Samstag, 4. Februar 2023

Mühlen: Bioenergie macht Mehl und Brot teuer

Augsburg. (vdm) Die deutschen Getreidemühlen fordern Priorität für die Lebensmittelerzeugung und einen Abbau der Subventionen für Bioenergie. Das ist das Ergebnis einer Tagung des Verbands Deutscher Mühlen (VDM) in Augsburg. Die Politik müsse der Konkurrenz um die nicht vermehrbaren Ackerflächen für Nahrungs- und Futtermittelzwecke einerseits und Energiezwecke andererseits Rechnung tragen. Hierzu müssten die Flächenreserven für Energiezwecke wissenschaftlich ermittelt werden. Die meisten Prognosen seien zu euphorisch. In den letzten sieben Jahren sei die Weltgetreideernte nur einmal höher gewesen als die Nachfrage. Die Bestände hätten sich deshalb halbiert und reichten nur noch für rund 80 Tage – ein über Jahrzehnte hinweg unbekannt niedriges Niveau. Diese Entwicklung werde sich verstärken, weil besonders die Nachfrage in Asien weiter steige. Deshalb gehöre die Flächenstilllegung in der Europäischen Union abgeschafft. Ebenso müsse die Energiepflanzenprämie gestrichen werden, weil sie längst durch die rund 50 Euro je Tonne höheren Marktpreise für Getreide überkompensiert sei. Das CO2-Reduzierungspotential durch Bioenergie werde zudem deutlich überschätzt, so der VDM. Viele Verbraucher seien sich nicht im Klaren darüber, dass sie den Beimischungszwang für Bioethanol und Bioenergie gleich mehrfach bezahlen müssten, nämlich durch Steuern, höhere Benzinpreise, teurere Lebensmittel aus pflanzlicher Produktion sowie aufgrund steigender Futterkosten für Milch und Fleisch. Es müsse verhindert werden, dass nach dem weitgehenden Ausstieg aus der EU-Agrarpolitik nun der Einstieg in eine noch kostenträchtigere Energiepolitik erfolge. Der Verband fordert eine schlüssige Politik, bei der Agrar-, Verbraucherschutz-, Energie-, Umweltschutz- und Wirtschaftspolitik aufeinander abgestimmt sind.

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