Sonntag, 25. Februar 2024

Mestemacher: Gruppe erzielt in 2023 ein Rekordergebnis

Gütersloh. (mm) Auch 2023 konnte die familiengeführte Brot- und Backwaren-Gruppe Mestemacher vom Trend zur gesundheits- und umweltbewussten Ernährung profitieren. Mit plus 8,3 Prozent Netto-Umsatzzuwachs gegenüber 2022 erzielte die Gruppe dank ihrer gut zu bevorratenden veganen und vegetarischen Brote, Tiefkühlkuchen und Knäckebrote das beste Ergebnis aller Zeiten: 170 Millionen Euro Netto-Umsatz im Geschäftsjahr 2023 gegenüber 157 Millionen Euro im Vorjahr. Das Wachstum resultiert sowohl aus einer Steigerung der Produktionsmenge als auch des Produktionswerts zum Ausgleich gestiegener Kosten für Personal, Energie und Rohstoffe.

Ausblick 2024: Für das laufende Jahr planen die Großbäcker mit einem Netto-Umsatz von 174 Millionen Euro. Das entspräche einem Wachstum von 2,4 Prozent – sofern die bescheidene Annahme eintrifft.

Investitionstätigkeit: 2023 investierte die Mestemacher-Gruppe nachhaltig zehn Millionen Euro. 2024 soll die Investitionssumme voraussichtlich rund 13 Millionen Euro betragen.

Mitarbeitende: Die Firmengruppe zählt insgesamt um die 650 Beschäftigte. Im Jahr 2023 wurde ein Anschlusstarifvertrag (2023/04/01 bis 2024/04/30) mit einer Laufzeit von 13 Monaten abgeschlossen. Die Tariferhöhung betrug zum 01. Juli 2023 sieben Prozent und zum 01. November 2023 weitere 1,5 Prozent. Zusätzlich zahlte die Gruppe eine Inflationsausgleichsprämie (IAP) in Höhe von 1.250 Euro, Teilzeitkräfte anteilig. Die damit verbundenen zusätzlichen Personalkosten betragen für den genannten Zeitraum deutlich über eine Million Euro. Die Personalkosten werden auch künftig Druck auf Betriebsgewinne und das Investitionskapital ausüben.

Exportgeschäft: Der Exportanteil der Mestemacher-Gruppe beträgt zirka 30 Prozent. Davon werden rund 72 Prozent der Exportumsätze in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union erzielt. Rund 16 Prozent Ausfuhrmenge verkauft Mestemacher außerhalb Europas – besonders nach Nordamerika, Kanada, Australien, Neuseeland, Asien sowie in die Vereinigten Arabischen Emirate. Rund zwölf Prozent der Exportmenge SB-verpackter Brote und Backwaren liefert Mestemacher in europäische Länder, die nicht der EU angehören. Die Mestemacher-Gruppe hat im Ausland keine eigenen Vertriebsgesellschaften, sondern arbeitet mit selbstständigen Import-Unternehmen eng zusammen.

Getreide und Saaten fürs Brot: Mit nachhaltig sinkenden Einkaufspreisen für Roggen in Bio- und konventioneller Qualität ist durch verringerte Anbauflächen um nochmals rund sechs Prozent nicht zu rechnen. Besonders Preise für aus Asien importierte Zutaten wie Saaten – zum Beispiel Flohsamen aus Indien – stehen unter Preisdruck wegen der Angriffe der Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer. Die Preise für Schiffstransporte, insbesondere Container, drohen zu steigen, da der Schiffsverkehr um das Kap der Guten Hoffnung deutlich länger dauert. Jedoch ist entscheidend für die weitere Entwicklung, wie lange die Krise anhält. Hierüber kann angesichts der schwierigen Lage nur spekuliert werden.

Einflüsse auf die Kuchenproduktion: Tiefkühlobst ist für die Produktion von Tiefkühlkuchen eine wichtige Zutat. Die Preise aus der Ernte 2023 haben sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Mit einer Preissenkung ist nicht zu rechnen aufgrund der Faktoren Energiekosten für Kühlung und Wettereinflüsse, die zur Blütenschädigung führen können und damit die Ernteerträge mindern.

Die Energiekosten haben sich vervielfacht: Auch werden sich die Folgen des Klimawandels künftig eher negativ auf die Einkaufspreise auswirken. Frachtkosten steigen durch die Erhöhung des CO2-Aufschlags auf Kraftstoffe, die Erhöhung der Maut sowie der Personalkosten. Die Energiekosten haben sich im Jahr 2023 gegenüber 2022 für Mestemacher vervielfacht. 2024 bleiben die Energiekosten auf hohem Niveau.

20240127-MESTEMACHERVon links: Marta Glowacka, Kaufmännische Geschäftsführerin, Prof. Dr. Ulrike Detmers, geschäftsführende Gesellschafterin, sowie Albert Detmers, geschäftsführender Gesellschafter, beim Pressegespräch 2024 der Mestemacher-Gruppe im Parkhotel Gütersloh (Foto: Mestemacher – Renate Lottis).

Investitionen in diverse Entwicklungen: Nachhaltigkeit und Umwelt sind relevante gruppenübergreifende Bereiche, deren Status sich folgendermaßen darstellt:

  • Im Prozess ist die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie für die Mestemacher-Gruppe.
  • Im Prozess ist die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts nach dem Standard der Global Reporting Initiative (GRI).
  • Im Prozess sind die Vorbereitungen zur Durchführung des Sedex Members Ethical Trade Audits (SMETA), das im Q2-2024 bei der Mestemacher GmbH stattfinden wird. Die Implementierung der SMETA-Anforderungen hat ebenso bei der Aerzener Brot und Kuchen GmbH begonnen.
  • Im Prozess ist die Einrichtung eines Compliance-Management-Systems mit Verhaltenskodex und Richtlinien.
  • Bereits implementiert ist bei den Tochtergesellschaften der Mestemacher-Gruppe ein Hinweisgebersystem.
  • Im Prozess ist die Erstellung von Klimabilanzen für die Einzelgesellschaften der Mestemacher-Gruppe für das Basisjahr 2020.
  • Im Prozess ist die Entwicklung von wissenschaftsbasierten CO2-Reduktionszielen gemäß der Science Based Targets initiative (SBTi).
  • Im Prozess ist die stetige Optimierung der Verpackungen zur Verbesserung der Kreislaufwirtschaft und Recyclingfähigkeit durch Folienreduktion, Wiederverschließbarkeit und teilweise Umstellung auf PP-Monofolie.
  • Im Prozess ist die Neuberechnung des Nutri-Scores bei den Produkten der Marke Mestemacher.

Alle Standorte der Mestemacher-Gruppe sind nicht nur Spezialbäckereien, sondern auch Mühlenbetriebe, in denen der Roggen just-in-time frisch vermahlen wird.

Unternehmensführung: Mitte 2022 passte die Mestemacher Gruppe ihre internen Strukturen weiter in Richtung internationaler Gepflogenheiten an. Zu den Gremien der Brot- und Backwaren-Gruppe gehört seither ein Beirat, der zwar nicht operativ leitend ist, dafür aber über Kontroll-, Beratungs- und Genehmigungskompetenzen verfügt. Mit der Trennung von Überwachung und operativer Führung macht die Gruppe durchweg positive Erfahrung. Der Beirat tagt regelmäßig vier Mal im Jahr unter der Leitung der Beiratsvorsitzenden, dem ehemaligen Vorstandsmitglied der BMW AG, Milagros Caiña-Andree. Fünf Personen und ein Fachbeirat ohne Stimmrecht sind im Beirat vertreten. Die Ergebnisse der Beiratstätigkeit wirken sich aus heutiger Sicht sehr positiv auf die Entwicklung der Mestemacher-Gruppe aus.

(Foto: Hagedorn Unternehmensgruppe)20230506-HAGEDORN-01

Neues Logistikzentrum: Mestemacher hat in der zweiten Jahreshälfte 2023 damit begonnen, die komplexen logistischen Prozesse der familiengeführten Brot- und Backwaren-Gruppe zu zentralisieren. Zu diesem Zweck haben die Großbäcker von der Hagedorn Unternehmensgruppe in Bielefeld eine Gewerbehalle langfristig und damit nachhaltig für die Brot- und Backwaren-Gruppe gemietet. Die gesamte Mietfläche mit Ober- und Erdgeschoss umfasst zirka 9.000 Quadratmeter. Hinzu kommen etwa 45 PKW-Stellplätze sowie eine Grundstücksfläche. Auf der Dachfläche wird eine Photovoltaik-Anlage errichtet. Die Hallenbeheizung übernimmt eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Büro- und Sozialräume sind hell und modern und schaffen eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Das moderne Logistikzentrum zentralisiert die bisher über mehrere Standorte in Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen verteilten Lagerhallen der Tochtergesellschaften der Mestemacher-Gruppe. Vorteile der integrierten Logistik durch Automation sind zum Beispiel eine erhöhte Schnelligkeit und Verbesserung der Abläufe, totale Flexibilität und eine effiziente Verwaltung der Bestände an fertigen und halbfertigen Erzeugnissen sowie der Materialwirtschaft. Von besonderer Bedeutung in einem konzentrierten Absatzmarkt ist auch die erhoffte Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit (TitelFoto: Mestemacher – Renate Lottis).

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