Sonntag, 21. Juli 2024

Südzucker AG: hebt Prognose für 2023-2024 abermals an

Mannheim / Ochsenfurt. (sag) Der Konzernumsatz der Südzucker AG stieg im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2023-2024 (01. März bis 31. August 2023) um 10 Prozent auf 5.078 (Vorjahr: 4.624) Millionen Euro an. Während der Umsatz in den Segmenten CropEnergies und Stärke rückläufig war, konnte der Umsatz in den anderen Segmenten gesteigert werden. Das Konzern-Ebitda erhöhte sich deutlich auf 739 (Vorjahr: 465) Millionen Euro. Das operative Konzernergebnis konnte im gleichen Zeitraum ebenfalls deutlich auf 592 (Vorjahr: 316) Millionen Euro gesteigert werden. Dabei steht einem deutlichen Rückgang in den Segmenten CropEnergies und Stärke ein deutlicher Anstieg in allen anderen Segmenten gegenüber.

Segment Zucker mit deutlicher Ergebnisverbesserung

Im Segment Zucker stieg der Umsatz deutlich auf 1.951 (Vorjahr: 1.443) Millionen Euro an. Der Anstieg wurde trotz rückläufiger Absatzmengen insbesondere infolge der schlechten Ernte 2022 durch deutlich höhere Erlöse erreicht. Das operative Ergebnis wurde deutlich auf 380 (Vorjahr: 16) Millionen Euro gesteigert. Den drastisch angestiegenen Kosten, insbesondere für Rohstoffe und Energie, standen die seit Ende des letzten Geschäftsjahres höheren Erlöse gegenüber.

Rübenanbau und Kampagne 2023

In ganz Europa waren das Frühjahr und der Sommer von wechselhaften Witterungsbedingungen mit Wetterextremen gekennzeichnet. Die ausgiebigen Niederschläge ab Ende Juli bis in den August haben für ein überdurchschnittliches Wachstum der Rüben gesorgt, während der Zuckergehalt auf niedrigem Niveau verharrte. Diese Wachstumsbedingungen spiegeln sich in den Ertragserwartungen wider. Im Mittel aller Anbaugebiete werden aus heutiger Sicht leicht unterdurchschnittliche Zuckererträge erwartet. Überdurchschnittlichen Rübenerträgen stehen somit niedrige Zuckergehalte gegenüber. Die Kampagne 2023 startete am 5. September 2023 bei der Südzucker Polska in den Werken Cerekiew und Strzelin und wird voraussichtlich in einigen Werken bis in den Februar 2024 laufen.

Segment Spezialitäten mit deutlichem Ergebnisanstieg

Im Segment Spezialitäten übertraf der Umsatz mit 1.209 (Vorjahr: 1.053) Millionen Euro deutlich den Vorjahreswert. Der Haupttreiber für diese Verbesserung waren deutlich höhere Preise. Das operative Ergebnis konnte deutlich auf 95 (Vorjahr: 40) Millionen Euro gesteigert werden. Zu dieser insgesamt positiven Entwicklung führten überwiegend höhere Margen. Es gelang im ersten Halbjahr besser, die Belastungen angestiegener Rohstoff-, Verpackungs- und Energiekosten durch höhere Erlöse an den Markt weiterzugeben.

Segment CropEnergies mit deutlichem Ergebnisrückgang

Im Segment CropEnergies ging der Umsatz deutlich auf 565 (Vorjahr: 798) Millionen Euro zurück; dazu trugen deutlich geringere Absatzvolumina aufgrund von planmäßigen Wartungsstillständen sowie deutlich rückläufige Erlöse bei. Dabei notierten die Ethanolpreise im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf Rekordniveau.

Der Umsatzentwicklung folgend blieb das operative Ergebnis im Berichtszeitraum mit 34 (Vorjahr: 180) Millionen Euro deutlich hinter dem außerordentlich starken Vorjahreshalbjahr zurück. Haupttreiber für den Ergebnisrückgang sind die deutlich rückläufigen Erlöse aufgrund normalisierter Preise für erneuerbares Ethanol. Zudem trugen deutlich rückläufige Absatzmengen zu einem Ergebnisrückgang bei. Gestiegene Rohstoffkosten wirkten sich belastend aus, bei den Nebenprodukten konnten dagegen höhere Erlöse realisiert werden.

Segment Stärke mit deutlichem Ergebnisrückgang

Im Segment Stärke ging der Umsatz moderat auf 562 (Vorjahr: 603) Millionen Euro zurück. Dabei konnten insgesamt gestiegene Erlöse den deutlichen Absatzrückgang nicht kompensieren. Während die Erlöse für Ethanol deutlich rückläufig waren, lagen die Erlöse für Produkte im Stärkebereich insgesamt über dem Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis im Berichtszeitraum ging deutlich auf 39 (Vorjahr: 50) Millionen Euro zurück. Insgesamt konnten Erlössteigerungen das rückläufige Absatzvolumen und höhere Kosten nicht vollständig kompensieren.

Segment Frucht mit deutlichem Ergebnisanstieg

Im Segment Frucht lag der Umsatz mit 791 (Vorjahr: 727) Millionen Euro moderat über Vorjahr. Der Umsatz konnte sowohl bei den Fruchtzubereitungen als auch bei den Fruchtsaftkonzentraten preisbedingt gesteigert werden. Dadurch konnte der deutliche Mengenrückgang bei den Fruchtsaftkonzentraten ausgeglichen werden. Die Absatzmenge bei Fruchtzubereitungen blieb stabil auf Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis übertraf den Vorjahreswert mit 44 (Vorjahr: 30) Millionen Euro deutlich. Dabei erhöhte sich der Ergebnisbeitrag der Fruchtzubereitungen – trotz eines leichten Absatzrückgangs und höherer Kosten – bedingt durch deutlich höhere Margen. Auch bei den Fruchtsaftkonzentraten konnte der Ergebnisbeitrag gesteigert werden. Dabei konnten höhere Preise die gestiegenen Kosten und den deutlich rückläufigen Absatz mehr als ausgleichen.

Prognose für Konzernergebnis erneut angehoben

Der seit dem Geschäftsjahresbeginn 2022-2023 bis heute andauernde Ukraine-Krieg führte zu einer grundsätzlichen Verstärkung der bereits bestehenden hohen Volatilitäten auf den Absatzmärkten und zu Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten, insbesondere in den Bereichen Rohstoffe und Energie. Darüber hinaus können sich in der EU durch den gewährten zollfreien Zugang von Agrarimporten aus der Ukraine weitere Marktverwerfungen ergeben. Trotz der momentan reduzierten Volatilität sind die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen, die Versorgungssicherheit sowie die Dauer dieser temporären Ausnahmesituation – mit Blick auf den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2023-2024 und auch auf das Geschäftsjahr 2024/25 – weiterhin nur schwer abschätzbar.

Die Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2023-2024 wurde erstmals am 15. Dezember 2022 veröffentlicht, am 18. April und 6. Juli 2023 erhöht und wird nun im Rahmen dieses Halbjahresfinanzberichts erneut angepasst. Für das Geschäftsjahr 2023-2024 wird nunmehr ein Konzernumsatz von 10,0 bis 10,5 (bisherige Prognose: 10,4 bis 10,9; 2022-2023: 9,5) Milliarden Euro erwartet und damit weiterhin ein Anstieg gegenüber Vorjahr. Das Konzern-Ebitda wird nun höher gesehen – in einer Bandbreite zwischen rund 1,3 und 1,4 (bisherige Prognose: 1,2 bis 1,4; 2022-2023: 1,1) Milliarden Euro. Auch das operative Konzernergebnis wird nun stärker erwartet – in einer Bandbreite zwischen 900 und 1.000 (bisherige Prognose: 850 bis 950; 2022-2023: 704) Millionen Euro. Es wird weiterhin von einem moderaten Anstieg des Capital Employed ausgegangen. Auf Basis der genannten operativen Ergebnisverbesserung wird weiterhin mit einem deutlichen Anstieg des ROCE (2022-2023: 9,9 Prozent) gerechnet (Foto: freiberger-pizza.com).