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Sternenbäck Erfurt beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

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Hechingen. (gb) Die Sternenbäck GmbH Erfurt hat am 25. August beim Amtsgericht Hechingen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen soll im Zuge dieses Eigenverwaltungsverfahrens nachhaltig saniert werden. Sternenbäck Erfurt betreibt in Thüringen 45 Bäckereifachgeschäfte und hat 288 Mitarbeiter.

Bei einem Eigenverwaltungsverfahren bleibt die Geschäftsführung unverändert im Amt und ist voll handlungsfähig. Die Geschäftsführung wird sachverständig von Rechtsanwalt Martin Mucha aus der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger als Generalbevollmächtigter des Unternehmens unterstützen. Es gibt keinen Insolvenzverwalter, sondern einen Sachwalter, der das Verfahren begleitet und überwacht. Das Amtsgericht Hechingen hat den Diplom-Kaufmann Arndt Geiwitz von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz + Partner in Neu-Ulm zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Ursache für die Einleitung des Sanierungsverfahrens ist die wirtschaftliche Situation im bundesdeutschen Backhandwerk. Das Unternehmen nannte unter anderem zurückgehende Umsätze, den Wettbewerb mit Discountern und steigende Rohstoffpreise.

«Durch das eingeleitete gerichtliche Sanierungsverfahren soll das Unternehmen nachhaltig saniert werden», betont Geschäftsführer Gerhard Bumüller. Er erklärt weiter: «Die Filialen werden vollumfänglich weiterbetrieben. Für die Kunden gibt es keine Veränderungen. Auch ist die pünktliche Bezahlung von Löhnen und Gehältern der Mitarbeiter gesichert». Nach Mitteilung Bumüllers ist ein Abbau von Arbeitsplätzen derzeit nicht geplant. Entsprechend müssen die Mitarbeiter aktuell auch nicht mit Kündigungen rechnen.

Aktualisierung: Bumüller muss ursprüngliche Planungen anpassen

Zollernalbkreis. (04.10. / eb) Entgegen früherer Annahmen, die erläuterte Sanierung ohne Schließung von Filialen und ohne die Kündigung von Mitarbeitenden zum Erfolg führen zu können, wird daraus wohl nichts werden: Wie Geschäftsführer Gerhard Bumüller aktuell einräumen muss, gibt es eine Anpassung der ursprünglichen Planungen. Wobei es auf der Hand liegt, dass alle Sternenbäck- und elmi-Filialen auf «Herz und Nieren» und vor allem Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Eines der Ergebnisse dürfte lauten: Wo eine rentrable Weiterführung nicht mehr sinnvoll ist, müssen Filialen geschlossen und Mitarbeitende freigesetzt werden.

Vorangegangene Berichte zu Sternenbäck Erfurt

Legt man die auf der Sternenbäck-Homepage verfügbaren Angaben zugrunde, zählt die Bumüller-Gruppe aktuell etwa 270 Filialen in fünf Bundesländern – Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Dort und in den vier Backbetrieben Hechingen, Gera, Spremberg und Erfurt zählt die Gruppe insgesamt (noch) um die 1.800 Mitarbeitende (Foto: pixabay.com).

Im Zuge der Übernahme von Siebrecht Erfurt im Jahr 2014 hatte die Bumüller Gruppe die insolvente Gesellschaft vollständig übernommen – inklusive Produktion an der Eugen-Richter- Straße. Im Zuge der Sanierung wird dieser Betrieb wohl jetzt geschlossen und die Filialen ausnahmslos vom gut 80 Kilometer entfernten Gera aus beliefert.

Werk Erfurt wird wohl geschlossen

elmi Backwaren zählt laut Homepage heute rund 300 Mitarbeitende und über 50 Backshops respektive Cafés. Die Filialen werden entweder direkt betrieben durch die elmi GmbH + Co. KG oder durch Kommissionäre. Andere Quellen sprechen von 43 Filialen mit 197 Mitarbeitenden. Sternenbäck Thüringen zählt nach den Angaben im August (siehe oben) heute 288 Mitarbeitende und 45 Filialen.