Montag, 17. Juni 2024

Edeka: wächst stabil und investiert in günstige Verkaufspreise

Hamburg. (ez) Angefacht durch die russische Invasion in der Ukraine drücken stark gestiegene Energiepreise und hohe Inflationsraten auf die Kaufkraft privater Haushalte in Deutschland. In einem herausfordernden und vor allem preisgetriebenen Marktumfeld blickt der Edeka-Verbund dennoch auf stabile Wachstumswerte zurück. Die rund 3.500 selbstständigen Kaufleute des genossenschaftlichen Verbunds steigerten ihre Umsätze auf insgesamt 36,5 Milliarden Euro (+ 1,8 Milliarden Euro). Besonders stark entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr Netto Marken-Discount mit einem Umsatzplus von 1,1 Milliarden Euro auf 15,8 Milliarden Euro. Die Gesamterlöse im Edeka-Verbund stiegen auf 66,2 Milliarden Euro (+ 3,5 Milliarden Euro). Insbesondere die Eigenmarken von Edeka und Netto wurden 2022 massiv nachgefragt – auch dank ihrer starken Entwicklung konnten die Lieferausfälle der Markenindustrie kompensiert und das Preisniveau stabilisiert werden. «Wir bleiben auch 2023 der Anwalt der Verbraucher und wir fordern die Markenindustrie auf, die Inflation nicht weiter künstlich in die Höhe zu treiben», sagt Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der Edeka Zentrale Stiftung + Co. KG.

Die Trends im Geschäftsjahr 2022 in Stichpunkten

  • Edeka-Kaufleute stellen sich auf verändertes Konsumverhalten ein
  • Netto Marken-Discount überzeugt mit dynamischem Wachstum
  • Günstige Edeka-Eigenmarken bei Verbrauchern immer beliebter
  • Edeka-Verbund investiert 2023 über 3 Milliarden Euro in seine Infrastruktur
  • Mit 4.000 neuen Mitarbeitenden bleibt Edeka führender Arbeitgeber

«In Zeiten einer hohen Inflation ist es unsere oberste Priorität, die privaten Haushalte zu entlasten. Daher haben wir trotz steigender Kosten in erheblichem Maß investiert, um die Verkaufspreise für Lebensmittel möglichst stabil zu halten – auch zu Lasten unserer eigenen Handelsmarge und unserer Ergebnisse», sagt Markus Mosa. Damit gelang es dem Edeka-Verbund, viele Verbraucher nicht nur mit Genuss und Vielfalt, sondern auch mit attraktiven Preisen zu überzeugen. Passend zum neuen Kampagnen-Motto «Im Herzen vereint» verbindet der Edeka-Einzelhandel auch zukünftig vermeintliche Gegensätze wie Qualität, Nachhaltigkeit und günstige Preise verlässlich miteinander. Somit bleiben nachhaltigere Sortimente und verantwortungsvolles Handeln unverändert ein Kernthema. Erst 2022 war die langjährige strategische Partnerschaft für Nachhaltigkeit mit dem WWF um weitere zehn Jahre verlängert worden.

Der Edeka-Verbund stützte 2022 nicht nur die Verbraucherpreise, sondern investierte auch massiv in seine Handelsinfrastruktur: Insgesamt rund 2,3 Milliarden Euro flossen in die Expansion mit energieeffizienten Supermärkten, in attraktive Flächenkonzepte wie das auf Bio-Lebensmittel spezialisierte Format «Naturkind», in digitale Einkaufserlebnisse sowie in die eigenen Produktionsbetriebe und Logistik-Strukturen. Für das laufende Geschäftsjahr investiert der Edeka-Verbund weiterhin ungebremst in eine moderne Infrastruktur und plant Investitionen von 3,2 Milliarden Euro.

Wie aus dem Finanzbericht 2022 des Edeka-Verbunds hervorgeht, legte der Backwaren-Einzelhandel gegenüber 2021 um 24,4 Prozent auf 553 Millionen Euro Umsatz zu (2021: 445 Millionen). Das heißt nicht, dass auch der Absatz – die Tonnage – um ein Viertel gestiegen wäre. Vielmehr ist zu erkennen, dass der Verbund angesichts der Inflation von einer strikten Kostenkontrolle profitierte. Zum Vergleich: Insgesamt stiegen die Verkaufspreise für »Brot und Getreideerzeugnisse« in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts binnen Jahresfrist um 23,8 Prozent (Tabelle: Edeka).20230425-EDEKA-VERBUND

Nachfrage nach Edeka-Eigenmarken steigt signifikant

Inflationsgetrieben entwickelten sich die Lebensmittelpreise zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor des zurückliegenden Geschäftsjahres. «Wir sind mit unseren Sortimenten preislich absolut wettbewerbsfähig. Auch in diesem Jahr werden wir unser Preisprofil weiter schärfen. Unsere nationalen und regionalen Eigenmarkenprogramme sind wichtige Bausteine dafür», sagt Markus Mosa. Im Jahr 2022 ging die Nachfrage nach Eigenmarkenartikeln, zum Beispiel von «Gut + Günstig», Edeka oder Edeka Bio, rasant nach oben. Sie sind vergleichbaren Markenartikeln in puncto Qualität, Innovationskraft und Preis häufig überlegen. Edeka setzt auch weiter auf ein breites Markenangebot – allerdings nicht um jeden Preis. Seitens der Markenartikelindustrie vielfach mit unseriösen Forderungen konfrontiert, verhinderte Edeka im Sinne seiner Kunden letztes Jahr erfolgreich Preiserhöhungen von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro. «Lebensmittel dürfen nicht zum Luxusgut werden. Wir werden auch weiterhin alle Forderungen der Markenindustrie sehr genau prüfen – das sind wir unseren Kunden schuldig», sagt Markus Mosa.

Expansionstempo bleibt hoch

Mit 233 neuen Einzelhandelsstandorten drückten Edeka (133 neue Super- und Verbrauchermärkte) und Netto Marken-Discount (100 neue Filialen) in Sachen Flächenexpansion im Jahresverlauf weiter aufs Tempo. Die Gesamtverkaufsfläche wuchs spartenübergreifend auf 12,0 Millionen Quadratmeter an. Parallel zu den Neueröffnungen spielen auch die Erweiterung bestehender Einzelhandelsstandorte sowie deren energetische und ladenbauliche Modernisierung zentrale Rollen bei der Flächenentwicklung.

Attraktiver Arbeitgeber und Ausbilder

Im Jahr 2022 untermauerte der Edeka-Verbund mit 4.000 zusätzlichen Mitarbeitenden seine Position als größter privatwirtschaftlicher Arbeitgeber Deutschlands. Damit waren in den Unternehmen des Verbunds zum Jahresende insgesamt rund 408.900 Menschen tätig. Besonders gesucht sind weiterhin junge Nachwuchskräfte. Ende 2022 lag die Zahl der Auszubildenden bei Edeka und Netto Marken-Discount mit 19.260 jungen Menschen leicht unter Vorjahresniveau, da nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden konnten. Den Azubis steht im Edeka-Verbund ein einzigartiges Aufstiegsprogramm offen – bis hin zur Selbstständigkeit. Die Chance zur Existenzgründung mit eigenem Edeka-Markt nutzten vergangenes Jahr 149 Jungkaufleute – rund 50 mehr als im Vorjahr. 130 Märkte wurden aus dem Regiebereich in die Hände selbstständiger Kaufleute übertragen, davon 83 zugunsten von Existenzgründungen.

Nähere Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Edeka-Verbunds, dem Aus- und Aufbau nachhaltigerer Sortimente sowie dem Engagement für Umweltschutz und gesellschaftliches Miteinander bietet der neue Edeka-Geschäftsbericht 2022: geschaeftsbericht.edeka.de (Foto: Edeka Verbund).