Samstag, 1. Oktober 2022

Statistik: Erzeugerpreise im Schnitt deutlich erhöht

Wiesbaden. (destatis) Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im Januar 2022 um 21,1 Prozent höher als im Januar 2021. Gegenüber Dezember 2021 stiegen die Preise um 1,7 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, erhöhten sich die Preise für pflanzliche (+23,6 Prozent) und für tierische Erzeugnisse (19,3 Prozent) deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat.

Der Preisanstieg bei den pflanzlichen Produkten ist unter anderem auf die seit Juli 2020 steigenden Getreidepreise zurückzuführen. Diese lagen im Januar 2022 um 28,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Monate zwar fort, jedoch nicht mehr so stark wie zuletzt. Im Dezember hatte die Vorjahresveränderung noch +40,6 Prozent betragen. Ausschlaggebend für die Preissteigerungen bei Getreide ist die hohe Nachfrage von deutschen Mühlen und aus dem Ausland.

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Preise für Gemüse leicht gesunken, außer bei Kartoffeln

Gemüse war im Januar 2022 um 4,7 Prozent günstiger als im Januar 2021. Preisrückgänge gab es unter anderem bei Salat mit -4,3 Prozent und bei Kohlgemüse (Weiß- und Chinakohl) mit -1,0 Prozent.

Speisekartoffeln verteuerten sich im Januar 2022 nochmals. Die Preise stiegen im Vergleich zum Januar 2021 um 66,4 Prozent. Im Dezember 2021 hatte die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat bereits +60,2 Prozent betragen. Der Preisanstieg im Januar ist vor allem auf witterungsbedingt geringe Erntemengen und ein relativ niedriges Preisniveau im Januar 2021 zurückzuführen. Damals gab es aufgrund von großen Erntemengen und der fehlenden Nachfrage der Gastronomie durch Corona einen Preisrückgang im Vorjahresvergleich von 51,9 Prozent.

Die Preise für das Handelsgewächs Raps verteuerten sich im Januar um 60,2 Prozent im Vergleich zu Januar 2021. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Monate fort, allerdings in abgeschwächter Form. Im Dezember 2021 waren die Preise noch um 68,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Die weiterhin hohen Preise liegen hier vor allem an der hohen Nachfrage, etwa für die Energiegewinnung.

Pflanzen und Blumen verteuerten sich im Januar 2022 ebenfalls gegenüber dem Vorjahresmonat (+16,6 Prozent). Ausschlaggebend dafür waren vor allem die steigenden Preise bei den Schnittblumen (+24,4 Prozent) und Baumschulerzeugnissen (+21,1 Prozent). Der Preisanstieg bei den Schnittblumen ist vorwiegend auf hohe Energiekosten zurückzuführen. Baumschulerzeugnisse verteuerten sich unter anderem durch gestiegene Vorkosten, zum Beispiel höhere Beschaffungskosten bei Jungpflanzen.

Preise für tierische Erzeugnisse um 19,3 Prozent gestiegen

Die Preise für tierische Erzeugnisse lagen im Januar 2022 um 19,3 Prozent über denen von Januar 2021. Im Dezember 2021 hatte der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits 17,3 Prozent betragen. Der Milchpreis lag im Januar 2022 um 26,1 Prozent über dem Vorjahresniveau; im Dezember 2021 waren es +21,9 Prozent im Vorjahresvergleich. Grund hierfür ist weiterhin vor allem ein geringes Rohmilchangebot.

Die Preise für Rinder haben sich im Januar 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 30,7 Prozent erhöht. Damit setzte sich der schon in den vergangenen Monaten zu beobachtende Trend steigender Preise fort (Dezember 2021 +27,7 Prozent gegenüber Dezember 2020). Im Wesentlichen ist der Preisanstieg hier auf die gesunkene Produktion bei gleichzeitig gestiegener Nachfrage zurückzuführen. Auch bei Schafen und Ziegen wurden steigende Preise beobachtet (+15,7 Prozent gegenüber Januar 2021).

Die Preise für Schlachtschweine lagen im Januar 2022 um 3,7 Prozent über denen des Vorjahresmonats. Im Dezember 2021 betrug die Preissteigerung im Vorjahresvergleich +4,5 Prozent. Der Preisanstieg im Januar 2022 ist durch eine etwas stärkere Nachfrage unter anderem durch die Gastronomie begründet. Im Januar 2021 war die Nachfrage aufgrund coronabedingter Schließungen vergleichsweise gering, die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat betrug -35,2 Prozent (Foto: pixabay.com – Grafik: destatis.de).

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