Sonntag, 11. April 2021

Tarifabschluss Bäcker und Konditoren Berlin und Brandenburg

Berlin. (bklv / ngg) Schon bei der ersten Tarifverhandlung wurde eine Einigung erzielt. Obwohl die Corona-Pandemie auch in dieser Branche Spuren hinterlassen hat, konnten sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Ost (NGG) und der Bäcker- und Konditoren -Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. auf einen neuen Tarifvertrag einigen. Die Stundenlöhne für die rund 6.000 Beschäftigten der Branche steigen zum 01. März 2021 um einheitlich 30 Cent. Es folgen weitere Erhöhungen zum 01. September 2021, 01. März 2022 und 01. Juli 2022 um jeweils zwei Prozent für die Beschäftigten in der Produktion und drei Prozent im Verkauf. Für alle Beschäftigten in Brandenburg gibt es vor der letzten Erhöhung zum 01. Juli 2022 eine weitere Vorweganhebung von 15 Cent. Das entspricht weiteren 1,5 Prozent. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 28. Februar 2023. Insgesamt steigen die Entgelte während der Laufzeit des Vertrags für die Facharbeiter in Produktion und Verkauf um 8,7 bis 14,25 Prozent.

Zum Verhandlungsergebnis erklären die Tarifvertragsparteien

Verhandlungsführer Lars Siebert für den Bäcker- und Konditoren Landesverband Berlin und Brandenburg: «Mit diesem Verhandlungsergebnis gelingt es uns trotz deutlicher Umsatzrückgänge die hervorragende Arbeit der Beschäftigten des Bäcker- und Konditorenhandwerks in Brandenburg und im Bäckerhandwerk in Berlin in der Pandemie zu honorieren und gleichzeitig den Betrieben, zumindest in diesem Bereich, eine mittelfristige Planungssicherheit unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Belange zu bieten. Damit geben wir unseren Beschäftigten Sicherheit in unsicheren Zeiten.»

Uwe Ledwig, Vorsitzender und Verhandlungsführer für den NGG Landesbezirk Ost: «Wir freuen uns, dass die Einigung ohne Streit gelungen ist. Mit diesem Abschluss wird die gute Arbeit der Beschäftigten finanziell stärker anerkannt. Es ist zudem ein wichtiger Schritt zum Abbau der noch immer bestehenden Lohnunterschiede zwischen Ost und West gelungen. Ziel bleibt es, im nächsten Tarifvertrag zu erreichen, dass kein Beschäftigter in der Branche unter zwölf Euro die Stunde verdient. Ledwig weiter: «Einkommen muss zum Auskommen reichen und darf am Ende nicht in Altersarmut münden.»

Übereinstimmend erklären die Vertragsparteien: «Dieser Abschluss ist ein Zeichen von Wertschätzung für die Beschäftigten. Trotz Umsatzrückgängen und größtenteils noch ausstehender staatlicher Hilfen und engen Kundenkontakten wurde die Versorgung mit frischen Backwaren und Imbissprodukten jederzeit zuverlässig gesichert. Der Tarifabschluss wird auch dem Anspruch des Handwerks gerecht, in der Nach-Corona-Zeit ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Daran wollen wir gemeinsam weiterarbeiten. Gute Löhne, gute Arbeit und gute Produkte in einer Handwerks- und Dienstleistungsbranche gehen einher mit fairen Preisen.»

Hintergrund

Der bisherige Tarifvertrag lief zum 31. Oktober 2020 aus. In der Branche arbeiten 230 Betriebe, von der «Kiezbäckerei an der Ecke», bis hin zu größeren, familiengeführten Bäckereien wie Steinecke oder Filialbäckern wie Schäfers. Insgesamt werden rund 6.000 Mitarbeiter, weit überwiegend im Verkauf und in der Produktion beschäftigt. Die Personalkosten machen gut 50 Prozent des Umsatzes aus. Zur Tarifinfo (PDF).