Mittwoch, 18. Mai 2022
20220513-TROPHELIA-2022

Trophelia Deutschland: Gold für «Golden Barley»

Bonn. (fei) Mit der Produktidee «Golden Barley» gewinnt in diesem Jahr das Studentinnen-Tandem der Technischen Universität Berlin den Wettbewerb Trophelia Deutschland. Der Ideenwettbewerb richtet sich an Studentinnen und Studenten der Lebensmittelwissenschaften und wurde zum dreizehnten Mal durch den Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) ausgerichtet.

«Golden Barley» ist eine Gerstenmilch auf Basis von Biertreber, die den wachsenden Markt der sogenannten Milchalternativen sinnvoll um ein veganes, protein- sowie ballaststoffreiches Upcycling-Produkt ergänzt.

Biertreber, der Rohstoff für «Golden Barley», ist ein Reststoff aus der Bierherstellung: Jährlich fallen etwa 2 Millionen Tonnen Biertreber allein in Deutschland an, der bisher vorrangig als Futtermittel oder für die Biogasgewinnung verwertet wird. Mit einem Ballaststoffgehalt von über 55 Prozent, einem Proteinanteil von 20 Prozent sowie einem hohen Gehalt an Vitaminen, Polyphenolen und Antioxidantien ist Biertreber zugleich ein wertvoller Rohstoff für die Herstellung einer Milchalternative, mit dessen Upcycling auch eine bessere Ressourcennutzung gewährleistet wird.

«Unser Ziel ist es, eine Kreislaufwirtschaft zu erzeugen, sodass die Ressourcen kontinuierlich für den Menschen nutzbar gemacht werden können», erklären die Erfinderinnen Laura Caspereit und Thao Tran von der Technischen Universität Berlin. «Aus diesem Grund leisten wir mit «Golden Barley» einen Beitrag für Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz.»

  • Das Siegerteam wird mit «Golden Barley» Deutschland beim europäischen Wettbewerb EcoTrophelia, der vom 16. bis 17. Oktober in Paris stattfinden wird, vertreten. Bei der Entwicklung und Umsetzung der Idee wurde das Team unterstützt durch Prof. Dr. Cornelia Rauh.
  • Platz 2 erreicht ein Team der Universität Hannover mit «Cauli(t)cheeze», einer veganen Pastasoße nach Käseart auf Basis von in Sojamilch fermentiertem Blumenkohl sowie Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten, verfeinert mit Hefeflocken.
  • Über Platz 3 freut sich das Team des Karlsruher Instituts für Technologie mit «oat.break», einem Ready-to-eat-Frühstück ohne Verpackungsmüll aus fermentierter, mit Apfeltresterfasern angedickter Hafercreme sowie saisonalem Früchtemüsli.
  • Der diesjährige Sonderpreis für die innovativste Produktidee geht an das Team der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe: Mit «LupiDream» wurde ein Kakaogetränk auf pflanzlicher Basis mit entspannender, schlaffördernder Wirkung entwickelt – ein regionales, nachhaltiges und gesundes Lebensmittel, das bei einem bewussterem Lebensstil unterstützt.

Zwei weitere Teams hatten ihre Produktideen der fünfköpfigen Trophelia-Jury vorgestellt: «Pookies – Sunny in Press», ein Keks mit einzigartiger Füllung, inspiriert durch eine ostasiatische Süßspeise, der durch seinen nussigen Geschmack überzeugte (Technische Universität Berlin) und «A:live», ein fermentiertes Erfrischungsgetränk aus Biertreber, das sich insbesondere durch seine probiotischen Eigenschaften auszeichnet (Hochschule Geisenheim).

In diesem Jahr hatten sich für Trophelia Deutschland 18 Studierenden-Teams von 10 Hochschulen in ganz Deutschland beworben, um ihre Ideen für innovative Lebensmittelprodukte mit einem ökologischen Benefit vorzustellen. Sechs Favoriten-Teams wurden durch die Jury für das Finale ausgewählt, das am 26. April nach drei Jahren wieder als Präsenzveranstaltung in Bonn im Rahmen des FEI-Kooperationsforums stattfand. Nach der Ideen-Präsentation und Verkostung bewertete die Jury die Produktideen nach Punkten in verschiedenen Kategorien. Die Preisverleihung fand im Anschluss an das FEI-Kooperationsforum vor rund 80 Teilnehmenden statt.

«Wir alle stehen vor immensen Herausforderungen hinsichtlich der Sicherung der Welternährung, um mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie, den Folgen des Ukraine-Kriegs und des Klimawandels nur einige zu nennen. Die Teams des Trophelia-Wettbewerbs haben sich den Herausforderungen gestellt und in beeindruckender Weise die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität, Tierwohl, CO2-Abdruck und gesunde Ernährung in ihre Projekte einfließen lassen. Dabei blieben der Genuss und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit nicht auf der Strecke», eröffnete Martin Ammann, Sprecher der Trophelia-Jury 2022, die Preisverleihung und ergänzte: «Wir hoffen, viele der Produktideen künftig auf dem Markt zu finden, bedanken uns bei allen Teams und wünschen insbesondere dem Gewinner-Team «Golden Barley» von der TU Berlin, dass es beim europäischen Wettbewerb EcoTrophelia reüssieren wird» (Foto: FEI).