Mittwoch, 4. August 2021

Milchalternativen: Importe 2020 steigen um 46 Prozent

Wiesbaden. (destatis) Der Markt für vegane Pflanzendrinks oder Milchalternativen wächst rasant. Wer zum Frühstück einen Kaffee trinkt oder ein Müsli isst, kann heute aus einer Fülle an Angeboten auf der Basis von Soja, Hafer, Mandeln oder Reis wählen. So wurden 2020 nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) 206,0 Millionen Liter Pflanzendrinks im Wert von rund 134,0 Millionen Euro nach Deutschland importiert, und damit gut 46 Prozent mehr als im Vorjahr (141,3 Millionen Liter). Gegenüber 2017, als die Daten erstmals so erfasst wurden, haben sich die Importe mehr als verdoppelt (plus 130 Prozent). Damals lag die Importmenge von Pflanzendrinks noch bei 89,5 Millionen Litern.

Sehr starker Anstieg der Pflanzendrink-Importe aus Schweden

Hauptlieferanten von Pflanzendrinks waren 2020 Belgien mit einem Anteil von 38 Prozent an der Gesamtmenge, Schweden mit 24 Prozent und Italien mit knapp 18 Prozent. Dabei steigerte Schweden seine Importmenge von 1,1 Millionen Litern im Jahr 2017 auf 49,7 Millionen Liter und kletterte damit vom sechsten auf den zweiten Rang der wichtigsten Lieferländer. Doch auch die deutschen Exporte der Milchalternativen haben sich im Jahr 2020 um 35 Prozent auf 118,1 Millionen Liter gegenüber dem Vorjahr erhöht, gegenüber 2017 gab es eine Zunahme um 83 Prozent.

Produktion von konventioneller Trinkmilch 40 Mal höher als Pflanzendrink-Importe

Pflanzliche Alternativen zur Milch liegen zwar voll im Trend, die inländische Produktion von Trinkmilch tierischen Ursprungs ist jedoch etwa 40 Mal so hoch: 2020 wurden 8,2 Milliarden Liter Trinkmilch zum Absatz produziert, weitere 7,2 Milliarden Liter Milch waren für die Weiterverarbeitung bestimmt. Etwa drei Viertel (73 Prozent) der Trinkmilch entfielen dabei auf Vollmilch und ein gutes Viertel (27 Prozent) auf fettarme Milch. Die Produktionszahlen zeigen einen Trend zur fettarmen Milch: 2017 lag der Anteil der fettarmen Milch an der zum Absatz bestimmten Milchproduktion noch bei 21 Prozent und der Vollmilch-Anteil bei 79 Prozent.