Mittwoch, 4. August 2021

Martin Braun-Gruppe: Pandemie lässt Umsatz erheblich sinken

Hannover. (oe) Die Martin Braun- Gruppe, ein Unternehmen der Oetker-Gruppe, hat im Geschäftsjahr 2020 den über viele Jahre hinweg stattfindenden Wachstumsprozess nicht fortsetzen können und musste einen erheblichen Umsatzrückgang um 13,1 Prozent ausweisen. Zudem belasteten zum Teil negative Währungseffekte, allen voran die Abwertung der türkischen Lira, die lokale Geschäftsentwicklung. Dies geht aus dem Geschäftsbericht 2020 der Dr. August Oetker KG hervor.

Bereinigt um Währungseinflüsse belief sich die organische Umsatzveränderung auf minus 11,4 Prozent. Infolge des Nachfragerückgangs in der Corona-Krise haben sich die Umsätze nicht wie ursprünglich geplant entwickeln können. In den ersten drei Monaten der Krise im Jahr 2020 waren die Bäckereien und der Food-Service weltweit stark betroffen, in zahlreichen Ländern hatten viele Kunden über Monate geschlossen. Mit der zweiten Corona-Welle im Herbst kam es erneut zu zahlreichen lokalen und nationalen Lockdowns in den Zielmärkten.

Auch in Deutschland haben über mehrere Wochen die handwerklichen Bäckereien gelitten, da viele Endkonsumenten nur zu einem sogenannten One-Stop-Shopping im Einzelhandel übergegangen sind und zudem abgepackte Backwaren zeitweise vorgezogen haben. Schwierig war die Situation ebenso bei den umsatzstarken Outlets der Bäckereifilialisten an Hochfrequenzorten mit in der Regel viel To-go- / Out-of-Home-Umsatz. Diese wie auch die zahlreichen Food-Service-Kunden der Martin Braun-Gruppe haben deutliche Rückgänge zu verzeichnen.

Eine sehr erfreuliche Ausnahme war der Bereich der Biohefe. Das Bedürfnis der Endkonsumenten, mehr zu Hause zu backen, hat hier ebenso Wirkung gezeigt wie der weiter steigende Biotrend. Mit Hilfe eines umfassenden Maßnahmenpakets hat die Gruppe auf die schwierigen Marktbedingungen reagiert und konnte auf diese Weise einen Teil des Umsatzrückgangs abmildern.

Prognose

Die Martin Braun-Gruppe erwartet auch im Jahr 2021 ein schwieriges Marktumfeld, das weiterhin negativ von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffen sein wird. Das größte Risiko ist die Ungewissheit über die Geschwindigkeit der Erholung der einzelnen Ländermärkte von der Covid-19-Pandemie. Für 2021 gibt die Gruppe für alle Regionen eine positive Umsatzprognose ab und erwartet insgesamt einen leichten Anstieg bei den Umsatzerlösen. Insbesondere die Auslandsregionen werden ihren Umsatz voraussichtlich wieder steigern. Zahlreiche operative Maßnahmen wie der Ausbau der Sortimente für den Food-Service-Markt, sowohl im Bereich Ingredients als auch im Bereich Frozen, die europaweit immer stärkere Fokussierung der Projekte im Lebensmitteleinzelhandel und der Ausbau neuer Zielgruppen werden dieses Wachstum der Prognose zufolge ermöglichen. Gleichzeitig nehmen jedoch aufgrund der weiterhin zunehmenden Konsolidierung auf dem europäischen Backwarenmarkt die Risiken zu.