Sonntag, 25. Februar 2024

Tegut Gruppe: spürte 2023 die Auswirkungen der Inflation

Fulda. (tgg) Die Tegut Gruppe, ein Unternehmen der Migros-Genossenschaft Zürich, legte ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2023 vor. Die Gruppe hat das letzte Jahr mit einem Gesamtnettoumsatz von 1,28 Milliarden Euro abgeschlossen – und damit das insgesamt gute Ergebnis des Vorjahrs übertroffen (+2,44 Prozent im Vergleich zu 2022). Der Bioanteil am Umsatz liegt mit 27,9 Prozent leicht unter Vorjahresniveau. Das teilte der Lebensmittel-Einzelhändler in Fulda mit.

Tegut Geschäftsführer Thomas Gutberlet: «Grundsätzlich kann man sagen, dass es uns in einem insgesamt erneut durch Inflation und Kaufzurückhaltung geprägten Jahr gelungen ist, den Umsatz auf einem konstant hohen Niveau gehalten. Wir verfügen offenbar über die richtige Mischung an unterschiedlichen Vertriebskonzepten, die es den Kundinnen und Kunden ermöglicht, gemäß ihrer Lebens- und Arbeitsgewohnheiten bei uns einzukaufen.»

Wichtigster Meilenstein 2023: Basic ist nun Teil der Tegut Familie

Der strategisch wichtigste Meilenstein war im vergangenen Jahr die Übernahme der Bio-Supermarktkette Basic: Insgesamt 19 Standorte und sämtliche Mitarbeitende sind seit kurzem ein Teil der Tegut Familie. Vor allem für die Expansionsbemühungen in München war diese Übernahme ein wichtiger Schritt, bestätigt Gutberlet: «Allein in der bayerischen Landeshauptstadt ist das Tegut Filialnetz durch 12 Basic-Filialen praktisch über Nacht auf 14 Standorte angewachsen, was unsere Bekanntheit und unsere Marktrelevanz in München kurzfristig deutlich steigern wird. Diese rasante Entwicklung hätten wir mit unserer normalen Expansions-Dynamik niemals hinbekommen. Insofern war die Übernahme der Basic-Filialen für die Unternehmensgruppe ein wichtiger Meilenstein.»

Das Tegut Filialnetz ist aber nicht nur durch die Übernahme der Basic-Märkte kräftig gewachsen, auch der Roll-Out des digitalen, unbedienten Kleinstflächenkonzepts «Teo» wurde stringent weiterverfolgt: 2020 in der Fuldaer Innenstadt aufgenommen, gibt es heute 39 Standorte in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Auch wenn das Konzept durch das aktuelle Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs derzeit einer großen öffentlichen Diskussion ausgesetzt ist, hält Tegut nach wie vor daran fest und plant für das kommende Jahr zehn Neueröffnungen. Wo genau die neuen Standorte sein werden, steht aktuell noch nicht final fest. Entscheidend wird hierbei sein, wann sich der neue Hessische Landtag mit dem Thema Sonntagsöffnungszeiten befasst und welches Ergebnis dabei herauskommt.

Doch nicht nur bei den Teo-Standorten wurde im letzten Jahr expandiert: Unter anderem wurden im oberbayerischen Ingolstadt, in Bad Homburg im Hochtaunuskreis und im südhessischen Niederdorfelden neue Supermärkte eröffnet. Darüber hinaus wurden zahlreiche Märkte von Grund auf renoviert und sind mit einem neuen Einkaufserlebnis für die Kundinnen und Kunden an den Start gegangen. Insgesamt betreibt Tegut aktuell 345 Märkte unterschiedlicher Vertriebskonzepte. Auch für 2024 sind Neueröffnungen geplant, unter anderem im baden-württembergischen Böblingen, im Wiesbadener Quartier Kaiserhof und im hessischen Bischofsheim.

Neues Logistikzentrum hat seinen Betrieb aufgenommen

Neben der Basic-Übernahme war vor allem auch die Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums in Michelsrombach vor den Toren Fuldas eines der größten strategischen Ausrufezeichen im vergangenen Jahr: Nach rund dreijähriger Bauzeit wurde das größte Bauprojekt in der 76-jährigen Geschichte des Unternehmens fertiggestellt. Mit einer reinen Gebäudefläche von 90.000 Quadratmetern, einem automatischen Hochregallager mit rund 38.000 Palettenstellplätzen und einer Gesamtinvestition im unteren dreistelligen Millionenbereich war es nicht nur für Tegut ein Megaprojekt, sondern gilt auch in der gesamten Region als Flaggschiff in Sachen Planung, Bau und Investitionsvolumen. Mit dem Neubau trägt Tegut den logistischen Herausforderungen der fortschreitenden Expansion Rechnung und hat sich für die Zukunft sicher aufgestellt.

Auch das Online-Geschäft in Kooperation mit Amazon hat sich im vergangenen Jahr gut entwickelt. Mittlerweile können Kundinnen und Kunden im Großraum Darmstadt, großen Teilen Frankfurts, in Würzburg, in Kassel, in Marburg, in Gießen, im Großraum Nürnberg, Fürth und Erlangen, in Bamberg, in Mainz, in Wiesbaden und im Großraum Fulda «gute Lebensmittel» online bestellen und sich noch am selben Tag ins Haus liefern lassen. Die Zahl der online verfügbaren Produkte wurde auf rund 15.000 ausgebaut. Außerdem kann die Kundschaft inzwischen in sämtlichen Liefergebieten frische Spezialitäten aus der Tegut Frischetheke bestellen, was ein herausragendes Qualitätsmerkmal im Vergleich zum Wettbewerb ist.

Ausblick 2024: Fachkräftemangel ist die größte Herausforderung

Beim Blick auf die Herausforderungen des neuen Jahres nennt Gutberlet erneut den Fachkräftemangel: «Hier haben wir, wie alle Wettbewerber und viele andere Branchen auch, nach wie vor eine der größten Aufgaben vor uns: Wir schaffen wir es, Menschen für Tegut zu begeistern, und zwar nicht nur als Kundinnen und Kunden, sondern in erster Linie für eine Tätigkeit im Einzelhandel? Dieser Frage müssen wir uns erneut stellen und dabei kreative und mutige Ideen entwickeln, da vor allem in unseren Märkten aber auch in der neuen Logistik aktuell viele Stellen unbesetzt sind» (Foto: Tegut Gruppe).

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