Samstag, 20. Juli 2024

Statistik: Agrarprodukte 2023 auf höherem Niveau stabil

Wiesbaden. (destatis) Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im Dezember 2023 um 9,9 Prozent niedriger als im Dezember 2022. Im November 2023 hatte die Veränderungsrate zum Vorjahresmonat bei -10,9 Prozent gelegen, im Oktober 2023 bei -10,7 Prozent. Gegenüber dem Vormonat November 2023 stiegen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Dezember 2023 um 1,2 Prozent. Während die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte am Jahresende gegenüber dem Vorjahresmonat rückläufig waren, lagen besonders im Januar 2023 (+28,1 Prozent) und Februar 2023 (+23,1 Prozent) die Preise deutlich höher als ein Jahr zuvor. Im Jahresdurchschnitt blieben die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 2023 nahezu unverändert zum Vorjahr (+0,1 Prozent), berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden.

Die Preise für pflanzliche Produkte lagen im Dezember 2023 um 6,6 Prozent niedriger als 12|2022 und sanken damit binnen Jahresfrist weniger stark als die Preise für tierische Erzeugnisse (-12,1 Prozent). Im November 2023 hatten die Veränderungsraten zum Vorjahresmonat -8,8 Prozent für pflanzliche Erzeugnisse und -12,2 Prozent für tierische Erzeugnisse betragen. Im Vergleich zum Vormonat waren pflanzliche Produkte im Dezember 2023 um 1,4 Prozent und tierische Erzeugnisse um 1,0 Prozent teurer.

20240214-DESTATIS-AGRAR(Grafik: Statistisches Bundesamt – Destatis 2024)

Preisrückgang beim Getreide gegenüber Vorjahr und Vormonat

Der Preisrückgang bei pflanzlichen Produkten um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unter anderem auf die gesunkenen Preise für Getreide zurückzuführen. Diese waren im Dezember 2023 um 31,0 Prozent niedriger als im Dezember 2022. Im November 2023 hatte die Vorjahresveränderung bei -33,4 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat November 2023 sanken die Getreidepreise um 1,3 Prozent.

Preisanstieg bei Futterpflanzen und Wein gegenüber Vorjahr

Futterpflanzen waren im Dezember 2023 gegenüber 12|2022 um 6,8 Prozent teurer (November 2023: +5,3 Prozent). Wein verteuerte sich binnen Jahresfrist um 3,8 Prozent (November 2023: +5,2 Prozent).

Preise für Gemüse, Obst und Kartoffeln gestiegen, für Raps gesunken

Die Erzeugerpreise für Obst waren im Dezember 2023 um 25,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Preissteigerungen gab es unter anderem bei Tafeläpfeln mit +34,0 Prozent. Beim Gemüse (+1,7 Prozent) stiegen besonders die Preise für Kohlgemüse (+40,9 Prozent) und Tomaten (+24,1 Prozent). Speisekartoffeln waren im Dezember 2023 im Vergleich zum Dezember 2022 um 20,2 Prozent teurer. Im November 2023 hatte die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat +18,4 Prozent betragen. Das Handelsgewächs Raps war im Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 28,0 Prozent günstiger (November 2023: -32,3 Prozent zum Vorjahresmonat).

Rückgänge bei Milch, Rindern und Geflügel, Anstieg bei Schlachtschweinen

Der Preisrückgang bei tierischen Produkten um 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unter anderem auf die gesunkenen Preise für Milch zurückzuführen. Der Milchpreis lag im Dezember 2023 um 27,0 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat (November 2023: -28,9 Prozent). Gegenüber dem Vormonat November 2023 stieg der Preis für Milch um 2,2 Prozent. Der Preisanstieg bei Eiern schwächte sich im Dezember 2023 mit +22,6 Prozent gegenüber Dezember 2022 weiter leicht ab (November 2023: +25,2 Prozent, Oktober 2023: +29,9 Prozent). Die Preise für Tiere lagen im Dezember 2023 um 0,2 Prozent niedriger als im Dezember 2022 (November 2023: +1,5 Prozent zum Vorjahresmonat). Das war der erste Preisrückgang seit Mai 2021 (-0,1 Prozent gegenüber Mai 2020). Zwar stiegen die Preise für Schlachtschweine binnen Jahresfrist um +6,2 Prozent, allerdings weniger stark als im November 2023 (+10,3 Prozent zum Vorjahresmonat). Für Rinder sanken die Preise hingegen um 8,5 Prozent und auch die Preise für Geflügel waren im Dezember 2023 günstiger als im Dezember 2022 (-5,4 Prozent). Ausschlaggebend hierfür war besonders der Preisrückgang bei Sonstigem Geflügel (Enten und Puten) um 11,6 Prozent. Die Preise für Hähnchen sanken binnen Jahresfrist um 1,1 Prozent.

Preise für landwirtschaftliche Produkte im Jahresschnitt leicht gestiegen

Im Jahresschnitt 2023 blieben die Erzeugerpreise von Agrarprodukten im Vergleich zu 2022 nahezu unverändert (+0,1 Prozent). 2022 waren die Preise um 32,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Die pflanzlichen Erzeugnisse verbilligten sich im Jahresdurchschnitt um 1,1 Prozent gegenüber 2022. Starke Preisrückgänge waren vor allem beim Getreide (-28,1 Prozent) zu beobachten. Im Jahr 2022 waren die Getreidepreise noch durchschnittlich um 43,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Deutlichere Preissenkungen gab es auch bei den Handelsgewächsen (-15,3 Prozent). Preisanstiege verzeichneten 2023 im Vergleich zu 2022 dagegen besonders Kartoffeln und Futterpflanzen mit 42,8 Prozent beziehungsweise 26,5 Prozent. Aber auch bei Gemüse (+16,8 Prozent) und Obst (+10,2 Prozent) sowie Wein (+5,4 Prozent) verteuerten sich die Preise zum Vorjahr.

Im Gegensatz zu den pflanzlichen Erzeugnissen sind die Preise für tierische Erzeugnisse im Jahresschnitt 2023 leicht um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Während besonders die Preise für Eier (+30,0 Prozent), aber auch für Tiere (+13,0 Prozent) stark stiegen, wirkte sich der Rückgang der Milchpreise um 14,2 Prozent dämpfend auf die Veränderungsrate des Preisindex tierischer Erzeugnisse aus. 2022 hatte für Milch noch eine Preissteigerung von +44,9 Prozent im Vergleich zu 2021 vorgelegen.

Umbasierung des Erzeugerpreisindex landwirtschaftlicher Produkte

Der Erzeugerpreisindex landwirtschaftlicher Produkte wurde mit dem Berichtsmonat November 2023 auf das neue Basisjahr 2020 umgestellt. Die Umstellung auf ein neues Basisjahr erfolgt turnusmäßig alle fünf Jahre. Dabei werden die Wägungsschemata, mit deren Hilfe der Gesamtindex und dessen Untergliederungen berechnet werden, mit den Marktstrukturen des neuen Basisjahres aktualisiert. Mit der Umstellung werden alle Indizes ab Januar 2020 unter Berücksichtigung der neuen Wägungsschemata neu berechnet. Die auf der alten Basis ermittelten Preisindizes verlieren damit ihre Gültigkeit. Mit der Umstellung auf das neue Basisjahr wurden zudem neue Teilindizes für Futterpflanzen und Wein aufgenommen. Ebenfalls hinzu kam die Position «Sonstiges Geflügel», die die bisherigen Positionen «Enten» und «Puten» ablöst.