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VDM: «Ohne Gentechnik» benachteiligt Brotgetreide massiv

Bonn. (vdm) Das vom Bundestag am 25. Januar unverändert beschlossene Gentechnikgesetz trägt nach Ansicht des Verbands Deutscher Mühlen (VDM) zur Verbrauchertäuschung bei und benachteiligt pflanzliche Lebensmittel in unzumutbarer Weise.

Künftig dürfen tierische Produkte schon dann das Label «ohne Gentechnik» tragen, wenn Futtermittel verwendet wurden, die keiner Gentechnik-Kennzeichnungspflicht unterliegen. Bis zu 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Organismen dürfen enthalten sein, wenn diese zufällig oder technisch nicht vermeidbar sind. Zudem ist in der Fütterung der Einsatz gentechnisch veränderter Stoffe, wie Verarbeitungshilfsstoffe, Enzyme oder Futtermittelzusatzstoffe, grundsätzlich erlaubt.

Diese Aufweichung widerspricht klar der Verbrauchererwartung, dass Lebensmittel die Bezeichnung «ohne Gentechnik» nur dann tragen, wenn bei ihnen jegliche Berührung mit der Gentechnik auszuschließen ist.

Die «ohne Gentechnik»-Kennzeichnung für Lebensmittel tierischen Ursprungs benachteiligt darüber hinaus pflanzliche Lebensmittel in unzulässiger Weise, denn die Herstellungsbedingungen sind in vielen Fällen gleich. Zum Beispiel gibt es kein genverändertes Brotgetreide (Weizen und Roggen), somit auch kein genverändertes Getreidemehl. Trotzdem ist diesen Lebensmitteln die «ohne Gentechnik»-Kennzeichnung verschlossen, weil es sich angeblich um eine «Werbung mit Selbstverständlichkeiten» handelt. «Es kann nicht sein, dass tierische Lebensmittel von großzügigen Ausnahmen bei der «ohne Gentechnik»-Kennzeichnung profitieren, während bei pflanzlichen Lebensmitteln ohne jegliche Gentechnik diese Kennzeichnung nicht möglich ist. Da in beiden Fällen ein Nachweis von GVO-Spuren im Endprodukt nicht möglich ist, sind Rechtsunsicherheiten bei der Lebensmittelüberwachung vorprogrammiert», kritisiert VDM-Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer das Gesetz.

Schließlich ist das überstürzte Verfahren bei dieser Gesetzesänderung scharf zu kritisieren, das nach Angaben des Verbands keine ausreichende Möglichkeit zur Stellungnahme der Wirtschaft bot.