Donnerstag, 22. Oktober 2020

Obsternte 2020: Schwieriges Umfeld sorgt für deutlich höhere Preise

Bonn. (bogk) Bedingt durch die Corona-Pandemie fehlten der obstverarbeitenden Branche in dieser Saison nicht nur Erntehelfer. Hinzu kamen die Kosten für den nicht unerheblichen Aufwand bei den erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen. Damit aber noch nicht genug: Wie bereits im Vorjahr gab es katastrophale Ernteeinbrüche verbunden mit deutlichen Preissteigerungen, berichtet der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) in Bonn. «Die Situation ist insgesamt noch extremer als 2019», sagt BOGK-Geschäftsführer Werner Koch.

Wetterlage ließ Ernten bis zu 80 Prozent einbrechen

Wetterbedingt gab es insgesamt in Europa große Ernteausfälle. So betrug die Minderernte bei Aprikosen aus Bulgarien 80 Prozent. Auch fehlten zum Beispiel größere Mengen an Himbeeren aus Serbien (minus 20 Prozent) und bei Erdbeeren aus Polen (minus 30 Prozent). Zudem gab es aufgrund von vielen Regenfällen bei vielen Früchten in Zentral-und Osteuropa große Qualitätsprobleme. So war bei Erdbeeren aus Polen ein starker Schimmelbefall zu verzeichnen. Die Folge: Viele Erdbeeren konnten überhaupt nicht geerntet werden. Gleiches gilt für Aprikosen aus Spanien, wo anhaltendes regnerische Wetter große Teile der Ernte zerstört hat.

Weniger Pflücker und höhere Begleitkosten durch Covid-19

Bedingt durch die Corona-Pandemie standen weit weniger Erntehelfer als benötigt zur Verfügung. Alleine in Deutschland fehlten während der Beerenobsternte bis zu 30 Prozent der benötigten Pflücker. Hinzu kamen hohe Kosten für alle Bauern durch zusätzlich Anforderungen, wie zum Beispiel separate Unterbringungen, Hygiene-Konzepte und erhöhte Einreisekosten für die Erntehelfer. Die größten Preissteigerungen waren bei Himbeeren und Schwarzen Johannisbeeren zu verzeichnen.

Negative Effekte aus 2019 setzten sich 2020 fort

Nachdem bereits die Ernte 2019 aufgrund schlechter Ernten zu signifikanten Preissteigerungen geführt hat, hat sich der Effekt in 2020 weiter fortgesetzt. Eine hohe Nachfrage nach frischem Obst hat zudem die Verfügbarkeit für die Verarbeitungsindustrie noch weiter eingeschränkt. «Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich hierdurch die Preise für bestimmte Obstarten in den letzten beiden Jahren nahezu verdoppelt haben», sagt Koch (Foto: pixabay.com).