Samstag, 5. Dezember 2020

Teures Brot: vzbv warnt vor neuen Abhängigkeiten

Berlin. (vzbv) Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin warnt der Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) vor verbraucherpolitischen Fehlentscheidungen bei der Förderung der Bioenergie. «Eine Turbolandwirtschaft, um den viel zu hohen Treibstoffbedarf im Verkehr zu stillen, ist eine Sackgasse», sagt vzbv-Chefin Edda Müller. In der Euphorie über den Landwirt als Energiewirt dürfe die Agrarwirtschaft nicht die Fehler der klassischen Agrarpolitik wiederholen. «Sonst droht die gleiche Abwärtsspirale aus Massenproduktion, Preisverfall, Industrialisierung der Landwirtschaft und ökologischer Verödung». Angesichts der großen Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen erwartet der vzbv künftig steigende Lebensmittelpreise. «Damit sich die Konkurrenz zwischen Brot und Energie nicht unnötig verschärft, brauchen wir eine größere Wertschöpfung bei Lebensmitteln, etwa durch den Bioanbau», sagt Edda Müller. Wenn heute die wachsende Nachfrage nach Biolebensmitteln durch die deutsche Landwirtschaft nicht gedeckt werden kann, sei dies ein Zeichen einer verfehlten deutschen Agrarpolitik. Druck auf die Lebensmittelpreise gehe zudem vom stark steigenden Fleischkonsum in Asien aus: Hierdurch wächst die Nachfrage nach Getreide und anderen Futtermitteln.
Info: https://www.vzbv.de/go/presse/829/index.html