Mittwoch, 14. April 2021

WB-48-2009

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 48. KW 2009 (21.11. bis 27.11.)
Download: https://www.webbaecker.de/09archivphp/wb4809.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. De Mäkelbörger: erhält OSV Unternehmer-Preis
02. Sinnack: nimmt Erweiterung in Betrieb
03. Lanzendorfer Backparadies investiert 14 Millionen Euro
04. Manufactum: bringt brot+butter nach Frankfurt

TERMINE + EVENTS:
05. Coteca: kommt mit Kaffeeolympiade
06. IGW: Ernährungswirtschaft setzt auf «Essen und Bewegen»
07. Lebensmittelbranche: Roboter steigern die Produktivität
08. 39. Wissenschaftliche Informationstagung

MANAGEMENT + BETRIEB:
09. Meilenstein erreicht: Gehrke ist umgezogen
10. Förderauftrag Nachhaltigkeit: mit gutem Beispiel voran
11. Notfallmanagement: Mehr Sicherheit durch Prävention

MARKETING + VERKAUF:
12. Marvin: Modul «Nullpreis-Kontrolle»
13. Im Wandel der Zeit: 50 Jahre DLG Brotprüfung

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
14. BfR: für ersatzlose Streichung von Diabetikerlebensmitteln

ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN:
15. Merkblatt: über den Anbau und die Verarbeitung von Dinkel
16. VDM: über globale Getreidemärkte und deutsche Verbraucher

PERSONEN + EHRUNGEN:
17. Swiss Gastro Award: Marche-Bäckerei holt 2. Platz
18. Ehrung: Bundesverdienstkreuz für Bernd Dieckmann

BOOKMARKS + BOOKS:
19. AUMA: veröffentlicht Auslandsmesseprogramm 2010
20. Jetzt bewerben: Stollen-Zacharias 2010
21. Global Industry: US Restaurant menus to focus on quality in 2010

REZEPTE + IDEEN:
22. Springerle: Traditionsreiches Gebäck aus Eierschaumteig


MARKT + UNTERNEHMEN


De Mäkelbörger: erhält OSV Unternehmer-Preis

Neubrandenburg. (27.11. / osv) Die De Mäkelbörger Backwaren GmbH hat den Unternehmer-Preis des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV) erhalten. Damit würdigt der OSV die bemerkenswerte Entwicklung, die das Unternehmen von 1993 bis heute genommen hat. Mit rund 1.600 Mitarbeitenden, vier Produktionsstätten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowie 140 Filialen ist De Mäkelbörger heute einer der großen Arbeitgeber im Nordosten. Geschäftsführer Wolfgang Lampel kennt aber auch noch andere Zeiten: «Die ehemalige VEB Großbäckerei lag vollkommen am Boden. In eine solche Situation möchte ich nie wieder beruflich kommen», zieht der 60-Jährige Bilanz. Der damalige Eigentümer, die Hannover Finanz, habe ihn bekniet, in Neubrandenburg den Chefposten zu übernehmen. «Es ist dort Viertel vor Zwöf», erinnert es sich an die Worte, die ihm mit auf den Weg gegeben wurden. Kurzum: Mit glücklicher Hand und realistischer Marktkenntnis formte Lampel ein modernes Unternehmen, das sich sehen lassen kann. Seit Mitte des Jahres gehört De Mäkelbörger zur hannoverschen Nord Holding (siehe WebBaecker 23/2009). Eine schöne Reportage über den Werdegang der Neubrandenburger Bäcker hat der «Nordkurier» verfasst unter der Überschrift «Sparkassenpreis – Vorzeigeunternehmen der Region».

Sinnack: nimmt Erweiterung in Betrieb

Bocholt. (25.11. / wib) «Sinnack erweitert Kapazitäten in Droßdorf», lautete eine Meldung an dieser Stelle im September (siehe WebBaecker 39/2009). Nachzutragen ist, dass die Sinnack Backspezialitäten GmbH + Co. KG die neue Produktionslinie in Sachsen-Anhalt jetzt in Betrieb genommen hat und dort nun insgesamt 80 Leute beschäftigt. Sinnack hat seinen Hauptsitz in Bocholt und produziert seit 1994 in Droßdorf. Der Regionalpresse ist zu entnehmen, dass die nächste Erweiterung 2010 erfolgen soll. Die Anlagenteile dafür seien bereits bestellt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Sinnack befindet sich seit drei Jahren ein Logistik-Unternehmen, mit dem der Großbäcker eng zusammenarbeitet – weiß die Mitteldeutsche Zeitung.

Lanzendorfer Backparadies investiert 14 Millionen Euro

Himmelkron. (24.11. / div) Bäckermeister Michael Kauer aus Hof hat nicht nur die frühere, insolvente Bäckerei Hahn in Lanzendorf aufgekauft und erweitert. Jetzt will er auch noch 14 Millionen Euro in einen Neubau stecken und schickt sich an, auf dem engen oberfränkischen Bäckermarkt mitzumischen, berichtet die Lokalpresse. Binnen 16 Tagen sei der Neubau genehmigt gewesen und den ersten Spatenstich gab es am vergangenen Wochenende. Im Mai soll das neue Backparadies in Lanzendorf fertig sein – übrigens ein Ortsteil von Himmelkron im Landkreis Kulmbach. Diese Zahlen nannte Landrat Klaus Peter Söllner beim feierlichen Beginn der Bauarbeiten. Das Lanzendorfer Backparadies liefert unter anderem zur Kulmbacher Bierwoche und zur Grünen Woche nach Berlin.

Manufactum: bringt brot+butter nach Frankfurt

Image
(Bildquelle: Manufactum)

Waltrop. (21.11. / mf) Dieser Tage öffnete im Podiumgebäude des neuen Frankfurter Opernturms das achte Manufactum Warenhaus in Deutschland sowie ein Lebensmittel-Laden der Tochterfirma brot+butter seine Pforten. Manufactum ist eine internationale Kette, die sich nach eigenen Angaben vorgenommen hat, Dinge zusammenzutragen, die in einem umfassenden Sinn gut sind, nämlich nach hergebrachten Standards aufwändig gefertigt und daher solide und funktionstüchtig, materialgerecht gestaltet und daher schön, langlebig, reparierbar und umweltverträglich. Das Tochterunternehmen «brot+butter» greift diese Prinzipien auf seine Weise auf. Das Ziel: der kleinen, aber wachsenden Zahl von Erzeugern «richtiger» Lebensmittel einen größeren Markt zu verschaffen; wobei das Attribut «richtig» hier in des Wortes ursprünglichem Sinn gemeint ist als «gut, ordentlich, gehörig, stimmig und integer». In Waltrop, Düsseldorf, Berlin, München und Köln betreibt brot+butter denn auch richtige Backstuben – nach eigenen Angaben nicht als «Event-Attrappe», sondern wirklich produzierend, von der Bereitung und der langwierigen Führung des Sauerteigs zum langsamen Ausbacken der Brote in einem Ofen aus Eifeler Tuffstein. Damit verbunden ist ein Bistro, in dem Gäste die Lebensmittel frisch zubereitet genießen können: Vom einfachen, mit Wurst oder Käse belegten Landbrot bis hin zur saisonal wechselnden warmen und kalten Küche. Genau ein solcher brot+butter-Laden hat nun auch in Frankfurt eröffnet – vis-à-vis der Alten Oper. Ein Blick auf die reich bebilderte «Manufactum Frankfurt Seite» verschafft interessante Einblicke.


TERMINE + EVENTS


Coteca: kommt mit Kaffeeolympiade

Hamburg. (27.11. / hmc) Die Vorbereitungen für die Coteca Hamburg, The International Trade Show for the Coffee, Tea + Cocoa Business, laufen auf Hochtouren. Mit dem europäischen Spezialitätenkaffeeverband SCAE (Specialty Coffee Association of Europe) hat die Hamburg Messe und Congress GmbH einen weiteren starken Partner für die Premiere ihrer internationalen Fachmesse gefunden. Die SCAE wird auf der Coteca Hamburg, die vom 04. bis 06. Juni auf dem Hamburger Messegelände stattfindet, ihre Kaffeeolympiade 2010 veranstalten.

IGW: Ernährungswirtschaft setzt auf «Essen und Bewegen»

Berlin. (27.11. / igw) Unternehmen und Organisationen der Ernährungswirtschaft präsentieren sich vom 15. bis 24. Januar zum dritten Mal unter dem Motto «Power fürs Leben Essen und Bewegen» während der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin. Bereits in den letzten zwei Jahren war der Gemeinschaftsstand erfolgreicher Anziehungspunkt für Messebesucher. Mit 150.000 Besuchern und einem weithin sichtbaren Auftritt wurde der Stand vom Publikum zu den attraktivsten Ausstellungsbereichen auf der IGW 2009 gewählt. Die Initiatoren des Gemeinschaftsstands, die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), bieten dem Verbraucher in der Halle 1.2 erneut eine Plattform, um sich über die Themen «Ernährung» und «Bewegung» zu informieren. Als stabiler Eckpfeiler der Binnenkonjunktur präsentiert sich die Branche selbstbewusst auf der weltgrößten Verbrauchermesse und informiert über ihre täglichen Leistungen im Dienste der Verbraucher.

Lebensmittelbranche: Roboter steigern die Produktivität

München. (26.11. / mm) Nahrungsmittel werden heute größtenteils industriell produziert, verarbeitet und verpackt. Je mehr Flexibilität gefordert ist, desto häufiger trifft man auf Roboterlösungen. Diese steigern zudem den Durchsatz und sorgen für konstant hohe Qualität. Neueste Lösungen werden während der Automatica 2010 vorgestellt, der internationalen Fachmesse für Automation und Mechatronik. Sie findet vom 08. bis 11. Juni auf dem Gelände der Messe München statt.

39. Wissenschaftliche Informationstagung

Berlin. (24.11. / bbgg) Am 14. und 15. Januar 2010 ist es wieder so weit. Das deutsche Getreide- und Backgewerbe sowie die zugehörige Wissenschaft und Zulieferindustrie treffen sich zur 39. Wissenschaftlichen Informationstagung der Berlin-Brandenburgischen Gesellschaft für Getreideforschung (BBGG) zu Beginn der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin. Das aktuelle Programm finden Sie hier zum Herunterladen (PDF).


MANAGEMENT + BETRIEB


Meilenstein erreicht: Gehrke ist umgezogen

Isernhagen. (27.11. / gg) So schnell vergeht die Zeit: Im September 2008 hatten die Gehrke Econ Gruppe und die econ Gruppe bekannt gegeben, fusionieren zu wollen – der erste Spatenstich für den gemeinsamen Bürokomplex konnte in Isernhagen-Kirchhorst stattfinden (siehe WebBaecker 37/2008). Jetzt melden die Spezialisten für Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Unternehmens- und Rechtsberatung, dass ein wichtiger Meilenstein in ihrem Fusionsprojekt erreicht ist: Vor dem rechtlichen Zusammenschluss von Gehrke und econ zogen Mitte November alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gehrke in das erweiterte Bürogebäude der neuen Unternehmensgruppe nach Isernhagen.
Info: Die neue Adresse aller Gehrke Gesellschaften lautet seit dem 16. November Imkerstraße 5 in 30916 Isernhagen. Bitte richten Sie Ihren Schriftverkehr ab sofort nur noch an die Zentrale in Isernhagen. Ihr persönlicher Sachbearbeiter informiert Sie über weitere Details sowohl unter der bekannten Rufnummer 0511/9848-3 als auch unter der neuen Rufnummer 0511/70050-0.

Förderauftrag Nachhaltigkeit: mit gutem Beispiel voran

Image

Frankfurt / Main. (25.11. / imu) Das Thema «Nachhaltigkeit» wird oft nur auf den Umweltschutz verkürzt. Doch Nachhaltigkeit bedeutet weit mehr. Auch soziale Verantwortung oder die Wahrung von Menschenrechten gehören dazu – globale Verantwortung für Mensch und Umwelt. Das hat sich die KfW Bankengruppe seit Jahren auf die Fahnen geschrieben, nicht zuletzt als Förderbank des Bundes, der sich im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie für diese Belange stark macht. In der Praxis heißt das, dass die KfW Vorhaben, die positive Beiträge für Nachhaltigkeitsziele leisten, besonders fördert, zum Beispiel durch vergünstigte Zinsen. Für jedes von der KfW mitfinanzierte Projekt muss ferner gelten, dass inakzeptable Risiken für Umwelt und soziale Belange ausgeschlossen sind. Welchen Stellenwert Nachhaltigkeit heute einnimmt, verdeutlichen zwei Fakten: Am gesamten Finanzierungsvolumen der KfW hat alleine der Bereich Umwelt- und Klimaschutz einen Anteil von 28 Prozent. Und: Die KfW ist weltweit größter Förderer erneuerbarer Energien. Doch die Leitmotive der Nachhaltigkeit gelten nicht nur für andere. Die KfW geht auch mit gutem Beispiel voran. So gelten etwa für alle Unternehmensteile hohe Standards und Ziele für innerbetrieblichen Umweltschutz und Sozialmanagement; und bei der Investition eigener Gelder wird ebenfalls auf Nachhaltigkeit geachtet. Details finden Interessierte im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht.

Notfallmanagement: Mehr Sicherheit durch Prävention

Berlin. (23.11. / bve) Mitte November fand in Bonn das BVE-Seminar «Notfallmanagement: Produktionsausfall – Gewährung der betrieblichen Kontinuität» statt. Den Auftakt bildete das Thema «Business Continuity Management» und zeigte Risiken entlang der Versorgungskette auf. Wie sich Unternehmen auf Notfallsituationen vorbereiten können, zeigte ein weiterer Themenblock inklusive Risikobewertungen und Verfahrensanweisungen. Darüber hinaus vermittelte dieser Block wertvolle Tipps für die Implementierung eines Notfallmanagementsystems. Den Umgang mit dem Ernstfall beschrieb ganz praktisch Ingo Rohlf von der Edeka Minden-Hannover Holding, der den Brand in einem Fleischwerk selbst miterlebt hat. Bei seinen Ausführungen von der Schadensabwicklung über die Betriebsunterbrechung bis hin zur Wiederaufnahme der Produktion wurde deutlich, welche Ausmaße und Konsequenzen der Zwischenfall nicht nur für das betroffene Werk angenommen hat, sondern auch für die vor- und nachgelagerten Bereiche. Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmer in einem simulierten Notfall mit Lieferengpässen, Personal- und Technikausfällen zu kämpfen. Die Übung zeigte deutlich, dass ein funktionsfähiges Notfallmanagement nur möglich ist, wenn tatsächlich die Voraussetzungen dafür geschaffen sind und diese immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden.


MARKETING + VERKAUF


Marvin: Modul «Nullpreis-Kontrolle»

Kronau. (27.11. / goe) Nicht immer liegt bereits bei der Eingabe einer Bestellung fest, zu welchem Endpreis ein Artikel (zum Beispiel Sonderartikel) an den Kunden abgerechnet wird. Erst nach Erfassung der Bestellung und Rücksprache mit der Produktion und/oder Kalkulation des Produktes kann dann ein Preis festgelegt werden. Damit diese speziellen Artikel nicht vergessen werden und versehentlich eine Abrechnung ohne festgelegten Preis erfolgt, wurde in Marvin die sogenannte «Nullpreis-Kontrolle» eingeführt. Dieser Programmteil hilft Ihnen, die Abrechnungsdaten schnell und sicher zu überprüfen. Nachdem Sie den gewünschten Kontrollzeitraum festgelegt haben, erhalten Sie automatisch eine Auswertung (über alle Kunden und Filialen), bei welchen Artikeln kein Preis eingegeben wurde. Mit dieser übersichtlichen Liste erhalten Sie alle Informationen, die für eine Preiskorrektur notwendig sind. Der Support von Goecom und Ihr zuständiger Vertriebspartner informieren Sie gerne näher über diese für Sie kostenfreie Programmleistung von Marvin.

Im Wandel der Zeit: 50 Jahre DLG Brotprüfung

Frankfurt / Main. (25.11. / dlg) Der Startschuss für die erste Brotprüfung durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) fiel 1959 in Frankfurt am Main. 609 Proben wurden damals sensorisch getestet. Dieses Jahr waren es in Berlin über 1.750 Erzeugnisse. Wie hat sich die DLG-Qualitätsprüfung in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Bereits die 10. DLG-Qualitätsprüfung für Brot und Backwaren 1968 in Karlsruhe konnte sich zu einem festen Bestandteil neben den bereits existierenden DLG-Qualitätsprüfungen für Molkereiprodukte, Wein, Fruchtsaft und Fleischwaren etablieren. Damals wurden an zwei Tagen 2.187 Produkte sensorisch geprüft. Das Prämierungsergebnis lautete 1968: 4,8 Prozent Große DLG-Preise (heutige DLG-Gold-Medaille); 31,5 Prozent Silberne und 22,4 Prozent Bronzene DLG-Medaillen. 41,3 Prozent der Produkte wurden nicht prämiert.
Info: 50. DLG-Qualitätsprüfung Brot – Im Wandel der Zeit


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


BfR: für ersatzlose Streichung von Diabetikerlebensmitteln

Bonn. (23.11. / bfr) Diätetische Lebensmittel sind Lebensmittel, die für eine besondere Ernährung bestimmt sind. Welchen konkreten Vorschriften sie entsprechen müssen, ist in der Verordnung über diätetische Lebensmittel geregelt. Derzeit wird in Deutschland diskutiert, sie zu streichen sowie die Regelung zur Angabe von Broteinheiten durch eine einheitliche europäische Nährwertkennzeichnung auf verpackten Lebensmitteln zu ersetzen. Das BfR hat bereits in mehreren Stellungnahmen dargelegt, dass aus ernährungsphysiologischer Sicht Diabetiker-Lebensmittel, die zum Beispiel mit einem niedrigen glykämischen Index werben, nicht erforderlich sind. Zudem arbeitet das Institut an Vorschlägen für eine einheitliche Nährwertkennzeichnung. Jetzt hat das BfR bewertet, ob die angestrebten Änderungen im Widerspruch zu den besonderen Ernährungsbedürfnissen von Personen mit einer Störung des Glukosestoffwechsels stehen. Im Besonderen hatte es bereits im Februar die aktuelle Studienlage aus den Jahren 2008/2009 berücksichtigt. In der jüngsten Stellungnahme bewertet das Institut nun die internationalen Studienergebnisse der Jahre 2002 bis 2007. Das BfR kommt abermals zu dem Ergebnis, dass sich durch eine Kost mit niedrigem glykämischen Index keine besonderen Ernährungserfordernisse für Diabetiker ableiten lassen, da die zahlreichen Studienergebnisse zu verschiedenen Aussagen kommen. Dieses Ergebnis deckt sich zudem mit der Aussage eines jüngst von der EFSA veröffentlichten Entwurfs einer Stellungnahme.
Info: BfR befürwortet ersatzlose Streichung von Diabetikerlebensmitteln in der Diätverordnung (Format PDF, acht Seiten, 76 KB).


ROHSTOFFE + ENTWICKLUNGEN


Merkblatt: über den Anbau und die Verarbeitung von Dinkel

Mainz. (26.11. / bb) Backwaren aus Biodinkel sind gefragt. Der Weizenverwandte gilt als gut verträglich und gesund; im Anbau wird Dinkel als anspruchloses und gesundes Getreide geschätzt. In der Verarbeitung hingegen treten immer wieder Probleme auf, die sich auch aus fehlendem Wissen im Umgang mit seinen speziellen Eigenschaften ergeben. Das Verbundprojekt «Erstellung eines Leitfadens zur Verarbeitung und zum Anbau von ökologischem Dinkel» im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau sollte dazu beitragen, die Wertschöpfungskette für in Deutschland erzeugten Biodinkel zu stärken. Dazu wurden Basisspezifikationen für die Qualität von Speisedinkel und Empfehlungen für Anbau und bäckerische Verarbeitung erarbeitet. Mit deren Hilfe können in der Praxis die Produktionssicherheit und Produktqualität verbessert werden. Herausgeber des Merkblatts «Biodinkel – Hochwertige Backwaren durch Optimierung von Anbau und Verarbeitung» sind die Bioland Beratung GmbH, das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau – in Zusammenarbeit mit dem Max Rubner-Institut (MRI), Standort Detmold. Das Merkblatt an sich (Format PDF, 20 Seiten, 1.284 KB) gibt es zum Herunterladen unter
Info:

VDM: über globale Getreidemärkte und deutsche Verbraucher

Bonn / Würzburg. (24.11. / vdm) Der Wandel der Marktsituation für Getreide und Getreideprodukte war eines der Themen während des «2. Wissenschaftlichen Symposium» des Verbands Deutscher Mühlen (VDM). Analog zur ersten Ausgabe 2008 fand es in Würzburg statt. Immer mehr Menschen wollen immer mehr essen: Für 2030 entwickelte Prof. Dr. Rainer Kühl aus Gießen das Szenario einer Weltbevölkerung von 8,3 Milliarden Menschen, deren steigender Lebensstandard dazu führt, dass immer mehr Getreide benötigt wird für Lebens- und Futtermittel. Nutzungskonkurrenz entsteht durch den Einsatz von Getreide als Energierohstoff. Brauchbare Auswege aus dem Dilemma sieht der Experte in der «Grünen Biotechnologie». Herkömmlichen Methoden räumt der Agrarspezialist nur geringes Rettungspotenzial ein. Dass die Versorgungslage mit Getreide global immer größeren und unvorhersehbareren Schwankungen unterliegen wird, war eine der zentralen Stellungnahmen von Dipl.-Ing. Friedrich Hedtrich aus Kiel. Sein Fazit: Auch auf den Agrarmärkten wird, wie in anderen Branchen üblich, der Vermarktungserfolg der Anbieter der entscheidende Faktor für den Unternehmenserfolg werden. Getreide ist als Spekulationsobjekt an den Börsen kein Tabu mehr und können weitreichende Folgen haben. Welche Möglichkeiten innovative biochemische Methoden in der Analyse von Getreide heute bieten, stellte Dr. Ilka Haase aus Hamburg vor. Selbst in Mehlmischungen, die verschiedene Getreidemargen enthalten, lassen sich noch Eigenschaften der jeweiligen Körner nachweisen …


PERSONEN + EHRUNGEN


Swiss Gastro Award: Marche-Bäckerei holt 2. Platz

Zürich / CH. (25.11. / opr / sga) Die Marche Natur-Bäckerei Deitingen Nord gewann einen respektablen zweiten Platz beim «Best of Swiss Gastro Award 2009» in der Kategorie «On the Move». Die feierliche Auszeichnung fand vor 600 Gästen während der Swiss Gastro Night an der Igeho in Basel statt. Insgesamt 174 Restaurants waren nominiert und wurden in acht Kategorien ausgezeichnet. Die Erstplatzierten aus den Kategorien …
Classic: Restaurant Bederhof, Zürich;
Trend: Seven Easy, Ascona;
Gourmet: Restaurant Kronenstübli, Pontresina;
Coffee: Conditorei Schober-Peclard, Zürich;
Bar+Nightlife: Casa Bar, Zürich;
On the Move: Hitzberger Take-Away, Zürich;
Business+Care: Roche Diagnostics, Rotkreuz;
Activity: Drehrestaurant Hoher Kasten, Brülisau;
Master Best of Swiss Gastro 2010: Seven Easy, Ascona.
Beim Konzept der Marche Natur-Bäckerei, von der es auch einige in Deutschland gibt, wird nach alter Handwerkstradition gebacken. So werden die Teige auch in Deitingen Nord zu 100 Prozent natürlich ohne Zusätze von Hilfsmitteln täglich direkt an der Autobahn frisch hergestellt. Die Grundzutaten bezieht die Bäckerei von regionalen Lieferanten.

Ehrung: Bundesverdienstkreuz für Bernd Dieckmann

Bonn. (24.11. / dbzv) Für seine außerordentlichen Verdienste um Wirtschaft und Gesellschaft ist Bernd Dieckmann – Geschäftsführer der Ireks GmbH in Kulmbach und Erster Vorsitzender des Backzutatenverbands Bonn/Wien – mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden. Die hohe Auszeichnung erhielt er in Bayreuth für seinen langjährigen Einsatz über den beruflichen Wirkungskreis hinaus. Durch seinen Sachverstand, seine hervorragenden Branchenkenntnisse und seine guten Kontakte zu allen wichtigen Marktpartnern gehört Dieckmann zu den führenden Persönlichkeiten der Backbranche. Als Geschäftsführer in Kulmbach hat er sich großen Respekt und Anerkennung erworben. Darüber hinaus würdigt die Auszeichnung auch seine Verdienste in vielen ehrenamtlichen Funktionen in der gesamten Branche, dem Mittelstand und der Lebensmittelwirtschaft (Volltext).


BOOKMARKS + BOOKS


AUMA: veröffentlicht Auslandsmesseprogramm 2010

Berlin. (24.11. / auma) Termine und Kontaktdaten für die Auslandsmessebeteiligungen des Bundes in Kooperation mit dem AUMA enthält die Broschüre «Auslandsmesseprogramm der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesländer 2010», die der AUMA jetzt herausgegeben hat. Insgesamt sind 246 Bundesbeteiligungen geplant. An diesen Exportplattformen können sich deutsche Aussteller zu günstigen Konditionen beteiligen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) beteiligt sich weltweit an 219 Veranstaltungen. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ist bei insgesamt 27 dieser Veranstaltungen mit Fördermitteln dabei. Die geplanten Messen sind nach Regionen, Branchen sowie chronologisch gelistet. Ergänzende und aktualisierte Informationen zu den einzelnen Messen sind übrigens auch erhältlich unter
Info: https://www.auma.de/Auslandsmesseprogramme

Jetzt bewerben: Stollen-Zacharias 2010

Bingen. (23.11. / mm) Handwerkliche Bäckereien, Konditoreien sowie deren Innungen und Verbände können sich ab sofort für den «Stollen-Zacharias 2010» bewerben. Die Wettbewerbsunterlagen für die von MeisterMarken gestiftete Auszeichnung stehen auf der Homepage von Meistermarken – Ulmer Spatz zum Herunterladen bereit. Der Branchenpreis für kreative Public Relations und erfolgreiches Stollen-Marketing wird im kommenden Jahr zum 20. Mal vergeben.

Global Industry: US Restaurant menus to focus on quality in 2010

Hamburg. (bm) How do you follow up a wild year of five USD menus, gourmet meals for paupers´ prices and buy one get one restaurant specials? You return to quality, that´s how. Mintel Menu Insights, a service that tracks US menu trends, releases five predictions for 2010, saying the restaurant industry will focus on high quality food and ingredients to lure in diners. Other topics of the week:

Title Region Date
FSA: Report exploring attitudes to GM food published (UK) Fri 11-27
Grupo Bimbo: prepays 300 million USD of revolver facility (MX) Thu 11-26
Grupo Bimbo: reports Q3/2009 results (MX) Thu 11-26
Finsbury Food Group: revenue drops on cake sales (UK) Thu 11-26
Tiger Brands: faces a tough financial year (ZA) Thu 11-26
Kraft Foods: Eliminated More Than 50 Million Truck Miles (US) Wed 11-25
Hershey´s: Statement Regarding Cadbury PLC (US) Wed 11-25
Campbell: Reports First-Quarter Results (US) Tue 11-24
Uniq: sells Dutch businesses to Gilde Equity (UK) Tue 11-24
Spicy Pickle: Reports Third Quarter 2009 Results (US) Tue 11-24
Mintel: US Restaurant menus to focus on quality in 2010 (US) Mon 11-23
Flowers Foods: Expands Board of Directors (US) Sat 11-21
Cheesecake Factory: Honored With Award (US) Sat 11-21


REZEPTE + IDEEN


Springerle: Traditionsreiches Gebäck aus Eierschaumteig

Bonn. (26.11. / aid) Neben Lebkuchen und Spekulatius zählen Springerle zu den traditionsreichen Brauchtumsgebäcken. Die mürben Würzplätzchen mit den stimmungsvollen Motiven schätzt man zu den Festtagen vor allem im süddeutschen Raum und in der Schweiz. Mithilfe einer figürlich geschnitzten Form (Gebäckmodel) werden Reliefs von Reitern, Tannenbäumen oder Krippen in den Plätzchenteig geprägt.

Die Geschichte dieser kunstvollen Verzierungstechnik ist sehr alt. Bereits die ersten Hochkulturen am Indus, in Mesopotamien und Ägypten sowie die Griechen und Römer schmückten ihre Fladenbrote auf diese Weise. In den Klöstern – wo handwerkliche Tradition groß geschrieben wird – fertigte man seit dem 14. Jahrhundert sowohl üppige Gebäckmodel als auch symbolhafte Gebäcke auf Basis von Honig- oder Lebkuchenteig. Mit dem weitreichenden Import von Zuckerrohr kam später auch das Bürgertum in den Genuss, wohlschmeckende Bildgebäcke selbst zu gestalten, darunter Anis-Plätzchen. In vielen Familien wurde es sogar Usus, die Backwerke zu bestimmten Anlässen wie Weihnachten oder Neujahr zu verschenken.

Das Herstellen des Teigs aus Eiern, Puderzucker, feinem Mehl und angeröstetem Anis oder anderen Würz-Beigaben ist nicht schwer: Zunächst werden Eier und Puderzucker schaumig geschlagen. Dann knetet man Mehl und Gewürze darunter. Das Ganze lässt man zehn Minuten ruhen und teilt es dann in mehrere kleine Portionen. Diese formt man zu Kugeln. Leicht bemehlt, werden die Teiglinge zu fünf bis zehn Millimeter dicken Rechtecken ausgerollt. Dann drückt man den Gebäckmodel gleichmäßig in die Teig-Rechtecke. Der überstehende Teig wird mit einem Messer ringsum die Modelform abgeschnitten. Man entfernt den Model und legt die geprägten Teigmotive auf ein vorbereitetes Backblech. Rund 24 Stunden müssen die Rohlinge nun trocknen und fest werden, bevor man sie bei 160 Grad Celsius auf der untersten Schiene des Backofens etwa zwölf Minuten lang bäckt. Anschließend braucht es ein wenig Geduld. Denn erst nach einer Ruhezeit von drei bis vier Wochen sind die hell- bis goldgelben Gebäcke, die auch als «Änisbrötli» bekannt sind, genießbar. Zusammen mit einem angeschnittenen Apfel in einer Keksdose oder an einem kühlen, nicht zu trockenen Ort gelagert, werden die Springerle weich und somit essbar. Dann versüßen sie nicht nur optisch, sondern auch kulinarisch die Festtage (Quelle).

Info: Springerle-Rezepte siehe zum Beispiel «springerle.com», «weihnachtsbaeckerei.com», «mamas-rezepte.de» oder «kochbar.de».