Donnerstag, 29. Oktober 2020

Willkommen! Das Forschungsschiff Polarstern ist aus der Arktis zurück

Bremerhaven. (eb) Anfang dieser Woche war der WebBaecker mit dem kleinen Hund zufälligerweise zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der kleine Hund genießt nämlich das Privileg, morgens am Neuen Hafen vorbei direkt auf den Deich zu laufen, um von dort aus das weitläufige Panorama der Wesermündung zu genießen. Dort, wo es sonst still und entrückt ist, fand am Montagmorgen eine Begrüßung der besonderen Art statt: Nach 389 Tagen endete die größte Arktisforschungsexpedition aller Zeiten. Das Forschungsschiff Polarstern lief unter großer Anteilnahme der Menschen in seinen Heimathafen ein. Alles was an größeren und kleineren Nussschalen schwimmen konnte, war auf der Weser unterwegs. Feuerwehrschiffe schossen Fontänen in den Himmel und die kräftigen Nebelhörner der Schlepper, Segler und Barkassen bis hin zum Kreuzfahrtschiff brachten halb Bremerhaven zum Wackeln. Was für ein Willkommen!

Der WebBaecker mit dem kleinen Hund mittendrin – überlegend, ob ein Informationsdienst für die backenden Branchen das für berichtenswert halten soll. Andererseits: Auf einer der Barkassen war ein besonderes Empfangskomitee unterwegs, das die Bedeutung der Expedition noch einmal unterstreicht: Bundesministerin Anja Karliczek (BMBF), Direktorin Antje Boetius vom Alfred-Wegener-Institut, Bremens Regierender Bürgermeister Andreas Bovenschulte und andere Honoratioren schipperten bei freundlichem Herbstwetter dem einlaufenden Forschungsschiff entgegen.

Zehn Jahre hatten die Vorbereitungen für die Expedition gedauert. 17 Nationen lebten auf engstem Raum einträchtig beisammen und halfen sich gegenseitig. Zurück kamen sie mit unfassbar vielen Daten und Proben, die jetzt in Beziehung zueinander gesetzt werden müssen. Am Ende wird das neu gewonnene Wissen ausreichen, um Klimavorhersagen präziser bestimmen zu können. «Wissen für Generationen» habe man gesammelt, sagt Expeditionsleiter Markus Rex. Damit wir die komplexen Wechselwirkungen im Klimasystem zwischen Atmosphäre, Eis, Ozean und dem Leben auf dem Land besser verstehen lernen. Irgendwo in dieser Komplexität sind natürlich auch die Getreidefelder dieser Welt angesiedelt. Die Getreidezucht, die auf präzisere Klimamodelle wird hinarbeiten können. Eine Getreide-Wertschöpfungskette, die nur selten daran denkt, dass es die Wetterküche in der Arktis ist, die viele Prozesse in unseren Breiten erst möglich macht.

Wer mehr erfahren will, findet auf den Webseiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) viele interessante Details inklusive Fotos und Videos zur größten Arktisforschungsexpedition aller Zeiten. Gute Ausgangspunkte sind die Beiträge «Polarstern ist aus der Arktis zurück» beim BMBF und «Finale einer Jahrhundertexpedition» beim AWI mit zusätzlichen Bilddateien und Videos (Fotos: zweimal 20201012-AWI-EventFive – zweimal 20201012-AWI-Kerstin-Rolfes – zweimal 20201012-Polarstern-BB-SC – einmal 20201012-BMBF-HJ-Rickel).