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 Ausgabe 25/12 -- 22. Juni 2012

12. Jahrgang 

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OVID: hält heimische Eiweißpflanzen für nicht nachhaltig

 

 

Berlin. (22.06. / ovid) «Soja als Eiweißfuttermittel durch Körnerleguminosen wie Futtererbsen, Ackerbohnen oder Lupinen zu ersetzen, ist weder ökonomisch sinnvoll noch ökologisch nachhaltig», fasst Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender vom OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, das aktuelle Papier des Verbands zur Eiweißstrategie für Futtermittel zusammen.

 

Soja- und Rapsschrot sind in Deutschland und Europa die zwei wichtigsten Säulen der Proteinversorgung in der Tierernährung. 2010 wurden 32,4 Millionen Tonnen Sojaschrot und 12,8 Millionen Tonnen Rapsschrot in der EU respektive 4,6 Millionen Tonnen Sojaschrot und 3,1 Millionen Tonnen Rapsschrot in Deutschland verfüttert. Dabei ist der Selbstversorgungsgrad in der EU-27 mit heimischen Proteinfuttermitteln, vornehmlich Raps, in den letzten Jahren gestiegen: von 2004 bis 2010 von 21 Prozent auf 30 Prozent. Importiertes Soja liefert weiterhin die größten Proteinmengen. Diese Mengen durch den Anbau von einheimischen Leguminosen zu ersetzen, hätte einen erheblichen zusätzlichen Flächenbedarf zur Folge.

 

Eine Ausweitung des Anbaus von Körnerleguminosen müsste aufgrund begrenzter Flächen zu Lasten europäischer Hochertragskulturen gehen, also neben Mais vor allem Weizen und Raps. Europa ist für diese Kulturen die wichtigste Anbauregion mit den weltweit höchsten Flächenerträgen. Eine Einschränkung des Weizenanbaus in Europa zugunsten von Körnerleguminosen zum Beispiel würde eine Weizenproduktionslücke aufreißen, die in anderen Ländern der Welt nicht mit der gleichen Flächeneffizienz wie in Europa kompensiert werden könnte. Da weltweit nur begrenzt Flächen für die Landwirtschaft zu Verfügung stehen, wäre die Konsequenz, dass global gesehen insgesamt weniger agrarische Rohstoffe zur Versorgung der Weltbevölkerung zur Verfügung stünden.

 

«In einer hochgradig organisierten Weltwirtschaft sichert die internationale Arbeitsteilung wie auch der nach Gunstregionen spezialisierte Anbau von Ackerfrüchten die effizienteste Nutzung der vorhandenen Fläche», sagt Thywissen. «Angesichts der Herausforderung, sieben Milliarden und in Zukunft neun Milliarden Menschen zu versorgen, wäre eine Kirchturmpolitik höchst fragwürdig». Vor diesem Hintergrund sieht der Verband auch die «Greening»-Vorschläge der EU Kommission mit sieben Prozent Flächenstilllegung kritisch: Die aktuellen Pläne sehen vor, dass sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen in der EU aus der Produktion genommen werden sollen.

 

Darüber hinaus sind Körnerleguminosen anfällig gegenüber Pilzerkrankungen und Pflanzenschädlingen und damit großen Ertragsschwankungen unterworfen, was den Anbau für Landwirte ökonomisch riskant macht. Aufgrund pflanzenbaulicher Einschränkungen können Körnerleguminosen sinnvoll nur auf maximal 20 Prozent der Ackerfläche in Deutschland angebaut werden. Soja als Proteinfuttermittel zu ersetzen, wäre deshalb schon allein flächenmäßig nicht möglich.

 

Ölsaaten wie Soja und Raps haben gegenüber Proteinfuttermitteln wie Körnerleguminosen im Übrigen einen entscheidenden wirtschaftlichen Vorteil: Neben dem Futtermittel wird gleichzeitig wertvolles Pflanzenöl gewonnen.

 

 

 

 

DIESER BEITRAG GEHÖRT ZUM WEBBAECKER INFODIENST FÜR DIE 25. KALENDERWOCHE 2012

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