Freitag, 5. März 2021

WB-23-2011

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 23. KW 2011 (04.06. bis 10.06.)
Download: https://www.webbaecker.de/11archivphp/wb2311.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. Bäko Zentrale Süd: steigert Umsatz in schwierigem Umfeld
02. Ostalbkreis: Mack übernimmt Reiner
03. Kostenlos anfordern: «Betriebsvergleich zum 31. Dezember 2010»
04. Im Wettbewerb mit dem Discount: Was noch zu tun wäre …
05. Mühlen: Trockenheit verteuert Brotgetreide
06. Kuchenmeister: baut Kapazitäten aus

MANAGEMENT + BETRIEB:
07. OVG: Behörden dürfen Hygienemängel on Line stellen
08. Einfach, effizient, sicher: die elektronische Rechnung

MARKETING + VERKAUF:
09. «Meisterland»: von der Bäko- zur Bäcker-Eigenmarke
10. GeoMarketing: 5.329 Euro Einzelhandelskaufkraft pro Kopf
11. BVE+PwC: Exportbarometer der deutschen Ernährungsindustrie

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
12. EHEC: Logik der billigen Lebensmittel?
13. Verbraucherinformation: «EHEC-Hysterie» zeigt Risiken auf
14. Wirtschaftsministerkonferenz: lehnt Hygiene-Ampel ab
15. «MyPlate»: vereinfacht Botschaft für gesundes Essen
16. Handwerk: Hygiene-Ampel ist Irreführung der Verbraucher

PERSONEN + EHRUNGEN:
17. Heinrich Traublinger: erhält Goldene Ehrennadel des DGRV
18. BdS: Premiere für Deutschen Systemgastronomiepreis

BOOKMARKS + BOOKS:
19. Zum Download: «cool facts 2010»
20. Global Industry: Aryzta AG Reports Solid Growth

REZEPTE + IDEEN:
21. GMF: Gemüsespieß in der Zwiebelstange


MARKT + UNTERNEHMEN


Bäko Zentrale Süd: steigert Umsatz in schwierigem Umfeld

Ladenburg. (10.06. / bae) Erfolge beflügeln und so führte Wolfgang Schäfer (Rodgau) als Vorsitzender des Aufsichtsrats dieser Tage durch eine selbstbewusste Generalversammlung 2011 der Bäko Zentrale Süddeutschland in Wiesbaden. Gegenüber 2009 konnte die Landeszentrale um 3,9 Prozent zulegen und kam 2010 in einem weiter rückläufigen Markt auf einen Umsatz von 638,6 Millionen Euro. Für Holger Knieling ein «beachtliches Dokument gemeinsamen Handelns», wie der geschäftsführende Vorstand in seinem Bericht betonte. Den Eigenumsatz steigerte die Bäko Zentrale Süd um 5,7 Prozent. Teils basiert diese Steigerung auf Preiserhöhungen, teils verweist die Landeszentrale auf entsprechende Absatzsteigerungen. Besonders die Segmente Rohstoffe (11,4 Prozent), Frischwaren (14,7 Prozent), Papier und Verpackung (10,4 Prozent) sowie Maschinen und Geräte (6,6 Prozent) entwickelten sich gut. Insgesamt überproportional am Wachstum beteiligt waren die Bäko-Eigenmarken. 2010 sorgten sie mit einem Plus von 15,5 Prozent und einer «satten Mengensteigerung» für 76,5 Millionen Euro Umsatz. Das Biosortiment laufe weiter auf erreichtem Niveau. Die hohen Marktanteile sollten verteidigt werden; das backende Handwerk habe hierfür gute Grundlagen, sagte Knieling. Erwähnenswert auch die Neuausrichtung des Meister Kaffees, die nach seinen Angaben «sehr positiv» im Markt reflektiert wurde. Das Rohergebnis 2010 beträgt 14,8 Millionen Euro. Die Ausschüttungen an die Mitglieder erreichen ein Gesamtvolumen von 8,8 Millionen Euro – darunter eine Dividende von gut 279 Tausend Euro. Die Eigenkapitalquote der Bäko Zentrale Süd liegt bei 36 Prozent. Die nächste Generalversammlung findet am 11. und 12. Juni 2012 in Heidelberg statt.
Details: Kennzahlen 2008/2009/2010 – Mitglieder Umsatzstatistik 2010 der Bäko Zentrale Süd – Gesamtumsätze der Bäko Gruppe 2010 (Format PDF, drei Tabellen, 216 KB).

Ostalbkreis: Mack übernimmt Reiner

Westhausen. (10.06. / div) Die Handwerksbäckerei Mack GmbH + Co. KG aus dem Ostalbkreis übernimmt die insolvente Bäckerei Reiner aus Böbingen an der Rems. Robert und Isolde Reiner hatten im März vor dem Amtsgericht Aalen Insolvenz anmelden müssen. Insolvenzverwalter ist RA Henning Necker aus Aalen. Mit der Übernahme der Bäckerei Reiner durch die Handwerksbäckerei Mack behalten alle 60 Mitarbeitenden aus Böbingen ihren Arbeitsplatz. Allerdings übernehme Hans-Günther Mack nur drei der ursprünglich sechs Reiner Filialen, berichtet die Lokalpresse. Das Abtsgmünder Cafe im Turm und die Geschäfte in Dewangen und Böbingen würden nach diversen Umbauten fast nahtlos unter neuem Namen weiterlaufen. Hingegen sucht der Insolvenzverwalter noch Nachmieter für die drei Reiner-Filialen bei Norma in Aalen und Schwäbisch Gmünd sowie einer weiteren Verkaufsstätte in Aalen. Über den guten Ausgang für die Beschäftigten zeigt sich RA Necker erleichtert.

Kostenlos anfordern: «Betriebsvergleich zum 31. Dezember 2010»

Isernhagen. (10.06. / ge) Der Umsatz im Backwarenmarkt in der Bundesrepublik Deutschland ist in 2010 um etwa 0,5 Prozent gestiegen. Die Anzahl der Bäckereibetriebe hingegen ist weiter rückläufig, da nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks weitere 399 Betriebe aus dem Marktumfeld ausgeschieden sind. Vielfach haben die Betriebsinhaber aufgrund fehlender Zukunftsperspektiven oder unzureichender Gewinnsituationen ihre Bäckereien aufgegeben. Und der Trend setzt sich fort: Während große Bäckereibetriebe weiterhin erfolgreich expandieren, kämpfen besonders viele kleinere Betriebe um ihre Marktposition. Dies geht aus dem aktuellen «Betriebsvergleich zum 31. Dezember 2010» der Gehrke Econ Gruppe hervor, die regelmäßig die Betriebsergebnisse von mehr als 100 Bäckereiunternehmen auswertet.
Info: Interessenten können die Kurzversion des «Betriebsvergleichs zum 31. Dezember 2010» kostenfrei anfordern bei Insa Teichmann von Gehrke Econ; Imkerstraße 5 in 30916 Isernhagen; Telefon +49.(0)511.70050-180, Telefax +49.(0)511.70050-7180.

Im Wettbewerb mit dem Discount: Was noch zu tun wäre …

Hamburg. (10.06. / eb) Nein, an dieser Stelle lesen Sie nicht die 150. Meldung «Aldi Nord testet Backautomaten». Wobei Aldi Nord dem Ärger, den sich Aldi Süd mit seinen «Backöfen oder nicht» zugezogen hat, tunlichst aus dem Weg zu gehen versucht. Es prange kein Backofen-Schriftzug auf den Automaten. Selbige sähen nur aus wie Öfen, hören wir aus Gelsenkirchen. Etwa 1.000 von insgesamt 1.790 Filialen hat Aldi Süd heute mit seinen Automaten bestückt; der Rest wird wohl bald folgen. Mit Blick auf Penny, Lidl, Norma und natürlich Aldi Süd installiert Aldi Nord derzeit wohl nur das, was bei der überwiegenden Zahl der Discounter nun zum Standard gehört. Wie viele Verkaufsstellen hat Aldi Nord – 2.500? Nach wie vor hält der WebBaecker nichts von dem Verfahren, das der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) vor dem Landgericht Duisburg gegen Aldi Süd angestrengt hat. Das kann der ZV dreimal gewinnen und ändert damit dennoch nichts. Etwas ändern kann und muss jeder einzelne Backbetrieb vor Ort, in dem er die Herausforderung professionell annimmt – oder im «Weiter so» verharrt. Manchmal möchte man auch meinen, dass Handwerksbäcker dem neuen Mitbewerber das Feld freiwillig überlassen – sieht man sich die Backwaren genauer an. Heinz Pinzer aus Bellenberg vergleicht regelmäßig die Ware von Aldi Süd mit der Ware umliegender Bäckereien. In Süddeutschland spielt die Brezel eine große Rolle, deshalb beschränken wir uns mal auf die Darstellung der Aldi Süd Brezel (im Bild unten) gegenüber handwerklich hergestellten Brezeln aus drei umliegenden Bäckereien (im Bild oben). Wie Sie sehen können, ist das Problem nicht nur der Discount …

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Mühlen: Trockenheit verteuert Brotgetreide

Bonn. (06.06. / vdm) Das ungünstige Wetter lässt eine geringe Getreideernte 2011 befürchten. Diese Einschätzung teilt der Verband Deutscher Mühlen (VDM) mit der Landwirtschaft und dem Getreidehandel. Die extreme Trockenheit der letzten Wochen führt bei Weizen und Roggen zu deutlich weniger und kleineren Ähren und erheblichen Ertragsausfällen. Aufgrund der Schmälerung der Rohstoffbasis für die Mühlen geht der VDM davon aus, dass Brotgetreide nach der diesjährigen Ernte teuer sein wird. Diese hohen Kosten seien derzeit nicht in den Kalkulationen der Mühlenbetriebe enthalten.

Kuchenmeister: baut Kapazitäten aus

Soest. (06.06. / div) Die Kuchenmeister GmbH gehört zu einem der modernsten Unternehmen der Branche in Europa – mit Produkten, die die Westfalen heute in über 80 Länder der Welt exportieren. Seine Erzeugnisse stellt Kuchenmeister am Stammsitz Soest sowie in den Niederlassungen Duingen und Mettingen her. Ungefähr 85.000 Tonnen Feingebäck und Konditoreiwaren verließen die Produktion zum Beispiel in 2009, als die Kuchenbäcker ihr 125-jähriges Bestehen feierten. Bereits zum damaligen Zeitpunkt gab es Hinweise, dass sich Kuchenmeister für das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik Soest (mindestens) interessiert und Großes plant auf dem 17 Hektar messenden Grundstück. Anfang Dezember 2010 genehmigte der Rat der Stadt dann einen Bebauungsplan, der ein Hochregallager und eine Produktionsstraße für Hefegebäcke vorsieht. Das Hochregallager soll rund 15.000 Palettenstellplätze zählen und etwa 30 Meter hoch sein. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auf dem Gelände zudem ein neues Verwaltungsgebäude für Kuchenmeister entstehen. Wie es jetzt aus Soest heißt, hat der Rat der Stadt den ersten Bauabschnitt genehmigt. Dazu gehört das Hochregallager, das etwa ein Drittel der laut Bebauungsplan möglichen bebaubaren Grundfläche hat. Zudem erteilte der Rat der Stadt die Genehmigung für das Logistikzentrum sowie einen dritten Baukörper. Die Bauphase des Hochregallagers werde etwa zwölf Monate in Anspruch nehmen; im Frühsommer 2012 soll es in Betrieb gehen.


MANAGEMENT + BETRIEB


OVG: Behörden dürfen Hygienemängel on Line stellen

Saarbrücken. (09.06. / ovg) «Einer Veröffentlichung kürzlich festgestellter erheblicher Verstöße gegen das LFGB im Internet durch die zuständige Behörde steht nicht entgegen, dass die festgestellten Mängel zwischenzeitlich beseitigt wurden». So lautet ein Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Saarlouis vom 03. Februar (3 A 270/10). Dem Beschluss des OVG Saarlouis ging ein Urteil des Verwaltungsgerichts (VG) Saarlouis vom 24. August 2010 voraus (3 K 228/10). Das handelt von der Veröffentlichung eines Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz (LFGB) im Internet nach dem Verbraucherinformationsgesetz (VIG). Der Kläger, der im Saarland eine Bäckerei betreibt, wandte sich gegen diese Veröffentlichung durch die Kontrollbehörde. Im August 2009 hatte die den Betrieb des Klägers inspiziert und gravierende (!) Mängel festgestellt. Der Bäcker wurde zu einer Geldbuße von über 800 Euro verdonnert. Mit angefochtenem Bescheid von Dezember 2009 teilte die Behörde dem Bäcker nach Anhörung ihre «Entscheidung über die Internetveröffentlichung von Verstößen gegen das LFGB nach dem VIG» bezüglich der festgestellten Hygieneverstöße mit. Dagegen wehrte sich der Bäcker vor dem VG Saarlouis erfolglos und zog dann vor das OVG Saarlouis. Der Bäcker argumentierte unter anderem mit einer Unverhältnismäßigkeit der Mittel und erheblichen Umsatzeinbußen durch die Veröffentlichung im Internet. Lange Rede, kurzer Sinn: Das OVG Saarlouis sieht die Angelegenheit ebenso wie das VG und die beklagte Behörde. Im Interesse der Verbraucher dürfen Behörden im Internet über Hygienemängel in Betrieben informieren. Dass der Betrieb daraufhin mit erheblichen Umsatzeinbußen zu rechnen hat, habe sich der Bäcker selbst zuzuschreiben. Das OVG lehnte es ab, die Berufung gegen das Verwaltungsgericht-Urteil zuzulassen. Die Kosten des Verfahrens (5.000 Euro) trägt der Kläger.
Info: Behördendeutsch ist schwere Kost, dennoch empfehlen wir die Lektüre der Vorgänge 3 K 228/10 (VG) und 3 A 270/10 (OVG) – nicht nur, um Details über den Fall zu erfahren sondern auch, um sich mit den Argumenten vertraut zu machen.

Einfach, effizient, sicher: die elektronische Rechnung

Regensburg. (07.06. / ibi) Schätzungsweise 28,5 Milliarden Papierrechnungen werden derzeit noch pro Jahr in Europa versandt. Die Kosten dafür sind erheblich, denn neben den Ausgaben für Porto und Papier auf der Seite des Rechnungsstellers entstehen bei der papierhaften Rechnungsabwicklung unnötige Medienbrüche. Die Folge sind zeit- und kostenaufwändige sowie fehleranfällige manuelle Prozesse. Angesichts eines zunehmenden Kostendrucks entscheiden sich immer mehr Unternehmen für eine Umstellung auf die elektronische Rechnungsabwicklung. Im Projekt «Elektronische Rechnungsabwicklung» werden deshalb umfassende und neutrale Materialien zur Information entwickelt, die besonders kleinen und mittleren Unternehmen helfen sollen. Das Projekt wird von ibi research an der Universität Regensburg im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) geförderten Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr (NEG) durchgeführt.


MARKETING + VERKAUF


«Meisterland»: von der Bäko- zur Bäcker-Eigenmarke

Ladenburg. (10.06. / bae) Unter dem Motto «Konzepte für die Märkte von morgen» entwickelt die Bäko Zentrale Süddeutschland Ansätze für die sich ändernden Bedarfe der Backbetriebe. Ein solcher Ansatz ist die Handelsmarke «Meisterland», die anlässlich der kommenden Südback in Stuttgart vorgestellt wird. «Wollen wir weiterhin die zukunftsorientierten Backbetriebe als Kunden des Handelswaren-Segments behalten, ist der Schritt von der Bäko-Eigenmarke hin zur Bäcker-Eigenmarke ein notwendiger Schritt», sagte der geschäftsführende Vorstand Holger Knieling in seinem Ausblick 2011/2012 während der Generalversammlung 2011 der Bäko Zentrale Süd in Wiesbaden. Meisterland soll im Bereich Handelswaren die Marke Bäko auf Frühstücksprodukten, Getränken und anderen Erzeugnissen ersetzen. Sehr intensive Vorarbeiten seien geleistet. Dennoch sei die völlig neue Positionierung der seit 20 Jahren eingeführten Produkte sicher ein mutiger Schritt. Dass die Bäko Zentrale Süd durchaus was von «Branding» und Eigenmarken versteht, zeigt sich nicht zuletzt im Geschäftsbericht 2010 der Genossen: Die Umsätze in diesem Segment stiegen um 15,5 Prozent auf 76,5 Millionen Euro – wobei der Mengenindex der Eigenmarken um 5,1 Prozent stieg. Langfristig im Siebenjahresvergleich stieg der Umsatz der Bäko-Eigenmarken um insgesamt 60 Prozent. Der Mengenindex weist dabei eine Steigerung von 31,3 Prozent aus.

GeoMarketing: 5.329 Euro Einzelhandelskaufkraft pro Kopf

Image Bruchsal. (10.06. / gfk) Die Unterschiede in der von der GfK GeoMarketing GmbH aktuell für 2011 prognostizierten regionalen Einzelhandelskaufkraft in Deutschland sind groß: Sie reichen von knapp 6.900 Euro im Hochtaunuskreis bis rund 4.240 Euro im Kreis Uecker-Randow, die den Menschen der jeweiligen Region im Schnitt pro Kopf für Einzelhandelsausgaben zur Verfügung stehen. Mit 5.329 Euro pro Kopf an Kaufkraftpotenzial für den Einzelhandel geben die Deutschen rund 27 Prozent ihrer gesamten Kaufkraft im Einzelhandel aus. Dieser Anteil ist kleiner als der der meisten europäischen Nachbarn, verschafft dem deutschen Einzelhandel laut GfK-Prognose für 2011 in der Summe aber einen nominalen Umsatz von gut 400 Milliarden Euro. GfK-Marktdatenexpertin Simone Baecker-Neuchl: «Die GfK Einzelhandelskaufkraft zeigt, welche Regionen den Motor für den lokalen Einzelhandel bilden. Denn für die gezielte Ausrichtung von Marketingaktionen – aber auch bei der Planung von Einzelhandelsstandorten – ist es wichtig, dem Verbraucher nah zu sein und abschätzen zu können, welchen finanziellen Spielraum er grundsätzlich hat. Im rasant wachsenden Onlinehandel ist das Potenzial am Wohnort der Konsumenten noch entscheidender als im klassischen Standorthandel» (Volltext).

BVE+PwC: Exportbarometer der deutschen Ernährungsindustrie

Frankfurt / Main. (07.06. / pwc) Gute Geschäfte vor allem außerhalb Europas erwarten die Exportleiter der deutschen Ernährungsindustrie. Sie beurteilen die aktuelle Geschäftslage ihrer Unternehmen zwar ein wenig schlechter als bei der vergangenen Befragung im Dezember 2010. Doch ihre Erwartungen hinsichtlich künftiger Exporte haben sich sogar noch weiter verbessert. 401 Firmenlenker und Exportleiter beantworteten die Fragen der Experten für das jüngste «PwC Exportbarometer», das die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zum dritten Mal im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) erhoben hat. Das Exportklima, das sich aus der Beurteilung von Geschäftslage und Geschäftserwartungen errechnet, verbesserte sich seit Dezember 2010 von 41 auf rund 45 Punkte und nähert sich langsam wieder dem Spitzenwert aus Mai 2007 an – 54 Punkte …
Info: Deutsche Ernährungsindustrie will außerhalb der EU wachsen – hohe Energiekosten werden zum Exportrisiko. Die PwC-Mitteilung enthält einen Link zum kostenfreien Download des jüngsten Exportbarometers (PwC im Auftrag der BVE; 05/2011; 23 Seiten; 1.670 KB).


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


EHEC: Logik der billigen Lebensmittel?

Hamburg. (10.06. / eb) Langsam macht sich Frust breit angesichts des Dauerthemas EHEC/HUS. Einerseits wundert das nicht, denn in 80 Prozent der weltweiten Fälle, in denen Escherichia coli sein Unwesen treibt, bleibt die Quelle unerkannt. Natürlich nutzte die Opposition auf Landes- und Bundesebene die Gelegenheit, den Verantwortlichen «katastrophales Krisenmanagement» vorzuwerfen. Gleichzeitig bescheinigt der zuständige EU-Kommissar den hiesigen Behörden ein vorbildliches Krisenmanagement. Mehr noch: In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern aus Bund und Ländern zeigte sich John Dalli beeindruckt von den deutschen Maßnahmen auf allen Ebenen, den «Shiga Toxin produzierenden E. coli (STEC)» einzudämmen – mit etwas Glück die Quelle zu finden. Es ist eher unwahrscheinlich, dass dies gelingt. Dieser Umstand rückt hoffentlich das Thema Lebensmittelhygiene stärker in das Bewusstsein der Menschen. Was kann, was muss selbstverständlich sein im Umgang mit Lebensmitteln? Und dann gibt es noch jene, die stellen angesichts der grassierenden Epidemie gleich das gesamte System der Lebensmittelversorgung auf den Prüfstand. Natürlich fragt man sich, ob es nicht eine Nummer kleiner geht – ob es unbedingt die ganz große Keule sein muss. Andererseits: Bei den meisten von uns hat die Uniformität in den Lebensmittelregalen der Supermärkte längst eine Sehnsucht nach mehr Regionalität ausgelöst. Gutes Geld für gute Lebensmittel. Nicht mehr und nicht weniger. In diesem Sinn empfehlen wir Ihnen den lesenswerten Beitrag «EHEC wurde förmlich gezüchtet – Die Logik der billigen Lebensmittel» vom Nachrichtensender N-TV aus Köln.

Verbraucherinformation: «EHEC-Hysterie» zeigt Risiken auf

München. (10.06. / liv) Verbraucherinformation im sensiblen Feld der Lebensmittelhygiene muss verlässlich, faktenorientiert und rechtskonform sein sowie Rücksicht auf die betroffenen Lebensmittel-Betriebe nehmen. Diese Maximen stellte der Landesinnungsmeister des bayerischen Bäckerhandwerks (LIV) Heinrich Traublinger vor dem Hintergrund der Berichterstattung über die Ursachen der um sich greifenden EHEC-Infektionen und mit Blick auf die geplante Farbbalken-Kennzeichnung auf. «Die derzeitige EHEC-Hysterie mit der sehr fragwürdigen Informationspolitik öffentlicher Stellen, die Schadensersatzforderung in Millionenhöhe nach sich ziehen kann, zeigt wieder einmal die bereits bei vorherigen vermeintlichen ‘Lebensmittelskandalen’ zu beobachtenden fatalen Folgewirkungen eines undurchdachten Handelns», mahnt Traublinger in einem Schreiben an Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner, MdB (Volltext).

Wirtschaftsministerkonferenz: lehnt Hygiene-Ampel ab

Berlin. (10.06. / bmwi) Die Wirtschaftsministerkonferenz lehnt mit deutlicher Mehrheit die Einführung einer so genannten «Hygiene-Ampel» ab. Dafür hatten sich die Verbraucherschutzminister der Bundesländer ausgesprochen. Sie wollen mittels einer Ampelkennzeichnung über die Ergebnisse der letzten Hygiene-Kontrollen im Eingangsbereich der Restaurants informieren. Die Farbe Grün würde für keine oder geringfügige Mängel, Gelb und Rot für mittelschwere und schwere Mängel stehen. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister und Beauftragte der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus, Ernst Burgbacher, begrüßte die Entscheidung der Wirtschaftsministerkonferenz: «In Deutschland herrschen hohe Standards bei der Lebensmittelverarbeitung. Die Einführung einer ‘Hygiene-Ampel’ für Restaurants ist nicht erforderlich. Sie würde zur Verbesserung des Verbraucherschutzes nichts beitragen. Für die betroffene Wirtschaft hätte sie jedoch gravierende Kosten, Wettbewerbsverzerrungen und Bürokratielasten zur Folge. Gastwirte dürfen nicht an den Pranger gestellt werden. Es darf keine Symbolpolitik zu ihren Lasten geben».

«MyPlate»: vereinfacht Botschaft für gesundes Essen

Image Washington / DC. (08.06. / usda) Michelle Obama, First Lady der Vereinigten Staaten, hatte bereits kurz nach der Wahl ihres Mannes zum US-Präsidenten das Thema «Ernährung» zur Chefsache gemacht. Für viele Amerikaner ist das noch immer ein Buch mit sieben Siegeln und es scheint, als ob jahrelange Bemühungen der Ernährungsaufklärung spurlos an den Menschen vorbeigegangen sind. Zusammen mit dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium hat Obama beschlossen, die Botschaft für eine ausgewogene Zusammensetzung der Mahlzeiten noch weiter zu vereinfachen. Bisher arbeiteten Ernährungsexperten und Diätberater ausschließlich mit der Ernährungspyramide, die unter der Bezeichnung «MyPyramid» als Basis für die Empfehlungen zur gesunden Ernährung herausgegeben wurde. Zwar bleibt die Pyramide zur Gestaltung von Beratungen und Unterrichtseinheiten bestehen, doch nun wird sie – für die Allgemeinheit bestimmt – ergänzt durch die Tellerdarstellung «MyPlate». Anfang Juni wurde diese Darstellung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Teller beinhaltet vier farbig getrennte Felder als vereinfachte Darstellung der verschiedenen Lebensmittelgruppen Früchte, Getreide, Proteine und Gemüse. Als Zusatzportion – ein angedeutetes Trinkgefäß – ergänzen Milchprodukte die Tellerdarstellung. Obama: «Als Mutter kann ich Ihnen versichern, wie stark dies allen Eltern in unserem Land helfen wird. Wir sind keine Ernährungsexperten, aber wir haben Zeit, auf die Teller unserer Kinder zu sehen» (Quelle: aid / kommentierte Übersetzung).

Info: Die originale Mitteilung aus dem US-amerikanischen USDA finden Interessenten im bakenet:eu unter der Überschrift «ChooseMyPlate – USDA Unveils New Food Icon». Bislang findet «MyPlate» auf allen Ebenen Unterstützung, so auch bei der US-amerikanischen Getreidekette («Grain Chain»). Deren Mitteilung «U.S. grain chain supports new food icon» gibt es ebenfalls im bakenet:eu.

Handwerk: Hygiene-Ampel ist Irreführung der Verbraucher

Berlin. (08.06. / zdh) Zur angekündigten «Hygiene-Ampel» erklären ZV-Präsident Peter Becker, für die Verbände des Lebensmittelhandwerks, und ZDH-Präsident Otto Kentzler: «Eine ‘Hygiene-Ampel’ ist der falsche Weg zur Aufklärung der Verbraucher. Ein solches Kennzeichnungssystem zeigt nicht die aktuelle Bewertung an, sondern eine in der Vergangenheit vorgenommene Bewertung, die bis zu drei Jahre zurückliegen kann. Damit hat die Kennzeichnung keine Bedeutung für den Verbraucher – er kann weder einer grünen noch einer roten Kennzeichnung vertrauen. Ein roter oder gelber, also warnender Kontrollaushang ist für die betroffenen Unternehmen im Zweifelsfall existenzgefährdend. Dies gilt besonders für den Fall, dass sie zusätzlich im Internet an den Pranger gestellt werden. Das ist faktisch nicht mehr rückholbar – auch wenn das Kontrollergebnis nach schneller Mängelbeseitigung später korrigiert wird. Bei ernsten Hygienemängeln ist der betreffende Betrieb nach geltendem Recht stillzulegen. Es ist nicht verbraucherfreundlich, ihn künftig zwar mit einem Rot in der Hygiene-Ampel zu versehen, ihn gleichwohl weiter arbeiten zu lassen. Das Lebensmittelhandwerk muss Kontrollen nicht fürchten. Garanten für Qualität und Hygiene der Produkte sind die anspruchsvolle Gesellen- und Meisterausbildung wie auch die kontinuierliche Schulung und Weiterbildung aller Beschäftigten zu lebensmittelhygienischen Vorschriften und Erfordernissen. Das gilt für alle Unternehmen der Lebensmittelhandwerke – Bäcker, Fleischer, Konditoren, Müller, Private Brauereien und Speiseeishersteller».


PERSONEN + EHRUNGEN


Heinrich Traublinger: erhält Goldene Ehrennadel des DGRV

Ladenburg. (09.06. / bae) Im Rahmen der Generalversammlung der Bäko Zentrale Süddeutschland erhielt ihr langjähriges Vorstandmitglied Heinrich Traublinger (68), MdL a.D., die Goldene Ehrennadel des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands. Die Laudatio und Auszeichnung in Wiesbaden übernahm Wilfried Hollmann, Präsident des Mittelstandsverbunds – Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen. Er würdigte Traublinger als loyalen Verfechter der genossenschaftlichen Idee und aktiven Gestalter der Bäko-Organisation – stets unter der Prämisse der Interessenswahrung des Deutschen Bäckerhandwerks. Traublinger, Bäcker- und Konditormeister aus München, war von 1991 bis 2010 Vorstandsmitglied der Bäko Zentrale Süd. Annähernd 40 Jahre prägte er in unterschiedlichen Funktionen und Gremien das heutige Erscheinungsbild der Bäko Gruppe. Der Landesinnungsmeister des bayrischen Bäckerhandwerks ist zudem Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern und Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Zudem ist er Präsident des Bayerischen Handwerkstags (BHT), Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks und ehrenamtlich in vielen weiteren Positionen tätig.

BdS: Premiere für Deutschen Systemgastronomiepreis

München. (07.06. / bds) Nachwuchsförderung und Fachkräftesicherung standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung 2011 des Bundesverbands der Systemgastronomie (BdS) in Berlin. Während der festlichen Abendveranstaltung der Versammlung verlieh der BdS erstmals den Deutschen Systemgastronomiepreis, der besondere Verdienste für die Branche auszeichnen soll. Dieser ging an zwei Lehrkräfte der Beruflichen Schule Elmshorn: Claudia Letzner und Conrad Krödel. Das Engagement der beiden um den Ausbildungsberuf «Fachmann-/frau für Systemgastronomie» ist in jeder Hinsicht hervorzuheben, schreibt der BdS in seiner Mitteilung. Der von diesen, zusammen mit dem BdS, jährlich ausgerichtete «Teamcup der Systemgastronomie» ist als größter Ausbildungswettbewerb der Branche nur ein Beispiel für die großartigen Projekte der Berufsschullehrer im Land.


BOOKMARKS + BOOKS


Zum Download: «cool facts 2010»

Berlin. (04.06. / dti) Die Kurzfassung der Absatzstatistik 2010 des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti) konnten Interessenten an dieser Stelle bereits im WebBaecker 15/2011 nachlesen – unter dem Titel «Brot und Gebäck legen weiter zu». Ein paar Wochen hat es gedauert, doch jetzt bietet das dti zusätzlich seine «cool facts 2010» im Format PDF an. Das 16-seitige Faltblatt bringt die wichtigsten «Daten, Zahlen, Fakten» noch einmal auf den Punkt und kann kostenfrei vom dti-Server heruntergeladen werden.

Global Industry: Aryzta AG Reports Solid Growth

Hamburg. (bm) Swiss Aryzta AG has doubled bakery output as a result of the acquisitions announced one year ago resulting in a 55 percent increase in food revenue in the nine months while maintaining continued investment grade status. «We are encouraged by the underlying revenue trends which show modest growth, reflecting a fragile recovery in consumer activity in most markets», says CEO Owen Killian in the latest trading update for the nine months ended 30 April. Other topics of the week:

Title Region Date
Baskin-Robbins: Opens 4´000th International Location (US) Fri 06-10
GTAI: US Food Exports to Germany Climb (DE) Fri 06-10
Land Grabs: Hedge Funds Threaten Global Food System (US) Fri 06-10
CPK: Signs Franchise Deal to Expand into Taiwan (US) Thu 06-09
FAO: World food prices set to remain high (IT) Thu 06-09
E. coli outbreak: Support for growers of vegetables (BE) Thu 06-09
Danisco: Leadership change in Executive Board (DK) Thu 06-09
Cargill: Aligns Leadership to Support Growth (US) Thu 06-09
Aryzta AG: Third Quarter Trading Update (CH) Wed 06-08
Cargill: Opens Latin America Innovation Center (US) Wed 06-08
Brinker: Declares Dividend, Authorizes Share Buyback (US) Tue 06-07
Tim Hortons: reaches deal with former CEO (US) Tue 06-07
U.S.: Restaurants Add Half Million Summer Jobs (US) Tue 06-07
ChooseMyPlate: USDA Unveils New Food Icon (US) Mon 06-06
«My Plate»: U.S. grain chain supports new food icon (US) Mon 06-06
Starbucks: Acquires Full Ownership of Stores in China (US) Sat 06-04
FDA: statement on E. coli O104 outbreak in Europe (US) Sat 06-04


REZEPTE + IDEEN


GMF: Gemüsespieß in der Zwiebelstange

Image Bonn. (10.06. / GMF) Einen bunten «Gemüsespieß in der Zwiebelstange» empfiehlt die Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung (GMF) als ihr Rezept des Monats Juni. Das bezieht sich auf vier Portionen und gewinnt in Zeiten, wo beim Grillen nicht immer nur Fleisch auf den Rost soll, neue Aktualität. Jedenfalls regt es zu eigenen Kreationen an, so dass wir das Rezept gerne noch einmal vorstellen.

Zutaten: 1 Zwiebelstangenbrot (300g oder große längliche Zwiebelbrötchen); 8 Kirschtomaten; 1 kleine Zucchini; 100g kleine Champignons; 120g Kräuterschmelzkäse; 3 El Kräuter (grob gehackt); 1 Knoblauchzehe; 2 El Öl.

Zubereitung: Tomaten halbieren, Champignons und Zucchini in Scheiben schneiden und abwechselnd auf Schaschlikspieße (in Länge der Brotstücke) ziehen. Das Öl in einer Pfanne erhitzen, die Knoblauchzehe dazupressen und die Spieße von zwei Seiten jeweils zwei bis drei Minuten bei milder Hitze braten, dann abkühlen lassen. Die Zwiebelstange in vier Teile teilen, waagerecht einschneiden (nicht durchschneiden) und leicht aushöhlen. Mit Kräuterkäse ausstreichen und die Kräuter darauf verteilen. Die Spieße mit Salz und Pfeffer würzen und in die Brote klemmen. Verpacken und vor dem Essen die Spieße herausziehen.

Nährwert: je Portion 330 Kcal oder 1390 kJ.

Quelle: https://www.gmf-info.de/info/verbrauchertipps/rezept6.htm