Dienstag, 18. Juni 2024

Statistiken zur Teuerungsrate hierzulande und im Euroraum

Wiesbaden (DE) | Luxemburg (LU). (destatis / eurostat) Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Oktober 2023 bei +3,8 Prozent. Im September 2023 hatte die Inflationsrate bei +4,5 Prozent gelegen. Die Rate hat sich damit weiter abgeschwächt und erreichte den niedrigsten Stand seit August 2021 (ebenfalls +3,8 Prozent). «Die Inflationsrate bleibt im mittel- und im längerfristigen Vergleich dennoch hoch. Besonders die über den längeren Kriegs- und Krisenzeitraum gestiegenen Preise für Nahrungsmittel und für Energie sind für die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin spürbar», sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamts, und ergänzt: «Aktuell lässt der Preisauftrieb auf der Verbraucherebene etwas nach. Die Jahresteuerung bei Nahrungsmitteln hat sich weiter abgeschwächt und die meisten Energieprodukte wurden binnen Jahresfrist sogar günstiger.» Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, blieben die Verbraucherpreise im Oktober 2023 gegenüber dem Vormonat September 2023 unverändert.

Nahrungsmittel treiben mit +6,1 Prozent die Preise

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Oktober 2023 um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Preisauftrieb für Nahrungsmittel verlangsamte sich damit erneut (September 2023: +7,5 Prozent; August 2023: +9,0 Prozent). Schwächer als im Oktober 2023 waren die Nahrungsmittelpreise im Vorjahresvergleich zuletzt im Februar 2022 gestiegen (+5,4 Prozent gegenüber Februar 2021). Für viele Nahrungsmittelgruppen lag die Preiserhöhung im Oktober 2023 weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung. Vor allem für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+13,4 Prozent) sowie für Brot und Getreideerzeugnisse (+10,9 Prozent) mussten die Verbrauchenden spürbar mehr bezahlen. Deutlich teurer wurden auch Obst (+9,6 Prozent) sowie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+8,6 Prozent). Dagegen waren Speisefette und Speiseöle um 13,3 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor: Hier stand jedoch den merklichen Preisrückgängen bei Butter (-27,5 Prozent) und Sonnenblumenöl, Rapsöl und Ähnlichem (-16,7 Prozent) ein starker Preisanstieg bei Olivenöl (+38,0 Prozent) gegenüber.

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Jährliche Inflation im Euroraum auf 2,9 Prozent gesunken

Die Bewertung aus Luxemburg hebt sich davon deutlich ab. Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union, schätzt die jährliche Inflation im Euroraum im Oktober 2023 auf 2,9 Prozent, gegenüber 4,3 Prozent im September. Dies geht aus der Schnellschätzung vom 31. Oktober 2023 hervor. Im Hinblick auf die Hauptkomponenten der Inflation im Euroraum erwartet Eurostat, dass «Lebensmittel, Alkohol und Tabak» im Oktober die höchste jährliche Rate aufweisen (7,5 Prozent, gegenüber 8,8 Prozent im September), gefolgt von «Dienstleistungen» (4,6 Prozent, gegenüber 4,7 Prozent im September), «Industriegütern ohne Energie» mit 3,5 Prozent, gegenüber 4,1 Prozent im September sowie «Energie» mit -11,1 Prozent, gegenüber -4,6 Prozent im September (Grafik: Destatis).

20231031-EUROSTAT-INDIKATOREN.