Freitag, 23. Februar 2024
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Lebensmittel on Line: Entwicklung uneinheitlich

Bruchsal. (gfk) Die regionale Verteilung des Onlinepotenzials für Warengruppen wie Food, Bekleidung, Unterhaltungselektronik und Baumarkt unterscheidet sich erheblich. Das GfK GeoMarketing aus Bruchsal hat in dieser Woche die erste flächendeckende Studie zum regionalen Onlinepotenzial in 17 Sortimentsgruppen veröffentlicht.

Die Studie basiert unter anderem auf anonymen und aggregierten kanalspezifischen Kaufangaben aus den repräsentativen GfK Verbraucherpanels. Über geostatistische Abgleiche haben die Marktforscher das regionale Onlinepotenzial der 17 Sortimentsobergruppen für alle Regionen Deutschlands ermittelt. Die Daten zeigen die regionale Verteilung des Onlinepotenzials innerhalb einzelner Sortimente bis auf Ebene von Gemeinden und Postleitzahlen.

Simone Baecker-Neuchl vom GfK GeoMarketing sagt: «Die Kenntnis der regionalen Onlinepotenziale ermöglicht stationären Händlern wie auch reinen Onlineplayern wertvolle Rückschlüsse auf die diversen Chancen und Herausforderungen in ihren Marktgebieten. Die neue Studie ist damit eine wichtige Entscheidungsbasis in verschiedenen Unternehmensbereichen, vom Marketing bis zur Expansion und dem Category Management». Am Beispiel der Sortimentsgruppe Lebensmittel wird schnell deutlich, wie verschieden die regionalen Muster sind:

Während die Verteilung der gesamten Einzelhandelskaufkraft (das heißt stationär und Online) in diesem Segment sehr ausgeglichen ist, zeigen sich bei den Onlinepotenzialen für Lebensmittel deutlichere räumliche Unterschiede. Der Onlinekauf von Lebensmitteln ist bislang noch nicht weit verbreitet. Dennoch gibt es Regionen, die deutlich herausstechen: In Großstädten wie München, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und Berlin sowie deren Umland ist das Onlinepotenzial für Lebensmittel deutlich überdurchschnittlich.

Dass – anders als bei der Einzelhandelskaufkraft für Lebensmittel insgesamt – die Kernstädte der Ballungsräume so stark hervortreten, hat anbieter- und nachfrageseitige Gründe: Zum einen ist das Online-Angebot in Städten im Bereich Lebensmittel größer. Der Online-Lebensmittelhandel hat generell einen hohen Logistikaufwand, der aber in Städten dank kürzerer Lieferwege geringer ausfällt. Zudem testen Start-Ups neue Konzepte vielfach erst in Großstädten und bieten Lieferung nicht überall an. Zum anderen leben in Großstädten Zielgruppen, für die der Online-Lebensmittelhandel trotz der damit verbundenen Lieferkosten eine interessante Option ist, etwa weil sie wenig Zeit zum Einkaufen haben oder offen für innovative Handelsangebote sind.

Auffällig ist auch ein deutliches West-Ost-Gefälle: In den neuen Bundesländern haben die Konsumenten außerhalb der Städte ein deutlich unterdurchschnittliches Onlinepotenzial für Lebensmittel, analog zur niedrigeren gesamten Einzelhandelskaufkraft. Zugleich ist dort aber auch weniger Onlineangebot für Lebensmittel zu finden. Der Onlinehandel im Lebensmittelbereich befindet sich also teils im klassischen Henne-Ei-Dilemma (Grafik: GfK GeoMarketing).

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