Donnerstag, 2. Februar 2023

Lebensmittelwirtschaft und Politik betonen sachliche Zusammenarbeit

Berlin. (bll) Auf dem Neujahrsempfang des Lebensmittelverbands Deutschland haben Präsident René Püchner und Bundesernährungsminister Cem Özdemir die Notwendigkeit einer fairen und sachlichen Zusammenarbeit betont. Bundesminister Özdemir erklärte, dass er es als seine Verantwortung ansehe, dass sich alle Menschen unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Bildung gesund und nachhaltig ernähren können. Und dafür brauche er auch die Expertise der Lebensmittelwirtschaft. Es gehe ihm nicht darum, den Menschen etwas vorzuschreiben, jeder solle selbst entscheiden, was er oder sie esse. Es sei aber wichtig, allen die Möglichkeiten zu geben, sich gesund zu ernähren. Zudem müssen Umwelt, Klima und Biodiversität geschont werden. «Wichtig ist eine nachhaltige Balance zwischen Nutzen und Schützen.» Der Bundesminister lobte die Anstrengungen der Wirtschaft, die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten, den Einsatz für die Hilfslieferungen in die Ukraine sowie die Umsetzungen von Nutri-Score und Reduktionsstrategie. Zum Thema Lebensmittelverluste mahnte der Minister an, dass Lebensmittelabfälle weiter reduziert werden müssen, zwecks Klima- und Ressourcenschutz. Die Einstellung von Strafverfahren beim Containern, sofern keine Sachbeschädigung vorliege, sehe er als einen Baustein.

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Lebensmittelverbands-Präsident René Püchner stellte klar, dass sich die Wirtschaft auf die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Ministerium, zum Beispiel im Rahmen der Ernährungsstrategie, freue. Mit Blick aufs Containern mahnte er an, dass man die Lebensmittelsicherheit nicht außer Acht lassen dürfe. Es ginge der Lebensmittelwirtschaft nicht darum, ob diejenigen, die containern, bestraft werden oder nicht, sondern es geht um die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Handel entsorgt Lebensmittel nicht ohne Grund. Oft sind es Nahrungsmittel, die ungenießbar oder gesundheitsgefährdend sind. Das wiederum ist für Laien nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Zudem gäbe es andere Wege, um Lebensmittelverluste einzudämmen, etwa die Abgabe noch genießbarer Lebensmittel an die Tafeln. Deutsche Unternehmen spenden per Anno rund 300.000 Tonnen Lebensmittel an die Tafeln – mehr als in Ländern wie Frankreich, die ein Anti-Wegwerf-Gesetz haben (Foto: Lebensmittelverband – Sandra Ritschel).

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