Mittwoch, 28. September 2022

Verband Deutscher Großbäckereien ernennt neuen Brotsenator

Düsseldorf. (vdg) Bei der Jahrestagung des Verbands Deutscher Großbäckereien (VDG) in Heidelberg ist Dr. Jan Willem van der Kamp aus den Niederlanden als neuer Senator in den Brotsenat des Verbands berufen worden. Nach seinem Studium der Chemie und einer Tätigkeit in der Forschung bei Unilever begann van der Kamp 1985 als Direktor der Getreideforschung bei TNO, der niederländischen Organisation für angewandte Wissenschaften. Nach 1990 engagierte er sich zunehmend für die Förderung internationaler Kooperationen in der Getreideforschung mit Forschungsorganisationen und der Industrie. Van der Kamp war unter anderem Präsident der Internationalen Gesellschaft für Getreidechemie ICC.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Dr. Friedrich Meuser, einer der großen Männer der Brotforschung, Ehrenvorsitzender der Berlin-Brandenburgischen Gesellschaft für Getreideforschung e.V. und selbst Mitglied im Brotsenat, die besonderen Verdienste van der Kamps. Dazu gehöre vor allem seine aktive und leitende Beteiligung am Healthgrain-Projekt der Europäischen Union. Ziel dieses Projektes war es, die Bedeutung der Inhaltsstoffe des Getreides für eine gesunde Ernährung zu erarbeiten. Daran, ergänzte Meuser, «war van der Kamp in Wort, Schrift und Tat entscheidend beteiligt». Meuser würde es begrüßen, wenn aufbauend auf den Erkenntnissen des Healthgrain-Projekts der Stellenwert der Vollkornbrote in der Ernährung steigen würde.

Der neue Brotsenator zeigte sich «stolz und überwältigt» von der Auszeichnung. Natürlich könne er jetzt in den Ruhestand gehen, das werde er aber nicht tun, denn es gebe noch genug zu tun. So habe er vor kurzem mit vielen anderen die EU-Kommission aufgefordert, die Bedeutung von Vollkorn für eine gesunde Ernährung anzuerkennen. Nicht allein Obst und Gemüse förderten die Gesundheit, sondern auch Vollkorn.

Mit dem Titel Brotsenator respektive Brotsenatorin zeichnet der VDG Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft aus, die sich um das Produkt Brot verdient gemacht haben. Seit 1998 sind insgesamt 21 Personen zu Brotsenatorinnen oder Brotsenatoren ernannt worden.

Auf dem Programm der Jahrestagung 2022 in Heidelberg standen zudem aktuelle Branchenthemen. Wie lässt sich in den gegenwärtigen unsicheren Zeiten die notwendige Versorgungssicherheit gewährleisten? Was verändert sich beim Lebensmittelhandel für Kunden und Lieferanten? Welche grundsätzlichen Herausforderungen stellen sich im digitalen Zeitalter an Arbeiten, Motivieren und Führen?

Neben spannenden Diskussionen standen für Verbandspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Detmers das persönliche Treffen und der Austausch im Vordergrund: «In den kommenden Monaten ist das Backgewerbe sicherlich, wie viele andere Branchen auch, extrem gefordert.» Umso wichtiger sei es, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Jahrestagung bot dafür ein gutes Forum.

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