Donnerstag, 15. April 2021
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Peter Pane: Keine Einigung im Rechtsstreit

Lübeck. (pgs) Die seit über einem Jahr andauernde juristische Auseinandersetzung zwischen Hans im Glück und der Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH konnte am Mittwoch dieser Woche nicht durch einen Vergleich vor dem Landgericht München beendet werden.

So wird der Prozess nun in der Hauptsache verhandelt. Der Paniceus-Inhaber Patrick Junge wird sich zwischenzeitlich auf den Ausbau seiner Peter Pane Restaurants konzentrieren, die er als Geschäftsführer in der neu formierten Peter Pane-Gruppe führt.

Die Ausführungen des Gerichts haben Paniceus in seiner Rechtsposition bestärkt. Dennoch wäre Patrick Junge bereit gewesen, in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen an einem Vergleich mitzuwirken. Doch Hans im Glück blieb uneinsichtig.

Vordergründig geht es um vermeintliche Verstöße des Franchisenehmers Paniceus, die zu einer – vollkommen ungerechtfertigten – Kündigung des Franchisevertrags durch Hans im Glück geführt haben. Diese Kündigung mit den anschließenden juristischen Auseinandersetzungen hat für Paniceus zu Schäden in Millionenhöhe geführt. Auf den Ersatz dieses Schadens klagt die Gesellschaft. Demgegenüber reklamiert Hans im Glück, ebenfalls Schäden durch die – selbst ausgesprochene – Kündigung des Franchisevertrags erlitten zu haben.

Tatsächlich geht es in diesem Gerichtsprozess allerdings – so haben die Ausführungen der Anwälte heute gezeigt – um die überaus rabiaten Geschäftsmethoden des ehemaligen Hans im Glück-Geschäftsführers Thomas Hirschberger. So begründet die unerwartete Kündigung des Franchisevertrags den Verdacht, dass der Franchisenehmer Paniceus in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht werden sollte, um ihn dazu zu bewegen, Hirschberger die zwölf Filialen in Norddeutschland unter Wert zu verkaufen. Paniceus hatte bereits zwölf Millionen Euro in diese Standorte investiert, so dass die Vermutung nahe lag, dass er empfindliche Umsatzeinbrüche durch die abgebrochenen Zulieferungen des Franchisegebers nicht lange durchhalten würde. Tatsächlich hat Paniceus jedoch nochmals erheblich in die Betriebe investiert und das Gastronomiekonzept Peter Pane realisiert.

Erstmalig in der Geschichte der Systemgastronomie in Deutschland ist es gelungen, aus der Situation einer nicht vorhersehbaren Kündigung eines Franchisevertrages binnen weniger Wochen ein vollkommen neues Systemkonzept aufzubauen, das sich noch dazu spürbar erfolgreicher entwickelt als das ursprüngliche Franchisekonzept.

«Gerne hätten wir heute den Prozess mit einem für beide Seiten akzeptablen Vergleich beendet. Nun werden wir selbstbewusst unser Recht vor dem Landgericht München weiter durchfechten», sagt Geschäftsführer und Inhaber von Paniceus, Patrick Junge. «Unabhängig von den gerichtlichen Auseinandersetzungen werden wir den Expansionskurs mit dem sehr erfolgreichen Systemkonzept Peter Pane fortsetzen» (Foto: pixabay.com).