Mittwoch, 20. Oktober 2021

nu company: will Lebensmittelbranche disruptieren

Leipzig. (eb) Weltweit schießen umweltbewusste Energy-Bar-Bäcker aus dem Boden, die besonders im angelsächsischen Raum einen regelrechten Hype auslösten. Nur eine Frage der Zeit war es unter diesen Umständen, dass die Idee auch im deutschsprachigen Raum Nachahmer findet. Damit daraus was wird und ihr Start-up irgendwann die üblichen Verdächtigen (Mondelez, Hershey, Lotus Bakeries …) zwecks Akquisition interessiert, haben die drei Wirtschaftsingenieure Christian Fenner, Thomas Stoffels und Mathias Tholey ein «purpose driven» Unternehmen gegründet und rühren dafür ordentlich die Werbetrommel. Dem Englischen einigermaßen mächtig ist Ihnen bestimmt schon aufgefallen, dass auch Ihre Bäckerei zweckgebunden agiert (Zweck gebunden = purpose driven) – anders hätte es keinen Unternehmenszweck und Sie müssten sich fragen, was Sie und Ihr Team den ganzen Tag machen.

Der Unterschied zwischen der konventionellen oder biologisch-dynamischen Bäckerei, die nebenher Getreide- oder Nussriegel herstellt – einerseits – und den gehypten Energy-Bar-Bäckern in Schlips und Kragen oder Rollkragenpullover – andererseits – scheint in der Ausbildung zu liegen. Bewehrt mit einem intellektuellen Überbau, der den Zeitgeist trifft. Firm in einer Kundenansprache, die überzeugend darlegen kann, weshalb es sich lohnt, mit dem Verzehr von zuckerreduzierten Schokoriegeln und Protein-Shakes die Welt zu retten. Irgendwann ist diese Geschichte natürlich auserzählt. Doch bis dahin ist es den drei Wirtschaftsingenieuren möglicherweise schon gelungen, sich für die üblichen Gobal Player interessant zu machen, die alles aufkaufen, was erfolgreicher sein könnte als die eigenen Erzeugnisse.

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Bis dahin haben Christian Fenner, Thomas Stoffels und Mathias Tholey noch Zeit – und Einiges zu tun. Zum Beispiel hat «the nu company» der drei Jungunternehmer unlängst seine erste Finanzierungsrunde abgeschlossen. Das Leipziger Unternehmen hinter ebenso veganen wie zuckerreduzierten Schokoriegeln namens «nucao» und Bio-Protein-Shakes der Marke «numove» sammelte dabei 14 Millionen Euro in Series A ein und will damit jetzt die Lebensmittelbranche disruptieren. Erstens werden die drei Musketiere deutlich mehr einsammeln müssen, bevor die Lebensmittelbranche überhaupt merkt, dass sie «disrupted» (= gestört oder unterbrochen) werden soll. Zweitens klappt das selbst mit «Interruption» nicht, weil die Übersetzungsmaschinen immer dasselbe ausgeben (= gestört oder unterbrochen).

Gestört oder unterbrochen sind im Lichte von Covid-19 immer noch auch einige Lieferketten der Branche, weshalb etliche Produzenten längst über Kreisläufe nachdenken, die (a) weniger anfällig sind im globalen Geflecht und (b) einem Green Deal entsprechen, der nicht nur von oben verordnet werden kann, sondern den jeder Unternehmende mit sich selbst ausmachen muss. Mit sich selbst längst ausgemacht hat, denn die umweltfreundliche und nachhaltige Wirtschaftsweise gibt es nicht erst seit gestern. Seit vielen Jahrzehnten bemühen sich viele Betriebe in Deutschland, den eigenen Fußabdruck neutral zu halten. Fragt man bei den ältesten Unternehmen der Republik nach, kommt nicht selten die Antwort, dass sie es kaum durch die Jahrhunderte geschafft hätten, stünde Nachhaltigkeit nicht ganz oben auf der Agenda.

Andererseits: Eine gewisse Ahnungslosigkeit hat schon immer geholfen, mit Schwung und Elan das eigene Interessensfeld zu beackern. Ein gewisser Tunnelblick ist nötig, um die Luft so lange anzuhalten, bis sich der Erfolg einstellt. Das Glück ist mit den Tüchtigen. In diesem Sinn ist dem Start-up zu wünschen, dass es seine Ziele erreicht – die ja nicht die schlechtesten sind. Die originale Medienmitteilung im Abspann:


the nu company sammelt 14 Millionen Euro in Series A ein – Food-Startup will mit frischem Kapital Lebensmittelbranche disruptieren

Das Leipziger Food-Startup the nu company hinter den veganen und zuckerreduzierten Schokoriegeln nucao und der Bio-Proteinmarke numove hat seine erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Zu den namhaften Investoren der Series A gehören Lead Investor DLF Venture, Five Seasons Ventures und DX Ventures. Das Board of Directors wird zudem mit Douglas CEO Tina Müller und der erfahrenen Strategieberaterin Andrea Gislee Joosen verstärkt. Außerdem Teil der 14-Millionen-Runde sind Formel-1-Weltmeister und Nachhaltigkeitsunternehmer Nico Rosberg, BackBone Ventures sowie der österreichische Food VC Square One Foods.

Co-Gründer und CMO Christian Fenner sagt zur gelungenen Finanzierung: «Wir wollen die Lebensmittelbranche auf den Kopf stellen – damit nicht mehr allein Profit sondern die Zukunft unseres Planeten und die Gesundheit der Menschen im Mittelpunkt stehen. Die Series A hilft uns dabei weitere Produkte auf den Markt zu bringen, die eine echte positive Veränderung im Massenmarkt herbeiführen können. Außerdem wollen wir noch einfacher verfügbar sein – ob europaweit im Supermarkt um die Ecke oder mit einem Klick online. Dafür suchen wir aktuell die besten Talente in diversen Bereichen, die ebenfalls für positive und nachhaltige Veränderung brennen.»

Douglas CEO Tina Müller glaubt an die Vision und fügt hinzu: «the nu company zeigt, wie man die Welt mit gesundem, umweltbewusstem Konsum nachhaltiger gestalten kann. Ich freue mich, dass ich in meiner neuen Rolle als Mitglied im Board of Directors einen Beitrag dazu leisten kann.»

Laut Mitgründer und CFO Thomas Stoffels verzeichnet the nu company 2021 bereits im vierten Jahr in Folge ein dreistelliges Umsatzwachstum und ist mit seinen Produkten schon in über 10.000 Märkten erhältlich. Das Konzept: kurze Bio-Zutatenlisten mit weniger Zucker, plastikfreie Verpackungen und eine negative CO2-Bilanz. Denn für jedes verkaufte Produkt pflanzt das Unternehmen einen Baum in Zusammenarbeit mit dem Partner Eden Reforestation Projects – die 10-Millionen-Bäume-Marke soll noch dieses Jahr fallen.

Clément Helinckx, Principal beim Lead Investor DLF, erklärt: «Was uns überzeugt hat war, dass das Team niemals an der falschen Stelle sparen würde. Das Ziel ist immer eine gesündere Alternative auf jeden Tisch zu bringen ohne die Umwelt außer Acht zu lassen. Das Ergebnis ist eine sehr involvierte Käuferschaft und enorme Wachstumsraten. Es ist aufregend zu sehen, wie eine Marke ihre Flügel so schnell ausbreitet. Das zeugt von einer klaren Marktanpassung und einer Menge Potenzial, langfristige Veränderungen auszulösen.»

Das aufstrebende Food-Startup machte schon letztes Jahr im Oktober mit einem offenen Brief im Spiegel an Politik und Großkonzerne auf sich aufmerksam – ein Teil der Strategie, wie der dritte Gründer und CEO Mathias Tholey erklärt: «Wir hören nicht bei unseren eigenen Produkten auf. Es braucht einen Bewusstseinswandel in der gesamten Branche. Deshalb legen wir den Finger in die Wunde und fordern von Politik und Großkonzernen mitzuziehen, um Verbraucher und unseren Planeten respektvoll zu behandeln und generationengerecht zu wirtschaften.»

Über the nu company: Das nachhaltige Food-Startup the nu company aus Leipzig fordert die Lebensmittelindustrie heraus und will sie nachhaltig verändern. 2016 von den drei Wirtschaftsingenieuren Christian Fenner, Thomas Stoffels und Mathias Tholey gegründet, hat sich das «purpose driven» Unternehmen gesunde, plastikfreie und klimapositive Snacks auf die Fahne geschrieben und will damit zeigen, dass positives Wirtschaften keine Utopie mehr ist. Angetrieben durch seine Unternehmens DNA «food for a nu world» denkt das Startup Lebensmittel kompromisslos neu: alle Produkte sind natürlicher Herkunft in Bio-Qualität, vegan, ohne raffinierten Zucker und eingehüllt in eine speziell entwickelte heim-kompostierbare Verpackung aus Zellulose. Auf seiner klimapositiven Mission unterstützt the nu company Aufforstungsprojekte in Zusammenarbeit mit der Organisation Eden Reforestation Projects, indem es für jedes verkaufte Produkt einen Baum pflanzt (Foto: nu company).