Mittwoch, 4. August 2021
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Stadt.Land.unter. Im Juli ist die Gefahr am größten

Berlin. (gdv) Der Juli ist die Zeit im Jahr, in der am häufigsten heftige Niederschläge auftreten. Seit Beginn der flächendeckenden Wetterradarmessung 2001 hat es in dem Monat bundesweit 68 Starkregenereignisse gegeben, die statistisch nur alle zehn Jahre oder seltener auftreten. Das geht aus einer Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Auch der August und der Juni fallen mit 48 und 45 Zählungen besonders auf.

Insgesamt hat der DWD seit 2001 in Deutschland 253 Starkregenereignisse gemessen, die in den jeweiligen Regionen höchstens alle zehn Jahre auftreten. Die Zahl bildet das Geschehen aber nur in Teilen ab: So wurde jedes Unwetter nur einmal gezählt – unabhängig davon, an wie vielen Orten es in einer Zeit von maximal 72 Stunden zu Starkregen kam. Braunsbach und Simbach etwa, die 2016 kurz nacheinander von schweren Niederschlägen getroffen wurden, flossen nur als ein Ereignis in die Statistik ein.

Im Juli knallt es besonders oft

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Unwettersaison beginnt immer früher

Niederschlag – und damit auch Starkregen – entsteht, wenn Luft schnell und stark aufsteigt und abkühlt. Im Sommer passiert das besonders oft, wenn die Sonne bodennahe Luftschichten aufheizt. «Das kann man ein bisschen vergleichen mit kochendem Wasser. Da brodelt die Atmosphäre», sagt Andreas Becker, Klimaexperte beim DWD. Solche Wetterlagen seien vor allem für extreme Niederschläge innerhalb weniger Stunden verantwortlich. Üblicherweise dauert diese sogenannte «konvektive» Saison von Mai bis September. «Im Rahmen des Klimawandels stellen wir allerdings fest, dass sie immer früher losgeht», sagt Becker. So habe es 2018 die ersten unwetterartigen Gewitter bereits in der zweiten Aprilwoche gegeben.

Erweiterter Naturgefahrenschutz deckt Schäden durch Starkregen ab

Starkregen kann zu lokalen Überflutungen und Stauwasser führen und selbst in flachem Gelände schwere Schäden in und an Gebäuden anrichten. «Um solche Schäden abzusichern, brauchen Hausbesitzer den erweiterten Naturgefahrenschutz», sagt Oliver Hauner, Experte für Sachversicherungen beim GDV. Diesen gibt es als Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung. Er deckt Schäden durch Starkregen, Hochwasser und Erdrutsch mit ein. Deutschlandweit haben erst vier von zehn Gebäuden eine sogenannte Elementarversicherung (Grafik: GDV – Foto: pixabay.com).