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Protektionismus: Ungarn setzt auf Ungarisches

Budapest / HU. (wib) «Kauft ungarisch» heißt derzeit die Devise auf dem Balkan: Zwar stammen bereits annähernd 70 Prozent aller im EU-Mitgliedsstaat Ungarn verkauften Lebensmittel aus inländischer Erzeugung, doch ist diese Quote der Regierung noch nicht hoch genug: Im LEH sollen ab Mitte 2009 zu 80 Prozent nur noch «ungarische» Lebensmittel angeboten werden. Um dies zu erreichen, hatten die Beteiligten im Frühjahr einen Lebensmittelkodex formuliert und unterschrieben. Der legt fest, was unter einem ungarischen Lebensmittelerzeugnis zu verstehen ist. Die Lebensmittelindustrie hatte 2008 zu den Sparten gehört, in denen die Investitionen um mehr als fünf Prozent gefallen waren. Für sie bereitet die Ungarische Entwicklungsbank (MFB) jetzt ein Programm vor, um die Liquiditätslage zu verbessern. 2008 sind die real verfügbaren Haushaltseinkommen um 1,5 Prozent gesunken (nach minus 2,2 Prozent in 2007). In 2009 dürften sie erneut um zwei Prozent fallen, rechnen Experten vor. Eine Folge wird sein, dass der Lebensmittelabsatz 2009 real um drei bis vier Prozent schrumpft. Im ersten Quartal 2009 ist die Produktion aller Lebensmittelhersteller in Ungarn um 1,2 Prozent gesunken. Rückläufig war vor allem die Herstellung von Fleisch- und Geflügelprodukten (minus 19 Prozent gegenüber Q1/2008) sowie Molkereiprodukten (minus 7,4 Prozent). Gestiegen ist sie von Getreideerzeugnissen (plus 9,0 Prozent), deren Export um 53 Prozent (!) zulegen konnte. Insgesamt haben Anfang 2009 – wie schon im Q4/2008 – die Exporte von Lebensmitteln und Getränken real um gut fünf Prozent zugenommen (jeweils im Vergleich zum Q4/2008). Die Importe gaben gleichzeitig um knapp zehn Prozent nach – berichtet «Germany Trade and Invest».