Freitag, 8. Dezember 2023

Statistik: Zahl der Insolvenzen in Unternehmen steigt deutlich

Wiesbaden. (destatis) Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) im Oktober 2023 um 22,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im September 2023 hatte sie schon um 19,5 Prozent gegenüber September 2022 zugenommen, seit Juni 2023 sind durchgängig zweistellige Zuwachsraten im Vorjahresvergleich zu beobachten. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor. Die Insolvenzstatistik bildet nur Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen, nicht jedoch solche aus anderen Gründen oder/und vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten.

Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg im August um mehr als ein Drittel

Im August 2023 haben die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 1.556 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren 35,7 Prozent mehr als im August 2022. Die Forderungen der Gläubiger aus den im August 2023 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 1,8 Milliarden Euro. Im August 2022 hatten die Forderungen bei rund 0,8 Milliarden Euro gelegen.

(Grafik: Destatis)20231114-DESTATIS-INSOLVENZEN

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im August 2023 in Deutschland insgesamt 4,6 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 9,9 Fällen. Dann folgten die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen) mit 7,7 Fällen. Die geringste Insolvenzhäufigkeit mit 0,6 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen gab es in der Energieversorgung.

8,6 Prozent mehr Verbraucherinsolvenzen im August 2023 als im August 2022

Im August 2023 gab es 5 843 Verbraucherinsolvenzen. Damit stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.


In diesem Zusammenhang: 11,4 Prozent mehr Gewerbeaufgaben

Wiesbaden. (destatis) Von Januar bis September 2023 wurden in Deutschland rund 91.400 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Auswertung der Gewerbemeldungen mitteilt, waren das 2,5 Prozent mehr neu gegründete größere Betriebe als von Januar bis September 2022. Gleichzeitig gaben rund 72.200 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung ihr Gewerbe vollständig auf. Das waren 11,4 Prozent mehr als von Januar bis September 2022.

Neugründungen insgesamt steigen deutlich um 8,6 Prozent

Die Neugründungen von Gewerben stiegen von Januar bis September 2023 mit rund 460 300 um 8,6 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen nahm von Januar bis September 2023 um 7,9 Prozent gegenüber Januar bis September 2022 auf rund 552.800 zu. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlungen (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Gewerbeaufgaben insgesamt stark gestiegen: +11,4 Prozent

Die Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben war von Januar bis September (9M-2023) mit rund 352.400 um 11,4 Prozent höher als in den ersten 9M-2022. Die Zahl der Gewerbeabmeldungen bei den Gewerbeämtern lag in den ersten 9M-2023 mit rund 439.900 um 9,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei dieser Zahl handelt es sich nicht nur um Aufgaben, Übergaben (etwa Verkauf oder Gesellschafteraustritt), Umwandlungen oder Fortzüge in andere Meldebezirke (Foto: pixabay.com).

WebBaecker.Net