Dienstag, 24. November 2020

RollAMA: LEH mit kräftigem Zuwachs im ersten Halbjahr

Wien / AT. (ama) In Österreich liegen die RollAMA-Marktdaten für das erste Halbjahr 2020 vor. Sie bestätigen den kräftigen Absatzzuwachs des alpenländischen Lebensmittel- Einzelhandels. Der Aktionsanteil ging während des Lockdowns zurück, der Bio-Anteil im Handel erreichte im Juni erstmals mehr als 10 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2020 verzeichneten der klassische Lebensmittel- Einzelhandel, die Diskonter und weitere Einkaufsquellen wie Bäcker, Fleischer, Märkte oder Zustelldienste im Durchschnitt wertmäßige Zuwächse im Inland von 17 Prozent. Besonders gut lief es für den Lebensmittel- Einzelhandel im März, April und Mai. Steigerungen zeigen sich in allen RollAMA-Warengruppen. Besonders gepunktet haben länger haltbare Produkte. Obst und Gemüse in Konserven oder tiefgekühlt verzeichneten ein Plus von mehr als 20 Prozent, gleiches gilt für Fertiggerichte. Zutaten, die in klassischer Weise zum Kochen verwendet werden wie Eier, Kartoffeln, Frischgemüse oder Butter legten ebenfalls kräftig zu. Ebenso stieg der Einkauf von Fleisch sowie Wurst und Schinken im gesamten ersten Halbjahr. Hühnerfleisch und Faschiertes verzeichnen als beliebte Zutaten für Gerichte der schnellen Küche die stärksten Zuwachsraten, analysiert Micaela Schantl, Leiterin der AMA-Marktforschung.

Aktionsanteil sank während des Lockdowns

Der Anteil jener Lebensmittel, die in Aktion gekauft wurden, war von Jänner bis April 2020 rückläufig, im Mai stieg er wieder auf das Ausgangsniveau. Während des Lockdowns war die Verfügbarkeit von Produkten wichtiger als der Preis, und der Handel kümmerte sich stärker um die Logistik als um Aktionspolitik. Insgesamt betrachtet lagen die Aktionsanteile aber leicht unter dem Vorjahr und dies bei allen Warengruppen.

Bio-Anteile stiegen auf 10 Prozent

Corona hat die Menschen sensibler für die Qualität und Herkunft von Lebensmitteln gemacht. Das kommt Bio-Produkten besonders zugute. Der Bio-Anteil steigt seit Jahren kontinuierlich und erreichte im Juni mit 10 Prozent erstmals einen zweistelligen Wert. Nur in den strengen Lockdown-Monaten März und April war die Zuwachsrate etwas geringer, was insbesondere daran lag, dass zu dieser Zeit manche Produkte wie Eier aufgrund der plötzlichen Nachfragesteigerung nicht immer in Bio-Qualität verfügbar waren. Der wertmäßige Bio-Anteil legte im ersten Halbjahr in fast allen Produktgruppen zu. Besonders hoch ist der Anteil an Bio-Lebensmitteln traditionell bei Milch, Eiern, Kartoffeln und Gemüse.

Alternative Vertriebsquellen legten zu

Alternative Einkaufsquellen abseits des Lebensmittel- Einzelhandels konnten im ersten Halbjahr ebenfalls punkten (+27,9 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019). Der Einkauf beim Bauern (Ab-Hof-Verkauf) stieg um mehr als 30 Prozent, auch Bauernmärkte und Fleischhauer profitierten vom neuen Einkaufsverhalten.

Gastronomie fehlte als Abnehmer

Trotz aller erfreulichen Zuwächse im Lebensmittel- Einzelhandel fehlte die Gastronomie ab März als Abnehmer. Bei allen Warengruppen war der stärkste prozentuelle Umsatzrückgang im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 im Monat April zu verzeichnen mit durchschnittlich minus 70 Prozent im Gastronomiegroßhandel. Mit der Öffnung der Gastronomie und Hotellerie ab Mitte Mai besserte sich die Lage, die Umsätze lagen trotzdem im Juni im Schnitt noch 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Über die RollAMA

Die RollAMA, also die rollierende Agrarmarktanalyse führt die AMA Agrarmarkt Austria Marketing Gesellschaft regelmäßig in Zusammenarbeit mit der GfK und KeyQUEST Marktforschung durch. Es handelt sich um ein Haushaltspanel, bei dem 2.800 österreichische Haushalte Aufzeichnungen über ihre Lebensmitteleinkäufe führen. Erfasst werden Fleisch und Geflügel, Wurst, Milch und Milchprodukte, Käse, Obst, Gemüse, Eier, Erdäpfel, Tiefkühlprodukte, Fertiggerichte, aber nicht Brot und Gebäck. Die Einkaufsmengen und Ausgaben dieser repräsentativ ausgewählten Haushalte werden auf die Gesamtzahl der österreichischen Privathaushalte hochgerechnet und daraus diverse Kennzahlen berechnet. Die Daten geben somit Auskunft über die Einkäufe, die für den Haushalt getätigt werden. Nicht enthalten sind Individualeinkäufe sowie der Außer-Haus-Konsum.