Sonntag, 11. April 2021

Kugels Backwelt: Qualitätsbäcker in finanzieller Schieflage

Koblenz. (eb) Im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Heinz Kugel GmbH + Co. KG, vertreten durch die Heinz Kugel Verwaltungs GmbH, beide mit Sitz in Lahnstein, hat am 03. März 2021 um 12:30 Uhr das Amtsgericht Koblenz die vorläufige Verwaltung des Vermögens gemäß Paragraf 21 Absatz 1 Nr. 1 InsO angeordnet. Zum vorläufigen Verwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Jens Lieser aus Koblenz (AZ: 21.IN.29/21). Ebenfalls mit sofortiger Wirkung hat das Amtsgericht über das Vermögen der Heinz Kugel Verwaltungs GmbH in Lahnstein, vertreten durch Geschäftsführer Heinz Kugel aus Lautersheim, die vorläufige Verwaltung des Vermögens gemäß Paragraf 21 Absatz 1 Nr. 1 InsO angeordnet. Zum vorläufigen Verwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Jens Lieser aus Koblenz (AZ: 21.IN.30/21).

Hinter der Belegschaft von Heinz Kugel und Sohn Klaus Kugel in Lahnstein – und natürlich auch Max Kugel in Bonn – liegen bewegte Zeiten. Als «Deutschlands beste Bäcker» erhöhte sich der Bekanntheitsgrad des eingespielten Teams in 2015 schlagartig. 2017 machte sich Max Kugel dann selbst zur Marke, während Heinz und Klaus Kugel darangingen, die 1928 im Rheintal gegründete Bäckerei zu vergrößern. An vier Standorten können Kunden heute die Backvielfalt genießen. Auf der Homepage gibt es nicht nur viele Infos zu «Deutschlands bestem Bäcker 2015», sondern auch ein Bautagebuch, das über die Entwicklung der neuen Zentrale Aufschluss gibt. Ein zukunftsweisendes Projekt, mit dem der eingesessene Familienbetrieb keinen Zweifel an seinen Plänen für kommende Generationen aufkommen lässt.

Die jetzige Insolvenz muss keinen Strich durch die Rechnung machen. Die nicht vorhersehbare Covid-19-Pandemie hat das Unternehmen nur zu einer Zeit erwischt, als es am anfälligsten war. Als es aufgrund der Investitionen in die Zukunft für einen Moment nicht auf seine Rücklagen achten konnte. Als Corona auch in Lahnstein die Welt auf den Kopf stellte. Rechtsanwalt Jens Lieser aus Koblenz müsste jedenfalls keinen Zweckoptimismus verbreiten um glaubhaft zu versichern, dass der Betrieb gut aufgestellt ist. Dass Pläne und reale Entwicklungen nur nicht zusammenpassen angesichts der besonderen Umstände. Bleibt zu wünschen, dass der Familienbetrieb von 1928 mit einem blauen Auge davonkommt (Foto: pixabay.com).