Sonntag, 25. Februar 2024

WB-01-2010

WEBBAECKER AKTUELL FÜR DIE 01. KW 2010 (02.01. bis 08.01.)
Download: https://www.webbaecker.de/10archivphp/wb0110.php

In der Zusammenfassung für diese Woche lesen Sie:

MARKT + UNTERNEHMEN:
01. BackWerk: Qualität zahlt sich aus
02. Nestle: neue Nummer eins bei Tiefkühlpizzas
03. Asmussen: für die Zukunft gut gerüstet
04. USA: Bäckerei-Cafes zeigen solides Wachstum
05. Migros: Keine Beteiligung von Jowa an APM
06. Morgengold: Gruppenumsatz steigt um zwölf Prozent
07. Aldi Süd: 200 Millionen Euro fürs Backwarengeschäft

TERMINE + EVENTS:
08. Kaffee: Qualität und Vielfalt nach wie vor gefragt
09. IGW: Bäckerinnung Berlin mit neuem Produkt
10. IGW: vom «wilden Handel» zur Weltleitmesse

MANAGEMENT + BETRIEB:
11. Marvin: Welcher Kundenservice ist der «richtige»?
12. Ausbildungsvergütungen: Bäcker weiter unter Schnitt
13. Lochham: Energieeffizienz durch Kraft-Wärme-Kopplung

TRENDS + KONZEPTE:
14. tegut… bankett: erster Naturland zertifizierter Caterer

ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER:
15. Fürs Klima: Regionale und saisonale Lebensmittel sind erste Wahl
16. Back-Factory: SB-Bäckerei untersucht Kundenzufriedenheit
17. Bundeskartellamt: verhängt Geldbußen gegen Kaffeeröster

PERSONEN + EHRUNGEN:
18. ZDH: meldet neuen Generalsekretär

BOOKMARKS + BOOKS:
19. WfB: Neues und Informatives rund um Backzutaten
20. Global Industry: Bakery cafes are well-positioned

REZEPTE + IDEEN:
21. Frankenbrot: mit Detmolder Einstufenführung


MARKT + UNTERNEHMEN


BackWerk: Qualität zahlt sich aus

Essen. (08.01. / aw) Mit einem Umsatzwachstum von 27 Prozent auf gut 120 Millionen Euro, 50 Neueröffnungen und einem Wachstum auf gleicher Fläche von zwei Prozent gegenüber 2008 entwickelte sich die BackWerk Service GmbH in 2009 gegen den Branchentrend positiv. Während das Statistische Bundesamt für den Einzelhandel von Januar bis September einen Umsatzrückgang von 2,2 Prozent im Vergleich zu 2008 verzeichnete, konnte das Essener Unternehmen in 2009 erneut deutlich wachsen. Grundlage des Erfolgs ist die stetige Entwicklung. «Wir stellen zunehmend fest, dass die Kunden neben den Preisen vor allem auf die Qualität der Backwaren achten. Hier haben wir unser Sortiment in den letzten Jahren stetig verbessert», sagt Geschäftsführer Dr. Dirk Schneider. Das umfasst rund 200 Artikel und über 30 davon sind DLG-prämiert. BackWerk steht darüber hinaus für Qualität in allen Segmenten der Unternehmensführung. So steht der Pionier in Sachen SB-Bäckerei im Impulse Franchise-Ranking 2009 auf Platz 5 – in einer Reihe mit Franchise-Größen wie McDonalds und Burger King. «Als Franchise-Geber setzen wir alles daran, unseren Partnern einen langfristigen unternehmerischen Erfolg zu gewährleisten», sagt Dr. Hans Christian Limmer, der sich gemeinsam mit Schneider die Geschäftsführung teilt. Das zeigt sich auch an der hohen Zahl an Franchise-Partnern, die mit einer zweiten und dritten Filiale expandieren. Für 2010 steht bei den SB-Bäckern eine verstärkte Expansion ins Ausland auf dem Programm. Derzeit zählen Österreich und die Niederlande insgesamt 16 BackWerke. Zudem öffnete Anfang Dezember mit Maribor die erste Filiale in Slowenien. Die Zahl der Standorte im europäischen Ausland soll 2010 auf 25 Filialen wachsen. Zahlen im Überblick:

2007 2008 2009 Ziel 2010
Filialen 146 221 270 300
Eigene 6 7 7 5
Franchise 140 214 263 295
im Ausland 3 7 17 25
Partner 122 177 206 230
Beschäftigte 1.090 1.400 1.700 1.900
Außenumsatz netto in Millionen Euro 70,4 95 120,8 135

Nestle: neue Nummer eins bei Tiefkühlpizzas

Vevey / CH. (06.01. / nsa) Die Nestle S.A. hat sich über Nacht zum Weltmarktführer für Tiefkühlpizzas entwickelt. Dass dem Konzern populäre nordamerikanische Pizza-Marken mehr oder weniger in den Schoß fallen, hat wohl auch mit dem Bietergemetzel um den britischen Schokoladenriesen Cadbury PLC zu tun. Das hatte vor einiger Zeit Kraft Foods angezettelt und Cadbury wehrt sich nach Kräften. Kraft Foods muss eins ums andere Mal nachlegen, was ungeplante Löcher in die Kriegskasse reißt. Lange Rede, kurzer Sinn: Nestle übernimmt für 3,7 Milliarden US-Dollar das TK-Pizza-Geschäft von Kraft Foods in den USA und Kanada – und hat sich nebenbei noch das Versprechen abringen lassen, dem Bieterwettstreit um Cadbury zu entsagen. Das Tiefkühlpizza-Geschäft stelle nun einen neuen strategischen Pfeiler innerhalb des Bereichs der Tiefkühlprodukte von Nestle in Nordamerika dar, heißt es aus Vevey. Bislang spielte der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern hier nur eine untergeordnete Rolle. Die Vereinigten Staaten gelten als der weltweit größte Pizza-Markt mit einem Jahresumsatz von 37 Milliarden US-Dollar. Mit einem geschätzten Umsatz von gut zwei Milliarden US-Dollar per Annum nahm Kraft Foods hier bislang die führende Position bei Tiefkühlpizzas ein. In Deutschland dominieren Dr.Oetker, Wagner und die Hausmarken einiger Diskonter. An der Wagner Tiefkühlprodukte GmbH ist Nestle seit 2004 mit 49 Prozent beteiligt. Zum Jahreswechsel 2009/2010 stockte der Konzern seine Beteiligung auf 74 Prozent auf (siehe WebBaecker 42/2009).
Info: «Nestle to acquire Kraft Foods´ frozen pizza business»

Asmussen: für die Zukunft gut gerüstet

Elmshorn. (05.01. / shz) Vor einem Jahr hatte der belgische Hefeproduzent Algist Bruggeman NV, ein Unternehmen der französischen Lesaffre Gruppe, die norddeutsche Asmussen GmbH übernommen. Das öffentliche Echo war zunächst zurückhaltend – zumindest im Einzugsbereich des norddeutschen Hefeproduzenten, denn: Mit dem Verkauf wurde aus dem traditionsreichen familiengeführten Unternehmen ein normales Werk unter 37 Produktionsstätten der Lesaffre Gruppe in Europa, Afrika, Südamerika und Asien. Wie der Hefeproduzent sich als Teil eines Weltkonzerns fühlt, wollte dieser Tage die schleswig-holsteinische Lokalpresse (SHZ) wissen, denn: «Die Produkte bleiben, die Mitarbeiter bleiben. Damit ist die Kontinuität gewährleistet», hatte Erich Asmussen (63) vor einem Jahr gesagt, letzter Inhaber und Geschäftsführer aus der Familie Asmussen (siehe WebBaecker 05/2009). Dass sich daran nichts geändert hat, bestätigte jetzt Betriebsleiter Hermann Müller gegenüber der SHZ – und: Mit einer Jahresproduktion von rund 6.800 Tonnen Hefe sei das Unternehmen im Vergleich zu anderen Standorten der Lesaffre Gruppe zwar ein kleiner Fisch, dafür aber fest in der Region verwurzelt. Zwar gibt es weiterhin vereinzelte Nebenprodukte im Sortiment, doch hat die Spezialisierung auf die Hefeproduktion unter dem Dach von Lesaffre die Zukunft der Asmussen GmbH eindeutig gestärkt, ist sich der Betriebsleiter sicher. Und das hört man nicht nur in Norddeutschland gerne …

USA: Bäckerei-Cafes zeigen solides Wachstum

Chicago / IL. (04.01. / tci) Bäckerei-Cafes erweisen sich als sichere Bank im US-amerikanischen Gastgewerbe. Obwohl die Wirtschaft bereits 2008 deutlich schwächelte, ist der Umsatz der 25 größten Ketten dieses Segments um fast zwölf Prozent gestiegen, berichtet Technomic. «Das Ausweichen der Konsumenten von Vollservice-Formaten in tiefere Preissegmente erlaubte es den Bäckerei-Cafe-Ketten sowohl 2008 als auch 2009 mit Spitzenergebnissen zu glänzen», heißt es aus Chicago. Daneben profitiert der Betriebstyp vor allem vom guten Preis-Leistungs-Verhältnis aus Kundensicht. Die Studie «2009 Technomic Top 25 Bakery Cafe Chains Restaurant Report» beleuchtet aktuelle Trends des Segments: Gesunde Ernährung, Ausweitung des Frühstücksangebots, variierende Sortimente. Ebenfalls interessant: Verschiedene Ketten experimentieren mit neuen Standorten; etwa an Flughäfen, auf Militärbasen, in Schulen, Krankenhäusern oder Hotels. Die Anbieter machen auch zunehmend von Social Media Gebrauch, um neue Angebote oder befristete Aktionen zu bewerben. Die 25 größten Bäckerei-Cafe-Ketten verfügten Ende 2008 über 3.107 Filialen (6,6 Prozent mehr als 2007). Der Umsatz stieg um 11,8 Prozent auf 4,5 Milliarden US-Dollar. Marktführer Panera Bread bringt es auf 2,6 Milliarden US-Dollar. Abgeschlagen folgen Einstein Bros. Bagels mit 393 Millionen US-Dollar und Au Bon Pain mit 307 Millionen US-Dollar. Das größte relative Umsatzwachstum zeigte die Paradise Bakery mit plus 30,7 Prozent. Bei Le Pain Quotidien schoss vor allem die Filialzahl in die Höhe – plus 29,6 Prozent.

Migros: Keine Beteiligung von Jowa an APM

Zürich / CH. (04.01. / mgb) Die zum Jahreswechsel 2009/2010 geplante Mehrheitsbeteiligung der Großbäckerei Jowa AG an Alsacienne de Pâtes Ménagères (APM) mit Sitz im französischen Hoerdt findet nicht statt. Unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung hätten zu diesem Schritt geführt, berichtet der Migros Genossenschafts-Bund (MGB), zu dessen Geschäftsbereich «Industrie» die Großbäckerei gehört. Beide Parteien schlössen eine Zusammenarbeit auf rein kommerzieller Ebene für die Zukunft jedoch nicht aus, heißt es aus Zürich.

Morgengold: Gruppenumsatz steigt um zwölf Prozent

Stuttgart. (02.01. / div) Die Morgengold Frühstücksdienste Franchise GmbH zieht eine positive Bilanz 2009. Im gerade abgelaufenen Jahr hat das Franchise-System 16 neue Standorte eröffnet. Nach Unternehmensangaben bedienen jetzt rund 90 Franchise-Nehmer mit insgesamt 100 Standorten in Deutschland und Österreich die Menschen mit ihrem Backwaren-Lieferdienst. In 2009 steigerte das Unternehmen seinen Gruppenumsatz um zwölf Prozent auf 28 Millionen Euro. Auf bestehender Fläche verzeichnete Morgengold ein Umsatzplus in Höhe von 8,5 Prozent. Im nächsten Jahr will Morgengold mit seinem Franchise-Konzept weiter wachsen: über 120 Standorte soll es Ende 2010 geben. Insgesamt schätzt Morgengold das Marktpotenzial auf 200 Standorte in Deutschland. Mittelfristig plant Morgengold 250 Betriebe in Deutschland und 20 in Österreich.

Aldi Süd: 200 Millionen Euro fürs Backwarengeschäft

Mülheim. (02.01. / div) «Aldi bäckt auf Knopfdruck» hieß es kurz vor Weihnachten in der Tagespresse. Darin bezieht sich die Süddeutsche Zeitung (SZ) auf die in der Backbranche bekannten Absichten des Diskonters Aldi Süd, nach rund fünfjähriger Testzeit in gut 1.700 seiner Filialen Backautomaten aufstellen zu wollen. Die bedienten die Kunden selbst und der Backwarenmarkt in Deutschland stehe vor tiefgreifenden Veränderungen, schreibt die SZ. Das ist für die backenden Branchen und ihre Berufsleute nichts Neues (siehe WebBaecker 33/2009 und 22/2009). Die Kosten je Backautomat und Umrüstung einer Filiale schätzen Fachleute auf bis zu 100.000 Euro. Somit werde Aldi Süd der Einstieg in das Geschäft mit ofenfrischen Backwaren knapp 200 Millionen Euro kosten, rechnet die SZ hoch. Den Wettlauf der Hersteller, wer die Automaten liefern darf, hat nach SZ-Angaben übrigens Werner + Pfleiderer für sich entschieden. Die Teiglinge für Brot und Gebäck sollen von der Lieken AG kommen. Auch wenn der SZ-Artikel Bekanntes nur neu mischt und aufkocht, ist «Aldi bäckt auf Knopfdruck» dennoch lesenswert. Nicht zuletzt, weil er noch einmal daran erinnert, dass andere Mitbewerber um die Kundengunst nicht tatenlos zusehen werden.

Korrektur: (12.01. / eb) «Die Automaten stammen vom schwäbischen Bäckereimaschinenhersteller Werner + Pfleiderer», schreibt die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel, auf den der WebBaecker Sie in der letzten Woche aufmerksam gemacht hat. Wie die SZ mittlerweile einräumt, ist sie da wohl einer Fehlinformation aus der Branche aufgesessen. Man erwäge eine Richtigstellung in gedruckter Form, sagt der zuständige Redakteur Stefan Weber jetzt. Die SZ hat also nur ein bekanntes Gerücht weitergetragen. Wie das zu bewerten ist, zeigt sich zum Teil schon daran, dass der Sitz des Backofenbauers nicht im Schwäbischen, sondern im Fränkischen nahe Ansbach liegt. Der WebBaecker kennt das Gerücht seit etwa einem Jahr – Zeit genug darüber nachzudenken, ob ein hiesiger Ofenbauer derzeit überhaupt die Kapazitäten hätte, den Bau von und den Service für gut 1.700 Backautomaten zusätzlich zu stemmen. Oder anders herum: So perfekt abgeschottet der deutschsprachige Markt in manchen Segmenten manchmal auch erscheint, wird sich ein Global Player wie Aldi Süd kaum davon beeindrucken lassen. Der Diskonter ist in vielen Ländern der Welt mit rechtlich eigenständigen Gesellschaften vertreten – auch dort, wo mit Blick auf die Technik zur Backwarenherstellung seit jeher eher geklotzt als gekleckert wird. Ein Gutes hat der Irrtum der SZ-Redaktion: Dem erwähnten Gerücht dürfte endlich die Puste ausgegangen sein.


TERMINE + EVENTS


Kaffee: Qualität und Vielfalt nach wie vor gefragt

Hamburg. (08.01. / hmc) Kaffee bleibt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Deutschlands Lieblingsgetränk. Nach Schätzungen des Deutschen Kaffeeverbands haben die Bundesbürger 2009 ähnlich wie in 2008 im Schnitt pro Kopf rund 148 Liter Kaffee getrunken. Während der Internorga 2010 geben führende Unternehmen einen Überblick über technische Innovationen, neue Geschmackstrends und aktuelle Entwicklungen rund um die Kaffeebohne. Die Leitmesse für den Außer-Haus-Markt mit mehr als 1.000 Ausstellern aus dem In- und Ausland öffnet vom 12. bis 17. März zwischen Alster und Elbe ihre Pforten. Der Kaffeekonsum steigt seit Jahren kontinuierlich und hat sich seit 2005 um vier Liter je Kopf gesteigert. «Deutschland ist ein Kaffeeland», sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands. «Auch in Zeiten der Wirtschaftskrise setzen die Deutschen auf Genuss und sparen nicht beim Kaffee». Das Angebot an Coffee-to-go wächst und besonders Bäckereien mit Systemgastronomie bauen ihr Kaffeeangebot und die Kaffeekompetenz aus. Die Trends der letzten Jahre haben sich laut Kaffeeverband verstärkt. So setzen die Verbraucher stärker auf sortenreine Kaffees und zertifizierte Produkte. Gab es vor einigen Jahren nur vereinzelt zertifizierte Kaffees im Außer-Haus-Markt, so reicht die Bandbreite heute vom Bäckereikaffee bis zum Kaffee im Luxushotel. Für die kommenden Jahre erwarten Experten die Fortsetzung dieser Entwicklung. «Besonders in der Gastronomie gibt es noch großes Potenzial», sagt Preibisch.

IGW: Bäckerinnung Berlin mit neuem Produkt

Berlin. (06.01. / bi) Auch in diesem Jahr ist die Bäckerinnung Berlin auf der Grünen Woche (IGW) vertreten. Am Länder-Stand in Halle 20 stellen die Bäcker ihr neues «Bärlino-Brötchen» vor: ein Weizenkleingebäck mit hohem Anteil an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen – Kalzium so viel wie in Milch. Auf dem Erlebnisbauernhof in Halle 3.2 zeigt die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Berlin-Brandenburg (ADB) in einer gläsernen Ausbildungsbackstube wieder handwerkliche Fertigkeiten und Fähigkeiten der Auszubildenden. Am 17. Januar treten dort auch Alexander Schellenberger und Rene Krause auf, die Meister der 1. Deutschen Bäckermeisterschaft. In der BMELV-Halle 23a präsentieren ADB-Ernährungsberater/innen Brot und Brötchen für ein «Gesundes Frühstück». In allen drei Hallen runden Vorträge auf den Bühnen, Tischgespräche sowie Vorführungen in den Kochstudios die Präsentationen ab. Die Internationale Grüne Woche – weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau – findet vom 15. bis 24. Januar unter dem Westberliner Funkturm statt.

IGW: vom «wilden Handel» zur Weltleitmesse

Berlin. (05.01. / igw) Angefangen hatte alles mit Lodenmänteln. Als die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) Ende des 19. Jahrhunderts ihre Wintertagungen in Berlin abhielt, bestimmten in auffälliger Weise eine Woche lang grüne Kleidungsstücke das Bild der Stadt. Handwerk und Industrie boten parallel dazu im Tagungsviertel auf offener Straße berufsspezifische Artikel und Verbrauchsgüter an. Als dieser wilde «Handel und Wandel» immer stärkere Formen annahm, hatte der Landwirt Hans-Jürgen von Hake, seinerzeit Mitarbeiter im Berliner Fremdenverkehrsamt, die Idee, die Tagung 1926 erstmals mit einer landwirtschaftlichen Ausstellung am Kaiserdamm zu verknüpfen. Die «Grüne Woche» war geboren und die Veranstalter sind sich bis heute nicht sicher, ob das Grün seinerzeit auf den Loden oder tatsächlich das Grünzeug gemünzt war. Wie auch immer: Heute zählt die Internationale Grüne Woche (IGW) zu den traditionsreichsten Berliner Messen und den bekanntesten Veranstaltungen in Deutschland überhaupt. Sie blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück und am 15. Januar öffnet die IGW zum 75. Mal ihre Pforten. Aus einer schlichten lokalen Warenbörse hat sich die weltgrößte Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau entwickelt. Seit 1926 präsentierten sich 75.100 Aussteller aus 120 Ländern den über 29,7 Millionen Fach- und Privatbesuchern mit einem umfassenden Produktangebot von allen Kontinenten. Im Lauf der Grünen Woche 2010 wird der 30.000.000. Besucher seit Bestehen der Messe erwartet.


MANAGEMENT + BETRIEB


Marvin: Welcher Kundenservice ist der «richtige»?

Kronau. (08.01. / goe) Zum Jahreswechsel 2009/2010 haben alle Kunden von Goecom mit gültigem Update-Service-Vertrag die neueste «Marvin Edition 2010» erhalten. Diesen Service, den die Software-Spezialisten optional allen Marvin-Anwendern bieten, können Interessenten jederzeit durch zusätzliche Service-Leistungen erweitern. Neben dem Hotline-Service, der unter anderem Telefonsupport beinhaltet, steht zudem ein «Full-Service» und «Premium-Service» zur Verfügung. Im Full-Service sind unter anderem Fernwartungen ohne Zusatzkosten enthalten. Der Premium-Service deckt spezielle Anforderungen für Unternehmen ab und kann zum Beispiel mit Dienstleistungstagen vor Ort kombiniert werden. So können Nutzer entsprechend ihrer individuellen Anforderungen den jeweils passenden Service für sich wählen und haben neben der neuesten Marvin-Software die Sicherheit, immer die richtigen Ansprechpartner für spezielle Aufgabenstellungen zu haben. Das Goecom Hotline- und Support-Team oder der zuständige Vertriebspartner informieren Interessenten gerne über das umfangreiche Serviceangebot.

Ausbildungsvergütungen: Bäcker weiter unter Schnitt

Bonn. (06.01. / bibb) 679 Euro brutto im Monat verdienten die Auszubildenden 2009 durchschnittlich in Westdeutschland. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhten sich im Durchschnitt um 3,3 Prozent und damit deutlich mehr als im vorangegangenen Jahr mit 2,0 Prozent. In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2009 um 4,9 Prozent auf durchschnittlich 595 Euro im Monat – und somit wesentlich stärker als im Jahr zuvor (2,9 Prozent). Eine noch stärkere Erhöhung hatte es zuletzt im Jahr 1995 gegeben (West: 3,4 Prozent, Ost: 8,3 Prozent im Vergleich zu 1994). Der Abstand zum westlichen Tarifniveau hat sich 2009 verringert: Im Osten werden jetzt 88 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht (2008: 86 Prozent). Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt 2009 bei 666 Euro pro Monat und damit um 3,7 Prozent über dem Vorjahreswert von 642 Euro. Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2009 (Format PDF). Eher niedrige Ausbildungsvergütungen werden weiterhin – zum Beispiel – in den Berufen Maler/in und Lackierer/in (West: 421 Euro, Ost: 388 Euro), Friseur/in (West: 449 Euro, Ost: 269 Euro), Florist/in (West: 460 Euro, Ost: 312 Euro) und Bäcker/in (West: 478 Euro, Ost: 390 Euro) gezahlt.

Lochham: Energieeffizienz durch Kraft-Wärme-Kopplung

Gräfelfing. (05.01. / liv) Die Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks in Lochham setzt seit September eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage zur Warmwasserversorgung des Akademiegebäudes ein – vor allem für das darin beheimatete Internat. Da die Anlage zusätzlich zur Wärme auch Strom erzeugt, führt ihr Einsatz zu deutlichen Kosteneinsparungen bei der Stromversorgung der Akademie. Das hat eine erste Überprüfung der Stromrechnungen jetzt ergeben. «Wir erhoffen uns eine Reduzierung der Stromkosten von rund 30 Prozent», sagt Akademie-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Filter. Zusätzlich zur reinen Verbrauchs-Einsparung ergeben sich noch Kostenreduzierungen durch eine teilweise Befreiung von der Stromsteuer und die Förderung der Einspeisung von Strom in das allgemeine Netz, rechnet der Landesinnungsverband (LIV) vor.


TRENDS + KONZEPTE


tegut… bankett: erster Naturland zertifizierter Caterer

Fulda. (07.01. / tg) Die steigende Nachfrage nach Catering-Leistungen im Hause tegut…, in den backenden Branchen eher durch die Herzberger Bäckerei bekannt, führte in 2001 zur Gründung von tegut… bankett. Der Bio-Caterer konnte sich mit zunehmendem Erfolg auch auf dem externen Markt profilieren und ist seit neuestem zertifiziertes Naturland-Event-Catering-Unternehmen. Naturland hatte seine Gastronomierichtlinie – die Richtlinie für das Herstellen und Anbieten von Speisen und Getränken in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen – erst Ende 2009 verabschiedet. Erster nach dieser Richtlinie zertifizierter Betrieb ist tegut… bankett. Dafür dürfen die Fuldaer auf der kommenden BioFach auch das Catering am Stand des Öko-Verbands übernehmen, heißt es aus Gräfeling. «Öko-Produkte spielen in der Außer-Haus-Verpflegung eine zunehmende Rolle», sagt Naturland-Geschäftsführer Michael Stienen. «Doch je stärker der Markt wächst, desto mehr wird auch eine qualitative Abgrenzung notwendig. Wir freuen uns darauf, zur Weiterentwicklung der Öko-Gastronomie beizutragen». Anja Lindner, Geschäftsführerin von tegut… bankett, bestätigt: «Genau wie Naturland bedeutet es unserem Unternehmen sehr viel, gesicherte Produktherkunft, hohe Öko-Qualität und faire Partnerschaften zu vereinen».


ERNÄHRUNG + VERBRAUCHER


Fürs Klima: Regionale und saisonale Lebensmittel sind erste Wahl

Bonn. (07.01. / rlv) Der Genuss von Lebensmitteln ist für Verbraucher im Wesentlichen CO2-neutral. Dies betont der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn. Denn landwirtschaftliche Kulturen hätten unter Nutzung von Sonnenenergie zuvor deutlich mehr CO2 gebunden, als durch die landwirtschaftliche Produktion insgesamt ausgestoßen würde. Verzichtsstrategien seien bei der Ernährung aus Klimaschutzgründen wenig Ziel führend. Stattdessen sollte sich der Verbraucher für eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit hochwertigen regionalen und saisonalen Produkten entscheiden (Volltext).

Back-Factory: SB-Bäckerei untersucht Kundenzufriedenheit

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Bildquelle: Backfactory GmbH

Hamburg. (06.01. / dfv) Die Backfactory GmbH, ein Unternehmen der Schenefelder Harry Brot GmbH, hat die Bedürfnisse und Kaufangewohnheiten ihrer Kunden untersucht. Dafür hat das Franchisesystem bundesweit insgesamt 3.000 Kunden in knapp 100 Filialen befragt. Das Ergebnis zeigt, dass der typische Kunde einer Selbstbedienungsbäckerei weiblich ist, 37 Jahre alt und als Angestellte arbeitet. Zu den Ergebnissen gehört auch, dass sich das Kaufverhalten von Frauen und Männern unterscheidet. Während Frauen überwiegend Backwaren, Feingebäck und Brot kaufen, bevorzugen Männer mit deutlicher Mehrheit Snacks, belegte Brötchen, Getränke und Zeitungen. Der Stammkundenanteil, der mindestens einmal pro Woche eine Back-Factory-Filiale aufsucht, liege bei fast 70 Prozent, heißt es aus der Systemzentrale. Das wichtigste Kriterium für den Einkauf in der SB-Bäckerei sei das vorteilhafte Preis-/Leistungsverhältnis – dicht gefolgt von der Produktqualität und der Freundlichkeit der Mitarbeitenden. Hier erhielt Back-Factory von seinen Kunden eine gute 1,6 respektive 1,5 als Note. Gegründet 2002, hat sich die Backfactory GmbH hierzulande zu einer der führenden SB-Bäckereien entwickelt. Neben dem Verkauf von zeitnah gebräunten Backwaren bieten die Filialen heute Snacks, Kaffeespezialitäten und andere Getränke. Back-Factory ist nach eigenen Angaben bundesweit der einzige Anbieter im Segment, der hier auch Backwaren aus eigener Herstellung bietet. Produkte wurden bereits mehrfach von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft prämiert (Quelle: DFV).

Bundeskartellamt: verhängt Geldbußen gegen Kaffeeröster

Bonn. (02.01. / bund) Das Bundeskartellamt hat Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 159,5 Millionen Euro gegen drei Kaffeeröster und sechs verantwortliche Mitarbeiter wegen Preisabsprachen verhängt. Bei den Unternehmen handelt es sich um die Tchibo GmbH in Hamburg, die Melitta Kaffee GmbH in Bremen und die Alois Dallmayr Kaffee oHG in München. Die Unternehmen wollen Widerspruch einlegen. Nach den Erkenntnissen des Bundeskartellamts existierte seit mindestens Anfang 2000 bis zur Durchsuchung der Unternehmen im Juli 2008 ein Gesprächskreis bestehend aus den Geschäftsführern und Vertriebsleitern der Kaffeeröster. Der Gesprächskreis hatte vor allem den Zweck, das Preisgefüge der wichtigsten Röstkaffeeprodukte bei den Endverkaufs- und Aktionspreisen aufrechtzuerhalten. Die Absprachen wirkten sich unmittelbar zu Lasten der Endverbraucher aus, da der LEH die Preiserhöhungen in der Regel unmittelbar an die Endverbraucher weitergegeben hat. So führten allein die beiden im Dezember 2004 und im April 2005 angekündigten Preiserhöhungen zu einem Anstieg der Endverbraucher- und Aktionspreise für Röstkaffee von durchschnittlich mehr als einen Euro je 500-Gramm-Packung. Die Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. Gegen die Bescheide kann Einspruch eingelegt werden über das OLG Düsseldorf. Neben diesen Vorgängen hat das Bundeskartellamt im Januar 2009 weitere Verfahren gegen zahlreiche Kaffeeröster wegen des Verdachts von Preisabsprachen bei Kaffee für den Außer-Haus-Bereich eingeleitet. Diese Verfahren sollen in der ersten Hälfte 2010 abgeschlossen werden (Volltext).


PERSONEN + EHRUNGEN


ZDH: meldet neuen Generalsekretär

Berlin. (04.01. / zdh) Zum Jahreswechsel hat Holger Schwannecke das Amt des Generalsekretärs des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) übernommen. Die ZDH-Vollversammlung hatte den 48-Jährigen bereits im März 2009 zum Nachfolger von Hanns-Eberhard Schleyer (65) gewählt, der mit dem Erreichen der Altersgrenze nun ausgeschieden ist.


BOOKMARKS + BOOKS


WfB: Neues und Informatives rund um Backzutaten

Bonn. (04.01. / wfb) Über Neuigkeiten aus dem Bereich der Backzutaten informiert die Ausgabe 3/2009 von «backwaren aktuell» aus der Feder des Wissensforums Backwaren (WfB). Die Beiträge im Überblick:
Die neue Öko-Verordnung – alte Regelung im neuen Gewand?
«Bio oder nicht Bio?» – das ist die Frage …;
Überzüge: so individuell wie ein Fingerabdruck;
Zusatzstoffe – was steckt dahinter?
Interessenten können sich die jüngste Ausgabe als PDF-Datei (20 Seiten, 650 KB) vom WfB-Server herunterladen. Es besteht zudem die Option, sich ein papierenes Exemplar kostenfrei zusenden zu lassen.

Global Industry: Bakery cafes are well-positioned

Hamburg. (bm) Bakery cafes have emerged as high-fliers in the restaurant industry, and are well-positioned to leverage new growth opportunities as the economy continues its slow recovery. Systemwide sales in the United States for the bakery cafe industry grew by 12 percent to more than 4,5 billion USD in 2008. Industry leaders Panera Bread, Einstein Bros. Bagels and Au Bon Pain accounted for the lion´s share of sales, with 2,6 billion USD, 393 million USD and 307 million USD respectively. Other topics of the week:

Title Region Date
Internorga: 1’000 exhibitors from Germany and abroad (DE) Fri 01-08
Offer by Kraft Foods for Cadbury – Extension (US) Thu 01-07
Trading Update: Lees Foods announces Record Sales (UK) Thu 01-07
Nestle: becomes leader in global frozen pizza business (CH) Wed 01-06
Nestle: opens new global R+D Centre in Chile (CH) Wed 01-06
Bunge: to Expand Sugar and Bioethanol Business in Brazil (US) Wed 01-06
BRC: Retailers believe 2010 will continue to be tough (UK) Tue 01-05
Ark Restaurants: Announces Results for Q4 and FY 2009 (US) Tue 01-05
Research: finds clues to why some eat when full (US) Tue 01-05
Bakery cafes: prosper and post solid gains in weak economy (US) Mon 01-04
Lantmannen Cerealia: May Close Flour Mill (SE) Mon 01-04
ConAgra Foods: Reports Strong Second Quarter (US) Mon 01-04
Kraft Foods: Filing of Definitive Proxy Statement (US) Sat 01-02
Au Bon Pain: RPG opens flagship cafe in India (IN) Sat 12-19
AarhusKarlshamn: appoints new President and CEO (SE) Sat 12-19
Kraft Foods: Appoints Two New Directors (US) Sat 12-19


REZEPTE + IDEEN


Frankenbrot: mit Detmolder Einstufenführung

Isernhagen. (08.01. / is) Der hohe Roggenanteil verleiht diesem Gebäck seinen herzhaften, leicht säuerlichen Geschmack – heißt es in der Verkaufsinformation zum «Frankenbrot» aus dem IsernHäger VorteigCentrum. Ein ähnliches Rezept gab es bereits im Februar 2009. In der hier vorliegenden Herstellungsanleitung setzen die Vorteig-Spezialisten jedoch nicht auf die Brotfermentation, sondern auf die Detmolder Einstufenführung. Kümmel, Fenchel, Anis und Koriander runden das Aroma ab und sorgen zusätzlich für angenehmen Duft. Ausgehend von 100 Kilogramm Mehl ergibt das IsernHäger Rezept bei einer Einwaage von 2.300 Gramm gut 77 Laibe.
ODS (019 KB): 0110-ISERN-FRANKENBROT.ODS
XLS (023 KB): 0110-ISERN-FRANKENBROT.XLS
PDF (154 KB): Frankenbrot1.pdf

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