Donnerstag, 22. Oktober 2020

MRI: Deutsches Brotgetreide 2020 qualitativ auf gutem Niveau

Detmold. (mri) Von den Proben, die das Max-Rubner-Institut (MRI) – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel – im Rahmen der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) 2020 für Qualitäts- und Rückstandsuntersuchungen gezogen hat, sind bislang 89,7 Prozent bei Weizen und 42,3 Prozent bei Roggen analysiert. Die Ergebnisse fasst das MRI wie folgt zusammen:

Die diesjährige Winterweichweizen-Ernte im Durchschnitt der bislang untersuchten Proben aus dem Bundesgebiet einen, im Vergleich zum Vorjahr (12,7 Prozent TS), etwas geringeren Rohproteingehalt von 12,2 Prozent auf. Rohproteingehalte von 13 Prozent und mehr wurden in Sachsen-Anhalt und Thüringen festgestellt. Auch der Sedimentationswert, ein indirektes Maß zur Bestimmung der Proteinqualität, liegt mit 41 Milliliter unter dem Niveau des Vorjahreswertes (44 Milliliter). Der Feuchtklebergehalt (24,8 Prozent) ist gegenüber dem Vorjahreswert (25,5 Prozent) etwas reduziert, die Glutenqualitäten sind auch in diesem Jahr als gut dehnbar und elastisch einzustufen. Bezüglich der Kriterien Fallzahl und Auswuchs ist die diesjährige Weizenernte unproblematisch, sie liegen im Mittel bei 354 Sekunden respektive 0,01 Gewichts-Prozent. Das Hektolitergewicht zeigt sich in diesem Jahr überdurchschnittlich (79,3 Kilogramm je Hektoliter), der Schmachtkornanteil (0,49 Gewichts-Prozent) liegt unter den Werten des Vorjahres und wird somit zu deutlich geringeren Ausbeuteverlusten führen.

Die diesjährige Winterroggen-Ernte stellt sich qualitativ als heterogen und enzymarm dar. Die bislang untersuchten Roggenpartien liegen in einem hohen Fallzahlbereich von über 295 Sekunden (Vorjahr: 277 Sekunden). Analog zur Fallzahl zeigt sich auch die Stärkebeschaffenheit in diesem Jahr in extrem hohen Amylogrammmaxima (2020: 1520 AE, 2019: 1392 AE) und Verkleisterungstemperaturen. Bislang erfüllen alle ausgewerteten Proben die Anforderungen an die Brotroggenqualität. Das Hektolitergewicht (76,0 Kilo je Hektoliter) hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert, auch der Anteil an Schmachtkorn (2,5 Gewichts-Prozent) ist gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert worden. Bei einigen Partien kann es dennoch zu Ausbeuteverlusten kommen, da die Spannweite aller bislang ermittelten Werte von 0,1 Gewichts-Prozent bis 24,0 Gewichts-Prozent reicht. Das durchschnittliche Vorkommen von Mutterkornsklerotien (0,1 Gewichts- Prozent) ist im Erntejahr 2020 gegenüber dem Vorjahr (0,04 Gewichts- Prozent) deutlich erhöht.

In den auf weitere Mykotoxine untersuchten Proben wurden bisher ganz überwiegend geringe Gehalte an Deoxynivalenol (DON) und sehr geringe Gehalte an Zearalenon nachgewiesen. Im Weizen liegen die bisher festgestellten DON-Gehalte im langjährigen Mittel auf einem niedrigen Niveau. Von den bisher untersuchten Weizen-Proben überschritten lediglich 2 den zulässigen Grenzwert für DON von 1,25 Milligramm je Kilo. Im Roggen ist auch in diesem Jahr nach den bisherigen Daten von einem im Vergleich zum Weizen noch geringerem Vorkommen an DON auszugehen. Zearalenon wurde nur in einem geringen Anteil der untersuchten Proben auf einem niedrigen Niveau nachgewiesen.

Der Zwischenbericht des Max Rubner-Instituts zur Qualitätsuntersuchung 2020 im Rahmen der Besonderen Ernte- und Qualitätsuntersuchung (BEE) – Stand 10. September 2020 (Format PDF | 1424 KB):

20200910-BEE-MRI
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