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«Leere Tonne»: Initiative fordert Wegwerfstopp

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Verden/Aller. (aa) Anfang der Woche schütteten Aktivisten der Kampagne «Leere Tonne» säckeweise Brot und Brötchen auf den Boden vor der Zentrale der Rewe Markt GmbH in der Kölner Innenstadt. Der Dokumentarfilmer Valentin Thurn, der die Kampagne mit initiierte, sagte: «Rewe schmückt sich gerne mit seinem Engagement für Nachhaltigkeit. In Wirklichkeit aber zwingt der Lebensmittelriese Bäckereien, die in seinen Märkten verkaufen, bis zum Ladenschluss die Verkaufsregale ständig neu aufzufüllen. So müssen täglich große Mengen Backwaren direkt den Weg vom Regal zur Mülldeponie antreten. Damit macht Rewe die Verschwendung zum internen Gesetz». Die Kampagne hat eigenen Angaben zufolge in vielen Gesprächen mit Bäckereien in mehreren Bundesländern erfahren, wie viel Druck Rewe auf sie ausübe. Die Verträge, die der Kampagne vorliegen, fordern «während der gesamten Ladenöffnungszeiten der Vermieterin» die Verkaufsregale der Bäckerei «gut bestückt» zu halten. Rewe ergänze dies durch eine Praxis strenger Kontrollen. Jutta Sundermann, Sprecherin von Aktion Agrar, sagt: «Wort und Tat klaffen bei den Supermärkten weit auseinander. Wir brauchen deshalb verbindliche Regeln. Frankreich hat es vorgemacht und ein Gesetz zum Wegwerfstopp für Lebensmittelhändler geschaffen. Das brauchen wir auch hier, damit unverkaufte, aber verzehrbare Ware günstig oder kostenlos abgegeben und der Verschwendung ein Riegel vorgeschoben wird». Die Kampagne «Leere Tonne» ist eine gemeinsame Initiative von Aktion Agrar, foodsharing.de und Slow Food Youth.