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VGMS: Weniger Mühlen verarbeiten mehr Getreide

Berlin. (vgms) Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat erste Zahlen zur Mühlenstruktur 2017/2018 veröffentlicht. Mit 196 Mühlen werden erstmals weniger als 200 Mühlen registriert, die über der Meldegrenze der Marktordnungswarenmeldeverordnung liegen. Waren es im letzten Getreidewirtschaftsjahr noch 205 Mühlenbetriebe, die mehr als 1.000 Tonnen im Jahr vermahlen, sind es nun neun Betriebe weniger. Die Zahl der Mühlen hat sich reduziert, weil Betriebe unter die Meldegrenze gefallen oder stillgelegt worden sind. Grundlegend hat sich damit nichts Wesentliches verändert, schreibt der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS). Die Branche bleibt geprägt von Familienunternehmern und die Mühlenlandschaft äußerst vielfältig. Insgesamt ist die Vermahlungsleistung um knapp 20.000 Tonnen auf 8,91 Millionen Tonnen gestiegen, im Schnitt verarbeitet jeder Mühlenbetrieb nun 45.484 Tonnen.

Die 13 größten Mühlenbetriebe in Deutschland decken mehr als 40 Prozent des Marktes ab. Die 60 größten Mühlenbetriebe erreichen einen Anteil von knapp 90 Prozent an der Vermahlung. Die nicht ganz 100 Mühlen mit einer Vermahlungskapazität von weniger als 5.000 Tonnen pro Jahr kommen zusammen auf einen Marktanteil von 2,2 Prozent. All dies sind Zahlen aus dem letzten Mühlenstrukturbericht der BLE.

Die Mühlen beliefern Backgewerbe und Lebensmittelindustrie, Handel und Verbraucher. Nach eigenen Schätzungen gehen 30 Prozent der Erzeugnisse an Handwerksbäcker, 55 Prozent an Betriebe der Backwaren- und Lebensmittelindustrie, zehn Prozent an Spezialverarbeiter, wie Teigwarenhersteller, sowie etwa fünf Prozent in Kleinpackungen direkt an den Endverbraucher.

Ungeachtet ihrer zentralen Bedeutung für die Ernährungswirtschaft hat sich die Struktur der Branche über die vergangenen Jahrzehnte stark verändert: Gab es 1950 noch rund 19.000 Mühlen, hat ihre Zahl seither beständig abgenommen. Derzeit gibt es noch etwa 550 aktive Mühlen in Deutschland, 196 davon vermahlen mehr als 1.000 Tonnen im Jahr und sind demnach meldepflichtig nach der Marktordnungswarenmeldeverordnung.

Trotz des Trends zu größeren Betriebseinheiten, bleibt die Branche unverändert klein- und mittelständisch geprägt. Nahezu alle Unternehmen befinden sich in Familienbesitz und das oft bereits seit Jahrhunderten und über viele Generationen.