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Kriminelle Mitarbeiter: So dämmen Sie Betrug ein

Berlin / Königswinter. (gdv / shb) Sie greifen in die Kasse, stehlen Waren aus dem Lager, erfinden Rechnungen oder gründen Scheinfirmen – regelmäßig werden Unternehmen von den eigenen Mitarbeitern betrogen. Typische Täter sind in der Regel über 40 Jahre alte Männer deutscher Staatsangehörigkeit mit überdurchschnittlicher Bildung. Oft sind sie schon längere Zeit im Unternehmen tätig und bekleiden häufig verantwortliche Positionen.

Weil die Belegschaft einen Vertrauensvorschuss genießt und die Sicherheitslücken im Unternehmen genau kennt, können interne Täter in aller Regel hohe Summen erbeuten: Im Schnitt bringen kriminelle Mitarbeiter ihre Arbeitgeber um fast 115.000 Euro, bevor sie auffliegen. Externe Betrüger kommen im Schnitt gerade mal auf die Hälfte dieser Summe.

Das geht aus Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, der rund 2.400 Schadenfälle aus der Vertrauensschadenversicherung ausgewertet hat. Die Vertrauensschadenversicherung entschädigt Unternehmen, wenn interne oder externe Vertrauenspersonen Gelder veruntreuen oder das Unternehmen betrügen.

Wie die Zahlen zeigen, sind die eigenen Mitarbeiter hinsichtlich Betrug und Unterschlagung das größere Risiko für Unternehmen: Knapp zwei Drittel der Fälle und rund 75 Prozent des Gesamtschadens ging auf das Konto krimineller Kollegen. «Angesichts unserer Erfahrungen müssen wir davon ausgehen, dass jedes Jahr fünf bis zehn Prozent der deutschen Unternehmen von eigenen Mitarbeitern betrogen werden», sagt Rüdiger Kirsch, Vorsitzender der AG Vertrauensschadenversicherung im GDV.

«Um sich wirksam zu schützen, sollten Unternehmen effektive und wirksame Kontrollsysteme aufbauen und sensible Bereiche am besten gleich doppelt absichern», sagt auch Rolf Schrade, Vorstand der SHB Allgemeinen Versicherung VVaG in Königswinter. «Ein guter Anfang wäre, wenn auch kleinere und mittlere Betriebe ein Compliance-Management aufbauen würden, das die Einhaltung von Regeln und Vorschriften sehr genau nimmt.» Weitere Tipps und Anregungen, Wirtschaftskriminalität im eigenen Unternehmen einzudämmen, finden Interessenten im Bericht «Versicherer warnen vor hohen Schäden durch kriminelle Mitarbeiter» auf der GDV-Homepage.