerungsrate seit 1994. Ungewohnt ist der hohe Beitrag zur gesamten Teuerung, der den Nahrungsmitteln zuzuschreiben ist. Während diese Güterkategorie in den Jahren zuvor eher inflationsdämpfend wirkte, verteuerten sich Nahrungsmittel im Jahr 2007 durchschnittlich um drei Prozent. Einen derartigen Preisschub gab es bei Nahrungsmitteln zuletzt im Jahr 2001, als unter anderem die Tierseuchen BSE und Maul- und Klauenseuche verstärkt auftraten. Damals stiegen die Nahrungsmittelpreise sogar um über fünf Prozent.
Info: /r_verbraucher/2008/1608-ZMP.HTM


ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN


Melonenkerne: gekocht, gebacken oder geröstet ein Genuss

Bonn. (24.04. / aid) Sie sind mal klein und dunkel, mal hell und groß wie ein Kürbiskern. Melonenkerne variieren je nach Sorte und sind den Deutschen vor allem als eines bekannt: ein lästiges Übel, das beim Genuss einer saftigen Melone vorher entfernt oder, noch lästiger, zwischendurch ausgespuckt werden muss. Schade drum! In vielen Ländern schätzt man sie als nahrhafte Beigabe oder auch als Snack.
Info: /r_rohstoffe/2008/1608-AID.HTM

ZMP: Starker Anstieg der Getreideimporte

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Bonn. (19.04. / zmp) Die Warenströme beim deutschen Außenhandel mit Getreide haben sich deutlich verschoben. In den ersten sieben Monaten des aktuellen Wirtschaftsjahres 2007/2008 nahmen die Einfuhren um 48 Prozent auf 4,49 Millionen Tonnen zu. Die Ausfuhren sanken um ein Drittel auf 4,15 Millionen Tonnen. Ursache ist das geringere Inlandsangebot aus der mäßigen Ernte 2007. Zur Deckung der Marktversorgung für die Ernährung und die Verarbeitung zu Tierfutter wurden 270.000 Tonnen mehr Mais und 580.000 Tonnen mehr Weichweizen aus dem Ausland bezogen, berichtet die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) aus Bonn.

ZMP: Deutliche Schwankungen der Getreidepreise

Bonn. (19.04. / zmp) Die Preiskurve für Getreide zeigt nach einer langen Phase der Steigung zuletzt wieder deutlich nach unten. Auf der Großhandelsstufe gaben die Preise für Brotweizen von Mitte März bis Mitte April um rund acht Prozent nach, für Brotroggen wurde in diesem Zeitraum sogar ein Rückgang um zehn Prozent verzeichnet. Aber auch auf der Erzeugerstufe sanken die Kurse deutlich, allein für Brotweizen zum Beispiel um rund 25 Euro je Tonne frei Lager des Erfassers. Ausgelöst wurde der Kursrückgang besonders durch die rückläufigen Notierungen an den internationalen Terminmärkten, berichtet die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) aus Bonn.
Info: /r_rohstoffe/2008/1608-ZMP.HTM


BOOKMARKS + BOOKS


«azubister»: für Azubis, Betriebe, Schulen und Eltern

Köln. (22.04. / wib) Unter deutschen Azubis herrscht Frust: 34 Prozent der Auszubildenden würden ihre Ausbildung nicht noch einmal machen. Das ergab eine Befragung von über 2.000 Auszubildenden des Online-Netzwerks «azubister». Auf die Frage «Würdest du deine Ausbildung noch einmal machen?» antwortete jeder dritte Auszubildende demnach mit einem klaren «Nein, auf keinen Fall». Ein ernüchterndes Ergebnis, das zeige, wie ahnungslos Jugendliche in ihre Ausbildung gehen, heißt es seitens des Online-Netzwerks von und für Schüler und Auszubildende. Gleichzeitig ist «azubister» ein Register mit vielen nützlichen Fachinfos um die Berufsausbildung herum und eine Plattform, auf der der hoffnungsvolle Nachwuchs brauchbare Insider-Tipps bekommen kann – damit nicht das passiert, was ein anderer azubister-Beitrag thematisiert: «Azubis scheitern an falschen Erwartungen».
Hinweis: Dieser Beitrag ist veraltet. Alle aktiven Hyperlinks wurden auf Bitte von webpard UG aus Köln im August 2012 deaktiviert.

Mieles «Klimagaren»: Wrasen für die kleine Küche

Gütersloh. (21.04. / wib) Kochen mit Wasserdampf liegt im Trend und geht es nach dem Haushaltsgeräte-Hersteller Miele, dann wird in Deutschlands Haushalten auch bald mit Dampf gebacken. Geräte wie etwa der Backofen H 5361 verfügen über eine Funktion namens «Klimagaren». Die ermöglicht es laut Herstellerangaben, Garvorgänge bei Lebensmitteln – wie etwa Brot oder Fleisch – mit Unterstützung durch Wasserdampf zu optimieren. Was sagt uns das? Nachdem sich das leidige Thema «Brotbackautomaten» von selbst erledigt hatte – die Ergebnisse sahen immer irgendwie kläglich aus – ist die neue Wrasen-Funktion für Haushaltsbacköfen geeignet, früher oder später für erneutes Kopfzerbrechen bei Profis zu sorgen …

Global Industry: about growth and profitability

Hamburg. (bm) «Over the last few years, we have successfully adjusted and developed our operations to meet the challenges of the extensively changing environment. This has enabled us to boost turnover and profit significantly. Both operating profit and the growth in turnover exceeded our target», says Karsten Slotte, President of Fazer Group, about the growth and improved profitability in 2007. Other topics of the week:

Title Region Date
Pioneer Foods: listing on the JSE Limited (ZA) Thu 04-24
Finsbury Food: names new chairman (UK) Thu 04-24
Abu Dhabi: government launches five-year plan for food safety (UAE) Wed 04-23
Fazer Group: growth and improved profitability in 2007 (EE) Wed 04-23
Pepperidge Farm: expands international distribution (US) Tue 04-22
Premier Foods: selling off Marks + Spencer suppliers (UK) Tue 04-22
Ghana: «It’s time to grow what we eat» (GH) Mon 04-21
Scientific Alliance: Food – the next crisis? (UK) Mon 04-21
Pioneer: invests in online grain marketing service (US) Sat 04-19
Hiestand Group: continued strong growth in Q1/2008 (CH) Sat 04-19
IBC: loses 68 million USD, reaches agreement with lenders (US) Fri 04-18
America: the Top 10 Functional Food Trends in the U.S. (US) Fri 04-18

REZEPTE + IDEEN


Aromasoft-Weißbrot: mit einem Schuss Hartweizengrieß

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Isernhagen. (25.04. / eb / is) «Strategische Sortimentspolitik» – was ist das und wie geht man sie an? Regionale Besonderheiten und Charakteristiken erreichbarer Kundekreise spielen sicher eine große Rolle bei der Suche nach plausiblen Antworten. Andererseits bestimmt die unternehmerische Kreativität, wie viel Aufmerksamkeit sich eine Bäckerei mit ihren Produkten erarbeiten und von Mitbewerbern absetzen kann. Eine Systematik, vorhandene Kreativität in produktive und erfolgreiche Bahnen zu lenken, lässt sich vielleicht aus nachfolgenden Stichpunkten ableiten (aufgeschnappt während des IsernHäger Brottags):
Entwicklung neuer Geschmacksprofile: Gleichbleibende Geschmacksqualität am Kunden orientieren.
Aktive Sortiments- und Standortpolitik: Kleines, exklusives und sich vom Mitbewerber abhebendes Sortiment aufbauen und durchhalten.
Entwicklung von Leitprodukten: Entwicklung und Vermarktung von zwei bis vier Artikeln mit besonders hoher Wertigkeit im Geschmack und Unvergleichlichkeit.
Als praktische Beispiele, wie unvergleichlich – jedenfalls unverwechselbar – Brot schmecken kann, stellten die Vorteig-Spezialisten in Isernhagen ihr «Aromasoft-Weißbrot», «Orlas» und «Firmas» vor. Allen dreien ist gemeinsam, dass sie mit einer runden malzigen Geschmacksnote daherkommen, verliehen durch das IsernHäger AromaStück®. Vergleichsweise harmlos mild, dafür zusätzlich mit Hartweizengrieß veredelt ist das Aromasoft-Weißbrot, das wir Ihnen in dieser Woche vorstellen.
Info: https://www.webbaecker.de/r_rezepte2008/1608-isern-aromasoft.PDF

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