Dienstag, 23. Juli 2024

Mühlen: Mehlpreise sind aktuell nur teilweise «angepasst»

Bonn. (vdm) Die Preise für Brotgetreide sind in den letzten Monaten dramatisch gestiegen. Seit Sommer 2006 haben sich die Einkaufspreise für die Mühlen mehr als verdoppelt. Eine derartige Getreidepreiserhöhung ist im EU-Binnenmarkt in den letzten 40 Jahren einmalig, schreibt der Verband Deutscher Mühlen (VDM) in seiner jüngsten Presseinformation.

Diese Preissteigerungen haben vielfältige Ursachen. Als Folge sind die Getreidevorräte weltweit auf dem seit langem niedrigsten Niveau und die Interventionslager in der EU leer. Die Welthandelspreise an den wichtigsten Getreidebörsen sind auf bislang ungekannte Rekordhöhen gestiegen. Ein Ende der Hausse ist nicht absehbar.

Leider blieb auch die diesjährige Weizenernte in Deutschland mit 21 Millionen Tonnen um 6,4 Prozent unter der Menge des Vorjahrs. Es war das schlechteste Ergebnis seit dem Dürrejahr 2003. Bei Roggen lag die Ernte zwar leicht über der Vorjahresmenge, doch trotz stark ausgeweiteter Anbauflächen immer noch um 19,1 Prozent unter dem fünfjährigen Durchschnitt.

Für Deutschland stellt der VDM eine geringe Abgabebereitschaft der Landwirtschaft und des Getreidehandels fest, so dass die Versorgung für spätere Termine im Wirtschaftsjahr 2007/2008 nicht gesichert ist. Die Mühlen können derzeit die von ihren Kunden vielfach geforderten, länger laufenden Mehlkontrakte somit kaum mit entsprechenden Getreidelieferkontrakten absichern.

Kurzum: Die Mehlpreise sind aktuell nur teilweise «angepasst». «Unsere Mitgliedsbetriebe können angesichts der gegenwärtigen Situation an den Getreidemärkten keine langfristig stabilen Mehlpreise garantieren». sagt VDM–Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer in Bonn. Weitere Preiserhöhungen für Müllereierzeugnisse seien nicht auszuschließen.