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 Ausgabe 34/11 -- 26. August 2011

11. Jahrgang 

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Australien: findet Geschmack an deutscher Technik

 

 

Sydney / AU. (23.08. / gtai) Der australische Nahrungsmittelsektor hat sich von zwischenzeitlichen Rückschlägen wieder erholt. Mittelfristig dürften die Branchenexporte erneut steigen. Dadurch sollte zwangsläufig auch die Nachfrage nach hochwertigen deutschen Nahrungsmittelmaschinen zulegen. Dieser Trend wird ebenfalls dadurch angeschoben, dass in der Fertigung zunehmend neue sowie moderne Problemlösungen gefragt sind - berichtet Germany Trade + Invest (GTAI).

 

Australiens Nahrungsmittelsektor steht vor neuen Herausforderungen. Die Nachfrage nach einer größeren Vielfalt an Erzeugnissen bedingt sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht eine Neuorientierung der Produktion. Dieser Prozess sorgt dafür, dass sich die Ansprüche an Nahrungsmittelmaschinen erhöhen. Industrievertreter rechnen im Zeitraum zwischen 2011 und 2014 mit einer Steigerung der Nachfrage nach Kapitalgütern für den Sektor in einer Größenordnung von jährlich fünf Prozent.

 

Ein wenig Sorge bereitet den Anbietern der Maschinen die Situation im Nahrungsmittelsektor allgemein. So wandelte sich die Branche im Wirtschaftsjahr 2009/2010 (01. Juli bis 30. Juni) vom Nettoexporteur zum Nettoimporteur. In erster Linie war dies auf Dürreperioden zurückzuführen, die dem Agrarsektor zusetzten. Zu Jahresbeginn 2011 erlitten die Landwirte zudem durch Überschwemmungen Rückschläge. Außerdem wirkt sich der starke Australische Dollar negativ auf die Exporte aus. Gleichzeitig kämpft der Sektor gegen zunehmende internationale Konkurrenz an. Dies sei nicht nur bei billiger Massenware, sondern ebenfalls bei Spezialprodukten der Fall, heißt es.

 

Vor diesem Hintergrund fordern nicht zuletzt die Anbieter von Nahrungsmittelmaschinen Unterstützung für die lokale Industrie durch die Regierung. Besonders die exportorientierten Unternehmen gelten als vielversprechende Abnehmer von hochwertigen Ausrüstungen für die Verarbeitung. «Made in Germany» spielt dabei eine große Rolle. Kapitalgüter, die eine hohe Flexibilität aufweisen, weniger Abfallprodukte erzeugen sowie mit Hochgeschwindigkeit arbeiten, seien zunehmend beliebt, bewertet das South Australian Food Centre. Daneben sollten die lokalen Sicherheitsstandards gewährleistet sein. Außerdem werde auf einen effizienten Reinigungsprozess sowie zunehmend auf Energieeffizienz Wert gelegt, heißt es.

 

Gegenwärtig kommt etwa ein Viertel der Nahrungsmittelmaschinen auf dem fünften Kontinent bei der Verarbeitung von Fleisch und «Seafood» zum Einsatz. Bei Getränken beläuft sich der Anteil auf rund 20 Prozent. Zusätzlich knapp 15 Prozent entfallen auf Molkereierzeugnisse. Von weiterer Bedeutung sind die Erzeugersegmente Zucker und Süßwaren, Backwaren (jeweils zehn Prozent), Getreide und Speiseöl (7,5 Prozent) sowie Obst und Gemüse (5,5 Prozent).

 

Die größten Wachstumschancen werden in den kommenden Jahren besonders bei der Verarbeitung von Fleisch, Meeresfrüchten sowie für die Getränkeindustrie gesehen. Letztere hat im Bereich «Energy Drinks» die höchsten Zuwachsraten. Auffällig ist außerdem die steigende Bedeutung von Gesundheitsnahrung.

 

Knapp 55 Prozent der Nahrungsmittelmaschinen werden importiert. Der Sektor ist sehr zersplittert. Zahlreiche kleinere Firmen sind in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv. Nach Angaben des Branchenverbandes FIMMA (Food Industry Machinery Manufacturers Association) haben sich die Unternehmen vor Ort zunehmend auf Nischenbereiche spezialisiert, um sich gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland abzusetzen. Der Markt für technisch hochwertige Standardmaschinen, die in größeren Mengen nachgefragt werden, wird aus dem Ausland bedient.

 

Zwar wurden teilweise bestehende Produktionseinheiten ins Ausland verlagert. Etablierte Firmen bevorzugen es jedoch im Regelfall, ihre lokale Fertigung aufrecht zu erhalten. Direkt am Absatzmarkt könnten die Unternehmen flexibler maßgeschneiderte Problemlösungen anbieten, betonen Branchenvertreter. Etwa 40 Prozent der Verarbeitungsmaschinen wird von großen Nahrungsmittelherstellern für die Massenproduktion erworben. Die verbleibenden 60 Prozent entfallen auf Hotels, Gastronomiebetriebe, Convenience Stores sowie kleine Fertigungsbetriebe oder Privathaushalte.

 

Die vier größten lokalen Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen produzieren etwa ein Fünftel der Gesamtfertigung. Marktführer ist das Unternehmen Moffat Group PTY Limited mit einem Marktanteil von etwa 14 Prozent. Der Produzent hat sich in erster Linie auf Nahrungsmittelmaschinen für den Gastronomiebedarf spezialisiert. Die italienische Unternehmensgruppe Ali übernahm Moffat im Jahr 2000. Dem Vernehmen nach exportiert Moffat etwa die Hälfte der Fertigung ins Ausland. Weitere bekanntere Firmen sind TNA Australia, Heat and Control Limited, Auto Bake Limited sowie NID Limited Die Branchenumsätze beliefen sich dem Vernehmen nach im Wirtschaftsjahr 2010/2011 auf knapp 900 Millionen Australische Dollar (AUD; etwa 684 Millionen Euro; 1,00 AUD = rund 0,76 Euro). Das bedeutete gegenüber dem Vorjahr eine unwesentliche Steigerung um 0,2 Prozent.

 

Erholt von der allgemeinen Durststrecke der Verarbeitenden Industrie präsentierte sich der Import von Nahrungsmittelmaschinen im Jahr 2010. Lieferanten aus Deutschland konnten ihre Geschäftsabschlüsse «Down Under» weiter ausbauen. Sie hatten bereits im Vorjahr ihre Marktpräsenz um 20 Prozent steigern können. 2010 ging ein Plus von etwa einem Drittel in die Auftragsbücher ein. Insgesamt legten die australischen Einfuhren von Maschinen zum Auf-, Zubereiten oder Verarbeiten von Lebensmitteln (HS-Position 8438) im Vergleich zu 2009 um knapp 40 Prozent zu. Deutsche Anbieter verbuchten mit einem Lieferwert von rund 34 Millionen AUD einen Importanteil von circa 23,4 Prozent. Das entsprach in etwa dem Vorjahreswert.

 

Als schärfstes Konkurrenzland kristallisierte sich 2010 Italien mit einem Importanteil von 13 Prozent heraus. Wie in den Vorjahren folgten die USA (11,5 Prozent) sowie die Niederlande (9,9 Prozent) auf den Plätzen. Bislang noch relativ abgeschlagen - allerdings mit den höchsten Wachstumsraten - drängen zunehmend Hersteller aus der VR China auf den australischen Markt. Die Importe von Nahrungsmittelmaschinen aus dem Reich der Mitte erreichten im Jahr 2010 einen Wert von acht Millionen AUD. Das entsprach gegenüber dem Vorjahr immerhin einer Steigerung um 60 Prozent (GTAI).

 

Ausgewählte Importe von Nahrungsmittelmaschinen (in 1'000 USD)

HS-CodeWarenbezeichnung20092010Veränderung
8437Maschinen, Apparate und Geräte
zum Reinigen, Sortieren, Sieben etc.
12'12915'108+24,6%
8438Maschinen zum Auf-, Zubereiten oder
Verarbeiten von Lebensmitteln etc.
143'194191'599+33,8%
.8438.10Maschinen zum Herstellen
von Back- oder Teigwaren
26'03934'520+32,6%
.8438.20Maschinen zum Herstellen
von Süßwaren
9'9618'618-13,5%
.8438.40Brauereimaschinen 6'0148'223+36,7%
.8438.50Maschinen zum Verarbeiten
von Fleisch
32'49351'730+59,2%
.8438.60Maschinen zum Verarbeiten
von Früchten oder Gemüse
7'8957'320-07,3%
.8438.80Andere25'632 37'719+47,2%
.8438.90Teile der HS-Pos. 843835'14143'400+23,5%
8479'20Maschinen zum Gewinnen oder
Aufbereiten von Ölen oder Fetten
3'0476'674+119,0%

Quelle: Comtrade-Datenbank der Vereinten Nationen

 

Kontaktanschriften:

Food Industry Machinery Manufacturers Association

14 Margaret Street

Research, VIC 3095

Telefon: 00613/94371255

Telefax: 00613/94370519

E-Mail: fimma@alphalink.com.au

 

Australian Packaging and Processing Machinery Association (APPMA)

PO-Box 2076

Rose Bay North, NSW-2030

Fon/Fax: 00612/23712769

Internet: http://www.appma.com.au

 

Australian Food and Grocery Council

Level 2, Salvation Army Building, 2-4 Brisbane Avenue

Barton, ACT 2600

Telefon: 00612/62731466

Telefax: 00612/62731477

Internet: http://www.afgc.org.au

E-Mail: info@afgc.org.au

 

 

 

 

DIESER BEITRAG GEHÖRT ZUM WEBBAECKER INFODIENST FÜR DIE 34. KALENDERWOCHE 2011

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