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Pizza-Bringdienste: Lauwarm mit gepanschter Butter

Düsseldorf. (vz) Die Verbraucherschützer gaben im April bei 39 Lieferdiensten, 15 Restaurants und sechs Pizza-Ketten in den Städten Düsseldorf, Bonn und Dortmund telefonisch ihre Test-Bestellungen auf. Bei 43 von 60 Lieferungen ließen Service oder die exakte Bezeichnung von angepriesenen Produkten stark zu wünschen übrig. Im Test wurde die Lieferung von Pizzas und Kräuterbutter zu einer bestimmten Uhrzeit vereinbart. Die heiß ersehnte Ware sollte demnach von den rollenden Diensten exakt nach einer dreiviertel Stunde geliefert werden. Großzügig tolerierten die Tester hierbei auch eine Abweichung von plus oder minus zehn Minuten.

Unpünktliche Lieferung

Fast jede vierte bestellte Pizza wurde jedoch mehr als zehn Minuten zu spät oder zu früh gebracht. Ein Pizza-Service stand erst nach nochmaliger Anfrage – also eine geschlagene Stunde später zu den 45 Minuten Wartezeit – mit dem warmen Pappkarton samt Pizzabrötchen vor der Tür. Die Empfehlung der Verbraucherzentrale NRW: Um sicher zu sein, dass eine Bestellung von warmen Speisen auch zur vereinbarten Zeit auf dem Teller landet, sollten Kunden am besten am Telefon eine feste Zeit mit dem Lieferanten vereinbaren und unmissverständlich klar machen, dass sie die Bestellung bei unpünktlicher Lieferung nicht annehmen werden.

Bringdienste patzen bei Heißhaltung

Ist die Pizza nicht warm genug, schmeckt sie nicht mehr. 65 Grad gelten in der Gemeinschaftsverpflegung als empfohlene Mindesttemperatur bei heiß zu haltenden Speisen. 24 Bringdienste (40 Prozent) patzten jedoch in punkto Wärme: Die Temperatur ihres belegten Fladens lag unter 65 Grad. Für 36 Lieferanten war die ausreichende Warm- oder Heißhaltung dagegen kein Problem – zehn Pizzas waren bei Ankunft sogar wärmer als 70 Grad; viermal kletterte das Messthermometer nach Eintreffen der dampfenden Ware auf mehr als 80 Grad. Eher kalte Küche gab es dagegen bei einer Pizza mit einer Liefertemperatur von gerade mal schlappen 41 Grad zu verzeichnen.

Margarine-Mix statt reine Butter

Bei den mit georderten Pizzabrötchen mit Kräuterbutter kamen die Konsumentenschützer einer Verbrauchertäuschung auf die Spur. Im Labor gingen die Tester bei 53 Proben den Inhaltsstoffen des würzigen Aufstrichs an die Substanz. Bei 22 Lieferungen (42 Prozent) hielt die gelieferte Kräuterbutter nicht, was ihre Fett-Bezeichnung eigentlich verspricht: nämlich reine Butter. Sechs der untersuchten Töpfchen wiesen ein Fettsäuremuster auf, das auf die Verwendung von Margarine statt Butter schließen ließ. Bei 16 Proben handelte es sich um einen Mix aus Margarine und Butter (Quelle).