Samstag, 10. April 2021

Traditionelle Handwerkskunst trifft auf moderne Architektur

Niederbayern. (bcr) Seit 1739 wird in der Backstube der Bäckerei Rauchensteiner im niederbayerischen Geisenhausen in Landkreis Landshut schon gebacken. Inzwischen kann diese Produktionsstätte dem Qualitätsanspruch und dem Komfort für die Mitarbeitenden nicht mehr gerecht werden. Deshalb entschlossen sich die beiden Geschäftsführerinnen Elisabeth Rauchensteiner-Holzner und Tochter Julia Holzner einen großen Schritt in Richtung Zukunft zu gehen und an der Bundesstraße 299 im Gewerbegebiet Geisenhausen auf einem Grundstück mit 6000 Quadratmetern eine neue Produktionsstätte mit angeschlossenem Café, Büro- und Tagungsräumen zu schaffen.

Beide haben neben der Liebe zu Bäckerei und Konditorei eine Leidenschaft für Architektur und Einrichtung und so war klar, dass man am «Tor zu Geisenhausen» nicht eine einfache Halle platzieren würde, sondern neben dem Schwerpunkt auf eine moderne Produktion mit ausreichend Platz für langzeitgeführte Teige, auch die Optik eine Rolle spielen wird.

Mit der Baufirma Hinterschwepfinger aus Burghausen, die schon mehrere Bäckereien und herausragende Industriebauten errichtet hat, fand das Geisenhausener Unternehmen einen guten Partner, der als Generalunternehmer sämtliche Gebäudeplanungen und die Bauleitung übernimmt.

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So können sich die beiden Inhaberinnen neben den Planungen auch weiterhin um ihr tägliches Brot kümmern: Elisabeth Rauchensteiner-Holzner um den Verkauf und um die Buchhaltung, Julia Holzner
als Bäcker- und Konditormeisterin um die Produktion, sowie um das Personal und das Marketing.

Rauchensteiner-Holzner ist von Kindesbeinen an jeden Tag in ihrer Bäckerei tätig, mit Ausnahme während der Ausbildung zur Handelsfachwirtin und der Tätigkeit in einer renommierten Münchener Bäckerei. Julia Holzner entschied sich nach dem Abitur für eine Bäckerlehre, der eine Konditorlehre, die beiden Meistertitel sowie der Betriebswirt des Handwerks folgten. Bevor sie 2016 ins Unternehmen einstieg, sammelte sie noch Erfahrungen in angesehenen Betrieben im In- und Ausland.

Gemeinsam mit 40 engagierten Mitarbeitenden betreibt die Bäckerei Rauchensteiner aktuell drei Filialen in Geisenhausen und Landshut, wobei an zwei Filialen ein Café angeschlossen ist. Der Schwerpunkt liegt auf der Herstellung von Backwaren aus langzeitgeführten Teigen und Teiglingen sowie der Konditorei mit einem breiten Sortiment an Kuchen, Tartes, Torten und Törtchen. Ein großes Augenmerk legt die Bäckerei-Konditorei seit jeher auf die Ausbildung: Derzeit sind fünf Auszubildene beschäftigt, die nächsten stehen in den Startlöchern. Etwa die Hälfte der in den letzten Jahren Ausgebildeten gehörten zu den Innungsbesten.

Die neue Backstube bietet in Zukunft noch mehr Platz für sinnvolle Produktionsabläufe, ausreichend Kühl- und Frosterfläche, eine zentrale Snackzubereitung, einen schönen Aufenthaltsraum mit Loggia für die Mitarbeitenden, geräumige Büros und einen großen Tagungsraum, der interne Nutzung findet, aber auch extern inklusive Catering vermietet werden kann.

Das Café soll ein weiterer starker Standort werden, der das breite Sortiment der Bäckerei Rauchensteiner gut abbilden kann. Zusätzlich wird es ein neues Frühstückskonzept im Komponenten-Prinzip sowie ein Pasta-Konzept für den In- und Außer-Haus-Verzehr geben.

Vergangene Woche konnte der Spatenstich vollzogen werden, im Beisein der beiden Produktionsleiter Maximilian Glass (Bäckerei) und Waldemar Travkin (Konditorei), der Verkaufsleiterin Johanna Berberich, Architekt Stefan Waldherr und Bürgermeister Josef Reff, der das Projekt als «neues Aushängeschild von Geisenhausen» würdigte (Fotos: Bäckerei Café Rauchensteiner).