Mittwoch, 1. Februar 2023

Situationsbericht 2022: DBV sieht Ergebnisverbesserung

Berlin. (dbv) Nach dem jetzt vorgelegten Situationsbericht des Deutschen Bauernverbands (DBV) haben sich die Unternehmensergebnisse der Landwirtschaft im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2021/2022 deutlich verbessert. Im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe lag das Unternehmensergebnis bei 79.700 Euro je Betrieb. Das sind 26.200 Euro mehr als im Vorjahr. Je nicht entlohnter Familienarbeitskraft betrug der Gewinn pro Person 56.200 Euro. Davon müssen die private Lebenshaltung, die soziale Sicherung und die Investitionen der Familienbetriebe finanziert werden. Vor allem Ackerbau- und Milchviehbetriebe konnten sich verbessern. In Norddeutschland war die wirtschaftliche Entwicklung positiver als in der süddeutschen Landwirtschaft. Ursache waren vor allem höhere Erzeugerpreise für Milch, Ackerfrüchte und Rindfleisch infolge einer global knappen Versorgungslage schon seit Herbst 2021. Mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine hat sich diese Entwicklung an den Agrarmärkten im Frühjahr und Sommer 2022 verstärkt.

Die wirtschaftliche und agrarpolitische Situation bewertet DBV-Präsident Joachim Rukwied skeptisch: «Die Betriebsergebnisse haben sich nach einer wirtschaftlichen Durststrecke 2021/2022 verbessert. Ausnahmen sind aber die Schweinehaltung und arbeitsintensive Sonderkulturen. Diese Erholung ist dringend nötig, damit die Landwirte die gestiegenen Marktrisiken und auch die Klimarisiken bewältigen können. Düngemittel, Energie, Löhne und andere Betriebsmittel haben sich drastisch verteuert oder/und sind nur beschränkt verfügbar. Die Erzeugerpreise haben eine hohe Volatilität. Es ist eine große Herausforderung, in diesen unsicheren Zeiten eine stabile Lebensmittelproduktion zu erhalten.»

Mit Blick auf die Bundes- und EU-Politik ergänzt Rukwied: «Der Green Deal und die Farm-to-Fork-Strategie brauchen neue Ansätze. Der EU-Vorschlag zur Halbierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes über ein Verbot in «sensiblen Gebieten» ist der völlig falsche Weg, weil dieser drastische Einbußen der heimischen Produktion zu Gunsten einer wachsenden Importabhängigkeit zur Folge hätte. Beim Tierwohl fehlt es der Ampelkoalition am politischen Willen für eine Finanzierung des Umbaus. Und bei Erneuerbaren Energien richtet die Erlösabschöpfung großen Schaden an, indem investierende Landwirte und finanzierende Banken abgeschreckt werden. Allein bei Biogas sind schon geplante Investitionen von etwa einer Milliarde Euro gestoppt worden. Anstatt die Landwirte mit falschen Umweltauflagen und Abschöpfungen zu belasten, brauchen sie eine verlässliche Grundlage für die dringend notwendigen Investitionen.» Zum Situationsbericht 2021-2022 des Bauernverbands geht es hier entlang.

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