Dienstag, 5. März 2024

TUM-Langzeitstudie: Ökolandbau schützt das Klima deutlich

Berlin. (boelw) Eine Langzeitstudie der Technischen Universität München (TUM) zu den «Umwelt- und Klimawirkungen des ökologischen Landbaus» zeigt, dass durch höhere Stickstoffeffizienz, die Nicht-Nutzung von mineralischem Stickstoffdünger und mehr Humusaufbau bei der Bio-Bewirtschaftung weniger Treibhausgase freigesetzt, weniger fossile Energie genutzt und mehr Kohlenstoff im Boden gebunden wird. Die Ergebnisse der Langzeitstudie, die über 10 Jahre konventionelle und ökologische Betriebe begleitete, belegt, dass Bio-Betriebe jährlich 750 bis 800 Euro je Hektar an Klimafolgekosten vermeiden. So erspart die aktuelle Öko-Fläche in Deutschland Umweltschäden in Höhe von 1,5 Milliarden Euro jährlich. Bei 30 Prozent Bio würden somit mehr als 4 Milliarden Euro an Umweltschäden eingespart.

Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), sagt: «Die Zahlen zeigen das massive Marktversagen bei der Nutzung von Umweltgütern. Aktuell können die Produzenten, die die Umwelt schädigen, das billigste Produkt auf den Markt bringen, weil die Folgekosten vergesellschaftet werden. Die Erzeuger und Produzenten, wie Bio-Bäuerinnen und -Bauern, die vernünftig wirtschaften und Gemeinwohlgüter schützen, werden am Markt schlechter gestellt. Laut Schlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) liegen die Umweltschäden der Landwirtschaft hierzulande bei 90 Milliarden Euro im Jahr. Diese Summe müssen wir alle bezahlen – Jahr für Jahr. Es ist nötig, dass die Bundesregierung für einen fairen Wettbewerb sorgt und diejenigen entlastet, die Gemeinwohlgüter wie das Klima entlasten. Ein Beitrag dazu ist die Senkung der Mehrwertsteuer auf Bio-Produkte.»

Die Studie «Umwelt- und Klimawirkungen des ökologischen Landbaus» belegt: Bio schützt das Klima, weil Bio-Bauernhöfe keinen mineralischen Stickstoffdünger und keine chemisch-synthetischen Pestizide auf den Acker bringen, die mit viel fossiler Energie hergestellt werden. Durch eine flächengebundene Tierhaltung und hohe Stickstoffeffizienz beim Düngen werden Ausgasungen mit klimaschädlichem Lachgas vermieden. Bio-Betriebe binden mit vielfältigen Fruchtfolgen zudem mehr CO2 aus der Luft im Humus des Bodens. Auch bezogen auf die erzeugten Lebensmittel ist Bio klar im Vorteil. Hier liegt der Klimavorteil bei 20 Prozent, heißt es in der Langzeitstudie aus München.

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